Lufthansa: Luftverkehrssteuer steigt ab heute ++ Adidas und Munich Re: Dax Konzerne stoppen ihre Aktienrückkaufprogramme ++ Continental: Prognose gestrichen und Sparmaßnahmen eingeleitet

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Lufthansa: Luftverkehrssteuer steigt ab heute ++ Adidas und Munich Re: Dax Konzerne stoppen ihre Aktienrückkaufprogramme ++ Continental: Prognose gestrichen und Sparmaßnahmen eingeleitet

Die Nachrichten zum Coronavirus schlagen von Dienstag auf Mittwoch wieder gnadenlos zu. Erst stimmt US-Präsident Donald Trump seine Landsleute auf zwei sehr schwierige Wochen ein und dann wecken die neuen Zahlen aus China keine guten Gefühle. Ein Mix der den Anlegern am heutigen Mittwoch deutlich an die Nieren geht.

Neue Zählweise in China lässt Zahlen wieder steigen

Hellt sich die Lage in der Volksrepublik jetzt auf oder nicht? Diese Frage wird heute durch neue Zahlen aus dem Reich der Mitte wieder ganz laut gestellt. In China ist die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen im Vergleich zum Vortag wegen einer neuen Zählweise deutlich gestiegen. Wie aus den Daten der Pekinger Gesundheitskommission vom Mittwoch hervorging, wurden erstmals auch solche Menschen in die offizielle Statistik aufgenommen, die zwar positiv auf das Virus getestet wurden, aber keine Symptome zeigten.

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Laut der Kommission gab es im Vergleich zum Vortag 130 neue Nachweise dieser Art. Insgesamt stünden derzeit 1367 „asymptomatische“ Fälle unter Beobachtung. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Symptomen stieg den offiziellen Daten zufolge um 36, wovon 35 bei Menschen nachgewiesen wurden, die aus dem Ausland nach China eingereist waren. Erneut wurden auch sieben Todesfälle gemeldet.

Als Gesamtzahl nachgewiesener Infektionen auf dem chinesischen Festland seit Ausbruch der Lungenkrankheit Covid-19 wurden 81 554 Fälle genannt. Die Infektionen ohne Symptome fließen in diese Gesamtzahl jedoch weiterhin nicht ein, sondern werden separat gezählt. Darüber, wie viele positiv getestete Fälle ohne Symptome es bisher insgesamt gab, machte die Kommission keine Angabe.

Auch gab es keine Angabe dazu, wie viele Menschen täglich getestet werden. Zudem scheint unklar, inwieweit die offizielle Statistik die wahre Lage spiegelt und wie hoch die Dunkelziffer ist. Für Zweifel sorgt so etwa, dass China die Zählweise schon in den vergangenen Monaten mehrfach geändert hatte.

Trump stimmt Bevölkerung auf zwei „sehr harte zwei Wochen“

US-Präsident Donald Trump hat die amerikanische Bevölkerung angesichts der Ausbreitung des Coronavirus auf „sehr harte zwei Wochen“ mit steigenden Todeszahlen eingestimmt. „Ich möchte, dass jeder Amerikaner auf die harten Tage vorbereitet ist, die vor uns liegen“, sagte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) im Weißen Haus in Washington. „Wir werden zwei sehr harte Wochen durchmachen.“ Er hoffe darauf, dass danach Licht am Ende des Tunnels erkennbar sein werde. „Aber dies werden sehr schmerzhafte, sehr sehr schmerzhafte zwei Wochen.“ Die Ausdauer der Amerikaner werde herausgefordert sein.

„Wir sind im Krieg mit einem tödlichen Virus“, mahnte Trump. Das Virus fordere viele Menschenleben. „Es passieren Dinge in diesem Land, wie wir sie noch nie erlebt haben.“ Es sei eine „Frage von Leben und Tod“, die herausgegebenen öffentlichen Richtlinien zu befolgen.

Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in den USA war in den vergangenen Tagen dramatisch angestiegen. Die USA sind gemessen an der Zahl der bestätigten Infektionen inzwischen weltweit am schwersten von der Pandemie betroffen. Nachgewiesen sind bereits mehr als doppelt so viele Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 als in China, wo die Lungenerkrankung Covid-19 ihren Ausgang nahm: Bis Dienstagabend (Ortszeit) verzeichnete die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore mehr als 180 000 Fälle. USA-weit starben demnach bereits mehr als 3700 Menschen an dem Virus.

Trump hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass die restriktiven Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie in den USA bis Ende April verlängert werden sollen.

Dax tief im roten Bereich

Am deutschen Aktienmarkt hat sich am Mittwoch neue Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie breit gemacht. Der Leitindex Dax erhielt keinen Halt von den Börsen in Asien und den USA und gab kurz nach Handelsbeginn um 3,31 Prozent auf 9.606,60 Punkte nach. Noch am Dienstag hatte er es zwischenzeitlich über die 10.000-Punkte-Marke geschafft. Der MDax für mittelgroße Unternehmen büßte 2,37 Prozent ein auf 20.542,69 Punkte. Der EuroStoxx 50  startete mit einem Kursverlust von knapp 3 Prozent in den neuen Monat.

„Die Konsolidierung der vergangenen Woche könnte die Ruhe vor dem zweiten Sturm an der Börse gewesen sein“, kommentierte Marktexperte Milan Cutkovic von AxiTrader das Geschehen. „Während die Hoffnungen zunehmen, dass Europa bald den Höhepunkt der Pandemie erreichen könnte und Chinas Wirtschaft bereits schon wieder erste Signale der Erholung sendet, breitet sich das Coronavirus in den USA weiterhin rasant aus.“ Nach Einschätzung des Experten brauche es nicht viel an negativen Nachrichten, so dass Anleger wieder in den Panik-Modus schalten würden.

Lufthansa: Kaum Flüge, aber die werden teurer

Die Lage für die Lufthansa wird mitten in der Krise nicht einfacher. Es ist ein wenig verwunderlich, dass die Bundesregierung ein billionenschweres Hilfspaket auflegt, aber die höhere Steuerbelastung für die Luftfahrbranche nicht zumindest vorerst auf Eis legt. Unterm Strich dürfte sie zwar mal wieder an den Verbraucher durchgereicht werden, aber teurere Tickets dürften der Kranich-Airline dir Rückkehr zur Normalität sicherlich nicht einfacher machen.

Für Inlandsflüge und Flüge in der EU steigt nämlich der Steuersatz für die Airlines von 7,50 Euro auf 13,03 Euro pro verkauftem Ticket, für längere Flüge bis 6000 Kilometer von derzeit 23,43 Euro auf 33,01 Euro und für Langstreckenflüge von 42,18 Euro auf 59,43 Euro. Diese Regelung ist Teil des von der schwarz-roten Bundesregierung beschlossenen Klimapakets.

Adidas: Aktienrückkaufprogramm wird gestoppt

Der Sportartikelhersteller Adidas stoppt angesichts der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie sein laufendes Aktienrückkaufprogramm. Damit solle die finanzielle Flexibilität des Unternehmens im derzeitigen Umfeld erhalten werden, teilte der Dax-Konzern am Dienstag in Herzogenaurach mit. Adidas hatte bereits Mitte März die diesjährige Tranche des Programms vorübergehend ausgesetzt – unmittelbar nach Beginn der Einzelhandelsschließungen in Europa und Nordamerika. Nun habe der Vorstand beschlossen, den Rückkauf für den Rest des Jahres formell zu stoppen. Insgesamt wollte Adidas in diesem Jahr für bis zu einer Milliarden Euro eigene Aktien zurückkaufen.

