onvista Börsenfuchs: Ein Nachrichtensalat, der nicht schmeckt

Hermann Kutzer · Uhr
Quelle: onvista

Hallo Leute! Europas Börsen und Anlagemärkte sind aus bekannten Gründen momentan nicht besonders attraktiv. Ich befürchte, das wird sich so schnell auch nicht ändern. Im Hochleistungssport sieht das Bild ganz anders aus: Die Welt feiert mit und in München sagenhafte „European Championships“ – da sind Stimmung und Performance geradezu sagenhaft. Rund um unsere Börsen dagegen ein gemischter Nachrichtensalat, der den Anlegern kaum schmecken kann. Und da auch die Amis nicht wissen, wo es in den nächsten Wochen und Monaten langgehen wird, kommen von der Leitbörse der Welt keine Wegweiser. Jedenfalls keine nachhaltigen. Mit Aktienkäufen hat’s also keine Eile. Ich sehe nämlich Zeiten voraus (= keine besondere Erkenntnis), die so ähnlich wie der heutige Mittwoch sein können: langweilig, uneinheitlich, unsicher.

Während schon glasklar wurde, dass für den Dax der 14.000er noch eine zu hohe Hürde ist, wartete man auf die Veröffentlichung des Fed-Protokolls. Von dem erhoffen sich nicht nur die Jungs in der Wall Street Orientierungshilfe. Vor dem Börsenstart wurden bereits Daten aus dem Ami-Einzelhandel veröffentlicht, die etwas hinter den Erwartungen zurückblieben. Sie bewegten die vorbörslichen Kurse zunächst jedoch nicht stärker. Die Konsumneigung in den USA leidet unter der hohen Inflation, die Verbraucher sind verunsichert, merkten Analysten schon im Vorfeld an. Dazu die Sorge, dass sich die konjunkturellen Aussichten weiter eintrüben.

Das gilt auch für den Vizeweltmeister der Weltwirtschaft, der seine gesteckten Wachstumsziele im laufenden Jahr voraussichtlich nicht erreichen wird. Deshalb und wegen der politischen Entwicklung melden Fondsmanager bereits ihren Ausstieg aus China-Aktien. Auch die Machthaber sind besorgt, wie aus frischen Agenturmeldungen hervorgeht: Chinas Wirtschaft muss nach den Worten von Regierungschef Li Keqiang gegen „Schocks jenseits der Erwartungen" ankämpfen, die im zweiten Quartal erlitten worden seien. „Jetzt ist der kritischste Augenblick für die wirtschaftliche Erholung", sagte der Premier nach amtlichen Angaben vom Mittwoch bei einem Treffen am Vortag mit Provinzführern in der südchinesischen Metropole Shenzhen. Der Umgang mit der Pandemie soll „wirksam" mit der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung koordiniert werden, um eine effektive Covid-19-Eindämmung, wirtschaftliche Stabilität und sichere Entwicklung zu gewährleisten.

Gibt’s auch was Besonderes aus Good old Europe? Ja, in Großbritannien ist die Inflation jetzt zweistellig.

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