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Aktien Europa: Erholung - Bankaktien gefragt

dpa-AFX · Uhr

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Nach der verhaltenen Vortagesentwicklung haben die europäischen Aktienmärkte am Freitag an Fahrt gewonnen. Die Gewinne reichen bislang zwar noch nicht, die Verluste aus dem Wochenverlauf auszugleichen, aber bis gegen Mittag stieg der EuroStoxx 50 immerhin um 1,46 Prozent auf 3857,95 Punkte.

Der französische Cac 40 zog um 1,36 Prozent auf 6549,36 Punkte an. In Großbritannien stieg der FTSE 100 mit 0,94 Prozent auf 7622,39 Punkte nicht ganz so stark.

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Die Erholung der Wall Street zu Handelsende hin sorgte an den europäischen Börsen für Entspannung. Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets begründete die Gewinne auch mit der "Hoffnung, dass die in der kommenden Woche mit den US-Banken startende Berichtssaison dem Markt die notwendigen positiven Impulse und damit einen Gegenpol zur Zinsangst liefern kann."

Wobei die Zinsangst vor allem ein Thema für die USA ist, denn die europäischen Währungshüter werden sich dem Kurs ihrer US-Kollegen wohl nur zögerlich anschließen. "Die EZB dürfte bei ihrer Sitzung am Donnerstag außer hinsichtlich der möglichen Nennung eines Zeitpunkts für die Beendigung der Nettoanleihekäufe vage bleiben, erwartet Robert Greil, Anlagestratege der Privatbank Merck Finck. Damit droht zunächst keine Abkehr von dem Niedrigzinskurs der vergangenen Jahre. Letztendlich dürfte die EZB - wenn überhaupt - ihren sogenannten Leitzins erst gegen Ende des Jahres anheben, falls die Wirtschaft im Euroraum dann noch auf Wachstumskurs ist, so Greil.

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Bankenwerte gehörten zu den stärksten Einzelsektoren. Sie profitierten von einer wieder stärkeren Risikoneigung. Analyst Stephen Innes von SPI Asset Management rechnet zudem mit guten Zahlen aus dem US-Bankensektor. Die Notenbank Fed werde die Leitzinsen in diesem Jahr kräftig erhöhen. "Das sollte Musik sein in den Ohren der Bankeninvestoren", so Innes.

Derweil sorgte eine Transaktion im italienischen Bankensektor für Aufsehen und steigende Kurse: Die französische Großbank Credit Agricole steigt mit einem Anteil von 9,2 Prozent bei der veronesischen Banco BPM ein. Das ließ deren Kurs nach oben schnellen. In ihrem Fahrwasser legten auch andere italienische Banken zu. Credit Agricole zogen mit 1,3 Prozent Aufschlag nicht ganz so stark an.

Die Ölwerte erholten sich unterdessen von den Vortagesverlusten. Auch Rohstofftitel waren gefragt. Gestiegene Metallpreise stützten. Das australische Ministerium für Industrie, Wissenschaft, Energie und Bergbau rechne zudem mit steigenden Eisenerzexporten in den kommenden Jahren, merkte Anayst Daniel Briesemann von der Commerzbank an. ArcelorMittal gewannen zwei Prozent, Rio Tinto 1,5 Prozent

Am Ende des Feldes lagen dagegen die am Vortag noch gesuchten defensiven Titel. Ob Pharma, Telekommunikation oder Lebensmittel - alle diese Branchen legten weniger zu als der Gesamtmarkt. Damit setzte sich die Sektorenrotation der vergangenen Wochen fort./mf/stk

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