Weiter teilte Adidas mit, dass das Unternehmen mit den lokalen Betriebsräten in Deutschland für die Mitarbeiter im Einzelhandel und an den Standorten in Scheinfeld und Uffenheim eine Reduzierung der Arbeitszeit vereinbart habe. Die Vereinbarung sehe unter unter anderem bezahlten Urlaub, den Abbau von Überstunden und auch Kurzarbeit ab dem 1. April vor. Für weitere Standorte und Berufsgruppen befinde sich der Konzern mit den zuständigen Betriebsräten im Austausch. Betroffen von der Kurzarbeit seien aktuell rund 1200 Mitarbeiter.

Munich Re erklärt Prognose für hinfällig und stoppt Aktienrückkäufe

Der Rückversicherer Munich Re hat wegen der Corona-Krise seinen laufenden Aktienrückkauf bis auf Weiteres gestoppt und auch seine Jahresprognose gestrichen. Im ersten Quartal bereits sorgten vor allem der Ausfall und die Verschiebung von Großveranstaltungen für hohe Schäden in der Schaden- und Unfallrückversicherung, wie der Dax -Konzern am Dienstag in München mitteilte. Von Januar bis März rechnet das Unternehmen daher nur noch mit einem Gewinn in niedriger dreistelliger Millionen-Euro-Höhe. Vor einem Jahr hatte der Konzern hier noch 633 Millionen Euro verdient.

Aufgrund hoher Unsicherheit der gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus werde der Konzern daher aus heutiger Sicht sein Gewinnziel von 2,8 Milliarden Euro im Gesamtjahr verfehlen. Die Aktie der Munich Re fiel im nachbörslichen Handel um gut ein Prozent.

Der Hauptversammlung am 29. April soll unverändert eine auf 9,80 Euro pro Aktie steigende Dividende vorgeschlagen werden. Das im Februar 2020 angekündigte Aktienrückkaufprogramm 2020/2021 wird allerdings bis auf Weiteres ausgesetzt, bis mehr Klarheit darüber besteht, wie viel der Konzern an Belastungen zu tragen hat und wie viel Kapital das Unternehmen womöglich für Investitionen oder Zukäufe braucht. Die Solvenzquote, die die Finanzkraft des Rückversicherers angibt, liege derzeit „komfortabel“ im angestrebten Korridor von 175 bis 220 Prozent der Anforderung – auch nach den Schäden und den Turbulenzen an den Kapitalmärkten.

Continental trennt sich von seinem Ausblick

Aus Hannover kommt heute die nächste Prognose, die nicht mehr zu halten ist. Continental zieht die Reißleine: „Die andauernde COVID-19 Pandemie, die deshalb von Behörden verfügten Beschränkungen sowie Produktionsstopps und andere Maßnahmen von Kunden und Lieferanten als Reaktion auf die Pandemie haben im Continental-Konzern zu erheblichen Anpassungen und Unterbrechungen in wesentlichen Bereichen ihres Geschäfts geführt. Aufgrund der Unsicherheit über die Dauer der Beeinträchtigungen sowie angesichts der gegenwärtigen schwierigen Abschätzungen der möglichen weiteren Konsequenzen für Produktion, Lieferkette und Nachfrage hat der Vorstand der Continental AG entschieden, den im Geschäftsbericht 2019 enthaltenen Ausblick für das Geschäftsjahr 2020 zurückzunehmen. Wegen der andauernden und starken Dynamik der durch die Pandemie hervorgerufenen Entwicklung ist derzeit nicht abzuschätzen, wann ein neuer Ausblick gegeben werden kann.

Betroffen sind vor allem die Automotive-Divisionen sowie der Reifenbereich. Weltweit stehen mehr als 40 % der Continental-Produktionsstandorte vorübergehend still. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ergreift das Unternehmen derzeit zahlreiche Maßnahmen, um die Kosten anzupassen und den Liquiditätsbedarf zu reduzieren. Dazu gehören Maßnahmen zur Anpassung von Arbeitszeit sowie Lohn- und Gehaltskosten.

