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Luxus-Aktien als Inflationsschutz? - Drei glamouröse Aktien auf dem Prüfstand

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: Victoria Chudinova/Shutterstock.com

Bei Inflationsraten von 6, 7 oder gar 8 % läuft es Aktionären kalt den Rücken runter. Nicht nur die Unternehmen, an denen man Anteilseigner ist, haben Probleme, sondern das eigene Geld wird auch viel weniger wert. Doch eine Branche scheint der Welle der Teuerung mühelos trotzen zu können, vielleicht auch weil es sich hierbei schon um sehr preisintensive Produkte handelt.

Die Luxusbranche

Luxus ist ein Allwettergeschäft. Ob Krieg, Inflation oder Wirtschaftskrise - jeder will sich etwas “leisten”, wenn er es denn nur kann. Der weltweite Umsatz für Luxusgüter wird deswegen auch, wenig überraschend, trotz der Krise von 280 Milliarden Euro im letzten Jahr, auf 289 bis 290 Milliarden Euro steigen. Dabei waren in den letzten Jahren primär die Schwellenländer Wachstumstreiber. Der Aufschwung des Wohlstandes in China und Indien hatte dazu mehrheitlich beigetragen und ist zur Freude aller Investoren voraussichtlich auch noch nicht abgeschlossen.

Hier liegen aber auch gleichzeitig die größten Risiken. Zuletzt hat China durch seine Covid-Maßnahmen die Weichen der größten Volkswirtschaft der Welt auf eine Rezession gestellt. Das kann kurzfristig unangenehme Folgen für die Luxusbranche haben. Das Wachstum von nur 0,4 Prozent der Wirtschaft gepaart mit vielen Chinesen, die ihr Haus nicht verlassen können, dürfte für den Umsatzanteil im asiatischen Raum einen toxischen Mix ergeben.

Trotzdem kann Luxus gerade in Zeiten der Inflation und Rezession Balsam für das Portfolio sein. Während „Preissetzungsmacht“ in der Berichterstattung der letzten Monate zum Allheilmittel der Aktienanalyse ausgerufen wurde, haben diese Unternehmen sie tatsächlich. Denn ob ein Birkin Bag von Hermes (aktuell 26.000 Euro wert) beim Listenpreis 2000 Euro mehr kostet, ist egal, wenn er auf dem Sekundärmarkt durch die Verknappung für das doppelte gehandelt wird.

Wer aber sind die Unternehmen genau, die Kundenstamm, Marken und Produkte zusammenbringen, um wirklich als Luxuskonglomerat zu gelten?

LVMH

Das Flaggschiff der Luxusbranche hält ein breit diversifiziertes Portfolio aus den Bereichen Luxus und Alkohol. Bekannte Marken aus der LVMH-Welt sind Louis Vuitton, Moet, Chaumet und bald auch Tiffany’s. Mit 290 Milliarden Euro Marktkapitalisierung und einem Umsatz von 65 Milliarden in 2021 ist der Pariser Konzern das größte Luxusunternehmen der Welt.

Besonders ansprechend für Aktionäre sind die trotzdem immer noch zweistellig wachsenden Umsatzzahlen des Konzerns, auf die LVMH eine operative Marge von 26 % und eine Gewinnmarge von 19 % hat. Außerdem einen Blick wert ist die Dividende (aktuell 10 Euro pro Aktie / 1,7 %), welche in den letzten 30 Jahren nur 1-mal gesenkt und sonst kontinuierlich angehoben wurde.

Capri Holdings

Das einst vom berühmten Modeschöpfer Micheal Kors gegründete Unternehmen umfasst heute große Brandnamen wie Jimmy Choo oder Versace. Zwar zählt Capri mit 5 Milliarden Marktkapitalisierung eher zu den Boutique-Aktien zwischen den Konglomeraten, doch sprechen einige interessante Aspekte für Capri.

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Vor allem die niedrige Bewertung mit einem einstelligen KGV ist im Luxussektor selten (LVMH KGV bei ca. 25). Auch die Kursziele der Analysten können sich sehen lassen. Sie zeigen ein Aufwärtspotenzial zwischen 30 und bis zu 100 Prozent. 

Mit den Zahlen für das erste Quartal des laufenden Jahres konnte Capri allerdings nicht zu 100 Prozent punkten. Umsatz und GEwinn lagen zwar über den Erwartungen, allerdings lag der Ausblick leicht drunter. 

Trotzdem steuert der Model-Konzern auf das nächste Rekordjahr in Folge zu. Damit hat sich die Aktie mindestens einen Platz auf der Watchlist verdient. 

Hermes

Das deutlich kleinere Markenportfolio des Pariser Unternehmens Hermes konzentriert sich auf die namensgebende Modebrand und den hochpreisigen Parfum-Bereich. Teuer sind aber nicht nur die Produkte von Hermes, sondern auch die Aktie. Eine einzelne Aktie ist meist nicht unter 1000 Euro zu haben und ist dazu noch mit einem KGV oberhalb der 45 bewertet. Mit über 100 Milliarden Marktkapitalisierung gehört man zwar faktisch zu den größten Luxusunternehmen, setzt aber selbst nur 8 Milliarden Euro um.

Klar ist, die Hermes Aktie ist selbst zum Luxus geworden. Von der Bewertung her sollten Neueinsteiger in die Branche eher die Finger von dem Papier lassen. Die Wachstumsfantasien von Hermes in den Emergin Markets reichen für uns nicht aus, um sich die Aktie ins Depot zu holen. 

Fazit: Luxus bleibt wichtig

Trotz der aktuellen Risiken durch China bleibt Luxus ein essenzieller Branchenteil eines diversifizierten Portfolios. Ob Luxus allerdings in den nächsten Monaten den Boom der letzten Jahre erfährt, ist fraglich. Allerdings finden sich hier einige gut aufgestellte Unternehmen, die sicher durch die Krise steuern könnten.

Alle drei Aktien haben sicherlich ihre Vorzüge und sind zum Teil gute bis sehr gute Halteposition. Für Anleger, die neu in die Branche einsteigen möchten, würden wir einen genaueren Blick auf die Papiere von Capri empfehlen. Hier sehen wir aktuell das attraktivste Chance-Risiko-Verhältnis.

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