Frankreich mahnt EU zur Einheit bei Impfstoff aus Russland und China

Reuters

Paris/Rom (Reuters) - Frankreich warnt die EU-Länder davor, Impfstoffe aus China und Russland bereits vor einer Genehmigung durch europäische Behörden einzusetzen.

Das wäre mit Blick auf die Solidarität der Staatengemeinschaft und der Gesundheitsrisiken ein Problem, sagt Frankreichs Europa-Minister Clement Beaune am Freitag RTL Radio. In Ungarn, der Slowakei und Tschechien ist das russische Vakzin Sputnik V bereits von nationalen Behörden zugelassen oder steht kurz davor. Die Länder waren den Weg auch deshalb gegangen, weil die EU bei ihrer Impfstoffbeschaffung nur langsam vorankommt.

Die EU-Arzneibehörde EMA hatte am Donnerstag erklärt, sie starte mit einer fortlaufenden Daten-Prüfung von Sputnik V. Das kann eine spätere EU-weite Zulassung beschleunigen. Laut EMA basiert die Entscheidung auf Labor- und Klinik-Studien zu dem Vakzin, die schon vorliegen. Der russische Fonds RDIF, der die Vermarktung des Vakzins voranbringen soll, hatte erklärt, bei einer Zulassung könne Russland im Jahresverlauf so viel liefern, dass damit zehn Prozent der EU-Bevölkerung geimpft werden könne. Die EU führt nach eigenen Angaben aber derzeit keine Gespräche über einen Ankauf. Die EU-Kommission hat für die Impfung der 450 Millionen Einwohner der Staatengemeinschaft bislang Verträge über die Lieferung von etwa 2,6 Milliarden Einheiten von sechs Herstellern aus Europa und den USA abgeschlossen.

Ungarn hat bereits mit der Verimpfung von Sputnik V und des Vakzins der chinesischen Firma Sinopharm begonnen. In Polen wird über den Ankauf des chinesischen Impfstoffs diskutiert.

Aus Italien kam die Forderung, Sputnik V im eigenen Land zu produzieren. Er habe die Regierung um diesen Schritt gebeten, sagte der Chef der Gesundheitsbehörde der Region Lazio, Alessio D'Amato. Er forderte die Regierung zudem auf, sich schon vor der EU-weiten Zulassung Einheiten des Vakzins zu sichern. "Wir brauchen in diesem Krieg alle verfügbaren Waffen und müssen alle verfügbaren effektiven Impfstoffe einsetzen - vor allem, um uns gegen die Varianten zu schützen", sagte D'Amato.

In einer vorab veröffentlichten Studie der Universität von Sao Paulo und der Washington University School of Medicine sowie anderer Institutionen hieß es, der Impfstoff Coronavac von Sinovac könnte gegen die in Brasilien entdeckte Virusvariante zu schwach sein. Coronavac wird unter anderem schon in China, Brasilien, Indonesien und der Türkei eingesetzt.

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