So sind in Deutschland per 1. April 2020 etwa 30.000 Mitarbeiter für Kurzarbeit angemeldet und damit rund die Hälfte der hiesigen Belegschaft. Darüber hinaus führt Continental Maßnahmen zur Kostensenkung und zur Optimierung des Betriebskapitals (Working Capital) durch und verschiebt Investitionen. Diese und andere Maßnahmen werden je nach Bedarf angepasst.

Kurz und knapp:

 Vonovia: Der Wohnimmobilienkonzern hat zwei Anleihen mit einem Volumen von insgesamt einer Milliarde Euro platziert. Die Papiere mit Laufzeiten von vier und zehn Jahren seien stark nachgefragt gewesen, teilte der Dax-Konzern am Dienstag in Bochum mit. So habe das Ordervolumen bei mehr als drei Milliarden Euro gelegen. Die zusätzliche Liquidität werde für die planmäßige Rückzahlung einer Portfoliofinanzierung im zweiten Quartal sowie für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet. Wesentliche Rückzahlungs-Verpflichtungen aus Finanzverbindlichkeiten bestünden nun erst wieder im Dezember dieses Jahres. Vonovia sieht sich mit der gestärkten Liquiditätsposition den Angaben zufolge „sehr gut aufgestellt“ – auch für die Zeit nach der Corona-Krise.

Patrizia: Der Immobilienkonzern hat ein großes Wohnungsportfolio in den Niederlanden für 375 Millionen Euro an die schwedische Wohnimmobiliengesellschaft Heimstaden verkauft. Insgesamt umfasst das Portfolio 2023 Wohnungen sowie 60 Gewerbe-Einheiten in 29 Städten, wie der SDax-Konzern am Mittwoch in Augsburg mitteilte. Rund 60 Prozent der Immobilien liegen in der Metropolregion in und um die beiden Großstädte Amsterdam und Rotterdam, wie es weiter hieß. Erst kürzlich hatte Patrizia angekündigt, seinen Aktionären trotz der Corona-Krise eine höhere Dividende für das vergangene Jahr zahlen zu wollen und an seiner Mitte Februar abgegebenen Prognose festzuhalten. Das auf Immobilieninvestments spezialisierte Unternehmen hatte zudem wegen der robusten Bilanz und der höheren verfügbaren Liquidität ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 50 Millionen Euro angekündigt. Der Nettogewinn von Patrizia war 2019 leicht gestiegen.

Bilfinger: Der Industriedienstleister streicht seine Prognose für das laufende Jahr. Hintergrund sei neben der Virus-Krise auch der zeitgleiche Ölpreisverfall, hieß es in einer am Dienstagabend veröffentlichten Mitteilung des Unternehmens. Den Dividendenvorschlag werde der SDax -Konzern „überdenken“. Das Management reagiere mit „Maßnahmen zur Kostensenkung, zur Erhöhung der Liquidität und zur Verbesserung der finanziellen Flexibilität“, hieß es weiter. Seine Hauptversammlung hatte Bilfinger schon auf einen unbekannten Termin verschoben.

Xerox: Der Drucker- und Kopierer-Hersteller stellt angesichts der Corona-Krise die Bemühungen ein, den größeren Rivalen HP Inc zu übernehmen. Aufgrund der schwierigen Markt- und Wirtschaftslage wegen der Pandemie werde das Kaufangebot zurückgezogen, teilte Xerox am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Der Konzern hatte sich seit dem Herbst um HP bemüht und zuletzt fast 35 Milliarden Dollar (32 Mrd Euro) für den Konkurrenten geboten, war dort aber ohnehin stets abgeblitzt. Als treibende Kraft hinter dem versuchten Deal galt der umstrittene US-Investor Carl Icahn, der an beiden Konzernen große Anteile hält. HP-Aktien reagierten nachbörslich mit Kursverlusten.

Von Markus Weingran / dpa-AFX

Foto: Dmitry Birin / Shutterstock.com

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