Lufthansa: Radikaler Umbau und Milliarden-Verlust ++ Bayer: Hoffnung auf deutliche Reduzierung des Schadensersatzes ++ Tui: Boeing kommt für entstandenen Schaden auf

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Lufthansa: Radikaler Umbau und Milliarden-Verlust ++ Bayer: Hoffnung auf deutliche Reduzierung des Schadensersatzes ++ Tui: Boeing kommt für entstandenen Schaden auf

Die Sticheleien zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt gehen weiter. Diesmal ist China an der Reihe. Die Drohung von US-Präsident Donald Trump mit Militärkräften angesichts der Unruhen in den USA stößt nicht nur im eigenen Land auf große Gegenwehr, sie ist auch ein gefundenes Fressen für die chinesische Staats-Propaganda.

Allerdings scheint im Reich der Mitte niemand davon gehört zu haben, dass man Unrecht nicht mit Unrecht vergleichen sollte. Dadurch wird das Handeln nämlich nicht rechtmäßig. Aber es ist eine gute Möglichkeit von den eigenen Problemen abzulenken. Eine Kunst, die Donald Trump in der Vergangenheit immer gerne selbst angewendet hat. Jetzt hat China mit einer großen Angriffsfläche, die Trump geboten hat, den Spieß umgedreht.

Die Staatsmedien warfen den USA über die Medien vor, mit zweierlei Maß zu messen und „sich selbst zu widersprechen“, wie die Zeitung „Global Times“ am Mittwoch meinte. Auch beklagten Kommentatoren Rassismus, Ungleichheit und Ungerechtigkeit in den USA.

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Gerade vor dem Hintergrund des Donnerstag bevorstehenden Jahrestages des blutigen Militäreinsatzes gegen die Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 in China und der anhaltenden Proteste in Hongkong fand Trumps Ankündigung besondere Aufmerksamkeit. So hatte der US-Präsident angekündigt, „Abertausende“ Soldaten einsetzen zu wollen, um Ausschreitungen in der Hauptstadt Washington am Rande der friedlichen Proteste nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd einen Riegel vorzuschieben.

„Warum beschuldigen die USA arrogant und unverschämt andere Länder, Proteste niederzuschlagen?“, fragte die „Global Times“. „Warum porträtieren Politiker in Washington die USA anmaßend als Leuchtturm der Demokratie und Menschenrechte?“ Die Staatsagentur Xinhua sprach von der „bevorstehenden Erstickung des amerikanischen Traums“.

Der Sprecher des Außenministeriums, Zhao Lijian, sagte: „Was jetzt passiert, demonstriert die Ernsthaftigkeit der Rassendiskriminierung und der gewaltsamen Strafverfolgung durch die Polizei und die Dringlichkeit für die USA, das anzugehen.“

„Warum bezeichnen die USA diese schwarz gekleideten Aufrührer und Befürworter der Unabhängigkeit Hongkongs als „Helden“ und „Vorkämpfer“, aber bezeichnen die eigenen Leute, die gegen Rassendiskriminierung vorgehen, als Schläger?“, fragte der Sprecher. Auch hätten die USA Probleme mit dem „zurückhaltenden“ Vorgehen der Hongkonger Polizei, aber fänden nichts dabei, wenn im eigenen Land mit Schüssen gedroht und die Nationalgarde mobilisiert werde.

Das Motto: „Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen“ dürfen jetzt gerne beide Seiten überdenken. Vielleicht gelangen dann ja Donald Trump und China zu der Einsicht, dass sie schwer daneben liegen. Schwer vorzustellen, aber man soll die Hoffnung ja bekanntlich nie aufgeben.

Dax lässt sich nicht bremsen

Der deutsche Leitindex scheint Scheuklappen aufzuhaben. Alle aktuellen Probleme blendet der Dax aus und legt heute weiter zu. Zum Start in die Wochenmitte packt das Börsenbarometer 1,03 Prozent obendrauf und startet mit 12.144,14 Punkten in den Handelstag.

Lufthansa: „Tiefgreifende Restrukturierungen

Die Kranich-Airline bereitet ihre Mitarbeiter trotz ihrer geplanten Rettung durch den Staat in der Corona-Krise auf herbe Einschnitte vor. „Angesichts der absehbar nur sehr langsam verlaufenden Erholung der Nachfrage müssen wir nun mit tiefgreifenden Restrukturierungen gegensteuern“, sagte Vorstandschef Carsten Spohr bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Quartal am Mittwoch in Frankfurt. Das Management will die Stückkosten gegenüber dem Vorkrisenniveau „deutlich“ senken. Genauere Angaben zu einem Stellenabbau machte die Lufthansa zunächst nicht.

Um Kredite und Zinsen zügig zurückzahlen zu können, werde das Unternehmen seinen freien Barmittelzufluss im Vergleich zur Zeit vor der Krise deutlich steigern müssen, sagte Vorstandsmitglied Thorsten Dirks. Dabei erwartet die Lufthansa nur eine schrittweise anziehende Nachfrage nach Flugreisen. Während zuletzt fast 700 der 763 Flugzeuge des Konzerns am Boden standen, dürften auch im kommenden Jahr noch 300 und im Jahr 2022 noch 200 Maschinen nicht fliegen, schätzt das Management. Für 2023 erwartet der Vorstand weiterhin eine um 100 Flugzeuge verkleinerte Flotte.

