Dax Vorbörse heute 17. März 2023: Dax vorbörslich über 15.000 Punkte – Heute großer Verfallstag an der Börse

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Quelle: Rodrigo Garrido/Shutterstock.com

Am deutschen Aktienmarkt zeichnet sich am Freitag ein positiver Handelsauftakt ab. Der Dax sollte an seine jüngsten Erholungsgewinnen anknüpfen und zurück über die psychologisch wichtige Marke von 15.000 Punkten springen, die er tags zuvor nur zeitweise erreicht hatte. Dabei dürfte die positive Reaktion an den Finanzmärkten auf die Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) die Kurse noch etwas nach oben tragen.

Knapp eine Stunde vor dem Börsenauftakt signalisiert der X-Dax für den deutschen Leitindex ein Plus von 0,6 Prozent auf 15.059 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone steuert auf ein Plus von 0,8 Prozent zu.

Nach äußerst turbulenten Handelstagen steht für den deutschen Leitindex im bisherigen Wochenverlauf auf Basis der aktuellen Indikationen allerdings immer noch ein Minus von zweieinhalb Prozent zu Buche. Die Schieflage einiger kleinerer US-Banken und Sorgen um Finanzkraft der Schweizer Credit Suisse hatten schwer auf der Stimmung gelastet und für reichlich Kurskapriolen gesorgt.

EZB-Zinsentscheid behindert Erholung nicht

"Alarmiert, aber nicht irritiert" sei die Reaktion der EZB auf die jüngsten Hiobsbotschaften aus der Bankenwelt gewesen, schrieb Gebhard Stadler, Ökonom bei der Landesbank BayernLB. Trotz der Turbulenzen im Bankensektor seien die Euro-Notenbanker nicht von ihrem angekündigten Kurs abgewichen. Die Währungshüter hatten bei ihrer jüngsten Sitzung - wie zuvor signalisiert - den Leitzins um weitere 0,5 Prozentpunkte angehoben und ihren entschlossenen Kampf gegen die Inflation betont.

Auf weitere Zinsschritte für die Zukunft hatte sich die EZB indes nicht festgelegt. Das dürfte am Vortag auch die Aktienmärkte überzeugt haben, die trotz der kräftigen Zinsanhebung deutlich ins Plus gingen. Auch steigt inzwischen die Hoffnung auf eine ebenfalls gemäßigtere Gangart der US-Notenbank Fed. Zudem hatten ein Rettungspaket für die Credit Suisse und Milliardenhilfe für die trudelnde US-Regionalbank First Republic die Investoren zuletzt wieder etwas beruhigt.

Einzelwerte im Überblick

Im Tagesverlauf könnte noch der sogenannte "Große Verfallstag" für Ausschläge der Aktienindizes sorgen. Gegen Mittag verfallen an der Termin- und Derivatebörse Eurex Optionen und Terminkontrakte auf den Dax und den Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50. Investoren versuchen zu den Verfallterminen, die Indizes in die für ihre Marktposition günstige Richtung zu bewegen. Daher kommt es oft zu unvermittelten Kurskapriolen. Nach Einschätzung von Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners könnte für den Dax die runde Marke von 15.000 Punkten im Fokus stehen.

Auf Unternehmensseite steht den Anlegern nach dermit zahlreichen Bilanzen gespickten Woche ein ruhigeres Programm bevor. Im Dax richten sich die Blick auf den Immobilienkonzern Vonovia, der bereits am Vorabend nachbörslich mit seinen Jahreszahlen wie von vielen befürchtet eine kräftige Dividendenkürzung verkündet hatte. Den Anlegern dürfte der verkleinerte Geldsegen wenig schmecken. Zudem erwartet das Management 2023 einen Gewinnrückgang.

Aktien der Deutschen Post sind derweil nach dem Jahresbericht des Konkurrenten Fedex ein Thema. Der US-Konzern hatte trotz eines schwierigen Geschäftsquartals seinen Ausblick kräftig angehoben, worauf nachbörslich der Fedex-Kurs in die Höhe geschnellt war. Der Ausblick sei allerdings dank erfolgreicher Sparanstrengungen verbessert worden, sagte ein Händler am Morgen. Die Auswirkungen auf die Post-Aktie seien daher womöglich begrenzt.