Im ersten Quartal brockte die Corona-Krise dem Konzern einen Milliardenverlust ein. Unter dem Strich stand ein Minus von 2,1 Milliarden Euro nach einem saisontypischen Minus von 342 Millionen ein Jahr zuvor. Eine Prognose für das Gesamtjahr traut sich der Vorstand weiterhin nicht zu, erwartet aber unverändert einen signifikanten Rückgang des operativen Ergebnisses.

Bayer: Zwischen Reduzierung und Aufhebung

Zahlreiche US-Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken von Unkrautvernichtern mit dem Wirkstoff Glyphosat haben Bayer in eine schwere Krise gebracht. Der Leverkusener Agrarchemie- und Pharmariese weist die Vorwürfe jedoch zurück und hat die bisherigen Urteile angefochten. Der Rechtsstreit, mit dem das Debakel begann, geht nun in die nächste Runde: Am Dienstag (Ortszeit) stand in San Francisco die Auftaktanhörung im Berufungsverfahren an. Es ging um das aufsehenerregende erste Glyphosat-Urteil, bei dem der zum Bayer-Konzern gehörende Saatguthersteller Monsanto zu Schadenersatz in Millionenhöhe an einen Krebspatienten verdonnert worden war.

Bei der wegen der Corona-Pandemie per Telefonschalte ausgetragenen Verhandlung forderte Monsantos Anwalt David Axelrad vom Gericht, den Schuldspruch aufzuheben. Er argumentierte vor allem damit, dass das US-Bundesrecht der für das Urteil entscheidenden Rechtsprechung im Bundesstaat Kalifornien übergeordnet sei und deshalb stattdessen angewendet werden müsse. Die drei Richter des Berufungspanels zeigten sich zunächst reserviert, machten dem Unternehmen jedoch Hoffnung, dass die Schadenersatzsumme abermals deutlich gesenkt werden könnte. Bayer will indes, dass das Urteil ganz gekippt wird. Doch selbst wenn dies gelingen sollte – es gibt noch zahlreiche weitere US-Klagen.

Kurz & knapp:

Tui: Der weltgrößte Reisekonzern hat sich nach dem Flugverbot für den Mittelstreckenjet 737 Max mit dem Flugzeugbauer Boeing auf einen Ausgleich für den entstandenen Schaden geeinigt. Ein Großteil der Belastung werde in den nächsten zwei Jahren ausgeglichen, teilte Tui am Mittwoch in Hannover mit. Der Deal erleichtert es dem in der Corona-Krise angeschlagenen Touristikkonzern zudem, seine Flotte zu verkleinern. So verständigte sich Tui mit Boeing unter anderem darauf, bestellte Flugzeuge erst später abzunehmen: „In den kommenden zwei Jahren werden weniger als die Hälfte der ursprünglich vorgesehenen Flugzeuge ausgeliefert.“

Nordex: Die Nordex Group hat von ihrem Neukunden COPEL-Companhia Paranaense de Energia einen Auftrag über die Lieferung und Errichtung von 26 Turbinen des Typs AW132/3465 in Brasilien erhalten. Der Auftrag umfasst auch den Service der Anlagen mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Der 90-MW-Windpark „Jandaíra Copel“ entsteht im Bundesstaat Rio Grande do Norte nahe der Stadt Jandaíra im Osten Brasiliens. Die 26 Turbinen fertigt der Hersteller in seinem Werk in Simões Filho.

Evotec: Das Hamburger BiotechUnternehmen vermeldet heute, dass sein Tochterunternehmen Cyprotex US, LLC einen neuen Auftrag mit fünfjähriger Laufzeit von der US Environmental Protection Agency („EPA“) erhalten hat. Der Auftrag ist Teil des Computational Toxicology and Exposure Research-Projekts („CompTox“), mit dem die EPA das Ziel verfolgt, lösungsorientierte Forschung für die schnelle Bewertung von potenziellen Gesundheits- und Umweltrisiken bereitzustellen, die aus dem Kontakt mit Umweltchemikalien resultieren. Der aktuelle Vertrag hat ein Volumen von insgesamt bis zu 13 Millionen Dollar über fünf Jahre.

Voestalpine: Der österreichische Stahlkonzern hat im Geschäftsjahr 2019/20 (bis Ende März) herbe Verluste erlitten. Unter dem Strich blieb ein Nettoverlust von 216 Millionen Euro – nach einem Gewinn von 459 Millionen Euro im Jahr davor. Der Konjunktureinbruch, Sondereffekte und die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie belasteten Umsatz und Ergebnis, hieß es. Auch der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2020/21 verheißt keine Besserung: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) werde sich – nach 1,2 Milliarden im Vorjahr – zwischen 600 Millionen und 1 Milliarden Euro bewegen, könnte sich also halbieren. Das operative Ergebnis (Ebit) war 2019/20 mit 89 Millionen Euro negativ. Im Jahr davor waren noch Gewinne in Höhe von 779 Millionen Euro geschrieben worden. Der Umsatz verringerte sich um 6,2 Prozent von 13,6 Milliarden auf 12,7 Milliarden Euro.

Von Markus Weingran / dpa-AFX

Foto: Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com

 

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