Gewinne an der Wall Street

Die US-Börsen haben am Donnerstag mit deutlichen Gewinnen geschlossen. Sie profitierten neben den zunehmenden Hoffnungen auf eine weniger rigide Geldpolitik auch von positiven Nachrichten aus dem Bankensektor. Der Leitindex Dow Jones Industrial zog nach anfänglichen Verlusten an und verabschiedete sich mit einem Plus von 1,17 Prozent bei 32.246 Punkten aus dem Handel. Der Nasdaq 100, der viele zinssensible Technologiewerte enthält, sprang sogar um 2,7 Prozent hoch auf 12.581 Punkte.

Gewinne in Asien

Auch in Asien hat an den Börsen im internationalen Kontext Erleichterung über die jüngsten Entwicklungen geherrscht. In Tokio zog der Leitindex Nikkei 225 um 1,2 Prozent auf 27.333,79 Punkte an. Noch etwas größer waren die Gewinne im Hongkonger Hang-Seng-Index, der technologielastig ist und im Schlepptau der US-Börse Nasdaq 1,4 Prozent zulegte. Der CSI-Index mit den 300 wichtigsten Werten der Börsen Shanghai und Shenzhen gewann im späten Handel 1,2 Prozent.

Renten

Bund-Future                135,8800           +0,01%

Devisen: Euro legt leicht zu

Der Euro hat am Freitag im frühen Handel leicht zugelegt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,0650 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag noch etwas tiefer auf 1,0595 Dollar festgesetzt.

Zum Ausklang einer sehr turbulenten Handelswoche stehen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Programm. In der Eurozone werden Inflationsdaten erwartet, in den USA werden Produktionsdaten aus der Industrie und eine Umfrage zur Verbraucherstimmung veröffentlicht.

Der Euro hat eine wilde Woche hinter sich. Für hektisches Auf und Ab sorgten die Bankenturbulenzen in den USA und Europa. Stark belastet wurde die Gemeinschaftswährung zur Wochenmitte, als neue Probleme der Schweizer Großbank Credit Suisse bekannt wurden und Sorgen um die europäischen Geldhäuser aufkamen. Mittlerweile hat sich die Lage etwas beruhigt und der Euro von seinem Einbruch moderat erholt.

Euro/USD                    1,06449             +0,32%

USD/Yen                     133,0565            -0,50%

Euro/Yen                     0,98650             +0,03%

Ölpreise steigen leicht

Die Ölpreise sind am Ende einer turbulenten Woche leicht gestiegen. Am Freitagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai 74,98 US-Dollar. Das waren 28 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur April-Lieferung stieg um 26 Cent auf 68,61 Dollar.

Die Ölpreise haben eine Woche mit herben Verlusten hinter sich. Im Tief fielen die Preise auf ihren niedrigsten Stand seit Ende 2021. Zur Belastung wurden Sorgen um den Bankensektor - zunächst in den USA, später in Europa. Ausschlaggebend waren Probleme einzelner Banken, die jedoch auf die gesamte Branche ausstrahlten.

Die Rohölpreise werden in unruhigen Marktphasen häufig in Mitleidenschaft gezogen, da Erdöl als riskante Anlageklasse gilt. Besonders deutlich sind die Rückschläge, wenn Auswirkungen auf die Wirtschaft und damit auf die Erdölnachfrage möglich erscheinen. Ängste vor einer Bankenkrise gehören in diese Kategorie.

Brent                          75,34                +0,64 USD

WTI                            68,93                      +0,58 USD

Umstufungen von Aktien

- CREDIT SUISSE HEBT ZIEL FÜR LANXESS AUF 47 (42) EUR - 'OUTPERFORM'

- GOLDMAN HEBT SYMRISE AUF 'BUY' (NEUTRAL) - ZIEL 117 (116) EUR

- JEFFERIES SENKT ZIEL FÜR EVONIK AUF 17,70 (18,80) EUR - 'HOLD'

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR SUSE AUF 20 (19) EUR - 'NEUTRAL'

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR SYNLAB AUF 8,60 (8,30) EUR - 'NEUTRAL'

- PARETO HEBT NEXUS AUF 'BUY' - ZIEL 61 EUR

- RBC HEBT ZIEL FÜR ADIDAS AUF 130 (110) EUR - 'SECTOR PERFORM'

- WDH/LBBW HEBT ZIEL FÜR TECHNOTRANS AUF 34 (30) EUR - 'KAUFEN'

- WDH/LBBW SENKT WACKER CHEMIE AUF 'HALTEN' (KAUFEN) - ZIEL 157 (156) EUR

- CREDIT SUISSE HEBT ZIEL FÜR FEDEX AUF 269 (257) USD - 'OUTPERFORM'

- MORGAN STANLEY HEBT NVIDIA AUF 'OVERWEIGHT' (EQUAL-WEIGHT) - ZIEL 304 (255) USD

- GOLDMAN HEBT NEL ASA AUF 'BUY' - ZIEL 20,60 NOK

- HSBC HEBT SOCIETE GENERALE AUF 'BUY' - ZIEL 33 EUR

- HSBC SENKT KBC AUF 'HOLD' - ZIEL 68 EUR

- JPMORGAN SETZT ADECCO UND RANDSTAD AUF 'NEGATIVE CATALYST WATCH'

- UBS HEBT LONDON STOCK EXCHANGE AUF 'BUY' (NEUTRAL) - ZIEL 8700 (8500) PENCE

- WDH/LBBW SENKT ZIEL FÜR CREDIT SUISSE AUF 1,90 (3,30) CHF - 'HALTEN'

Termine Unternehmen

07:00 DEU: Vonovia, Jahreszahlen (detailliert)

08:00 DEU: Deutsche Bank, Geschäftsbericht

10:15 DEU: Bechtle, Jahreszahlen (detailliert)

11:00 DEU: Altana, Jahreszahlen (Online-Pk)

Termine Konjunktur

08:00 DEU: Baugenehmigungen 01/23

08:00 DEU: Insolvenzen, Dezember und Jahr 2022 + Trendindikator für Februar 2023

10:00 ITA: Handelsbilanz 01/23

11:00 EUR: Verbraucherpreise 02/23 (endgültig)

11:00 EUR: Arbeitskosten Q4/22

11:00 EUR: Verbraucherpreise 02/23 (endgültig)

12:00 FRA: OECD legt Wirtschaftsausblick vor

14:15 USA: Industrieproduktion 02/23

14:15 USA: Kapazitätsauslastung 02/23

15:00 USA: Frühindikator 02/23

15:00 USA: Uni Michigan Verbrauchervertrauen 03/23 (vorläufig)

EUR: S&P Ratingergebnis Belgien, Spanien, Kroatien, Saudi-Arabien, Belarus

EUR: Moody's Ratingergebnis Griechenland, Luxemburg, Saudi-Arabien

EUR: Fitch Ratingergebnis Türkei

Sonstige Termine

09:00 DEU: Bundeskanzler Olaf Scholz empfängt EU-Ratspräsident Charles Michel

09:00 DEU: BGH verkündet Urteil: Brauchen Wohnungseigentümer nach neuem Recht für jede bauliche Veränderung zwingend einen Beschluss der Gemeinschaft?, Karlsruhe

09:30 DEU: Bundesverfassungsgericht veröffentlicht weitere Entscheidung zur Umstellung der Körperschaftsteuer

09:30 DEU: Fortsetzung im Prozess um «Cum-Ex»-Aktiendeals gegen den Steuerrechtsanwalt Hanno Berger

10:00 DEU: Oberverwaltungsgericht verhandelt Streit um Rückforderung von Corona-Soforthilfen, Münster

11:00 DEU: Pressegespräch der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Vorstellung der «Eckpfeiler einer neuen China-Strategie» mit den stellvertretenden CDU/CSU-Bundestagsfraktionsvorsitzenden Jens Spahn und Johann David Wadephul

12:00 DEU: Jahrespressekonferenz Hessisches Kraftfahrzeuggewerbe, Frankfurt/M.

DEU: Bundeskanzler Olaf Scholz reist zu den ersten deutsch-japanischen Regierungskonsultationen

DEU: Start der Messe «Invest», Stuttgart

DEU: Großer Verfallstag an der Börse, Frankfurt/M.

Redaktion onvista/dpa-AFX

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