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Gerresheimer: Aktie legt kräftig zu - UBS lobt bestätigten Ausblick

dpa-AFX · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Der Pharma-Verpackungshersteller Gerresheimer sieht sich trotz eines trägen ersten Halbjahres auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Neu anlaufende Produktionslinien und auslaufende Belastungen durch den Lagerbestandsabbau bei den Kunden sollten zu einer deutlichen Belebung im zweiten Geschäftshalbjahr (bis Ende November) führen.

Gleichwohl dürfte das Umsatzwachstum aber eher am unteren Ende der Prognosespanne liegen, sagte Finanzchef Bernd Metzner. Mit Blick auf die Gewinnprognose soll das eine bessere Profitabilität wettmachen. Im kommenden Jahr soll das Wachstum zudem wieder anziehen.

Die Gerresheimer-Aktie legte kurz nach dem Handelsstart deutlich auf 108 Euro zu, schwächelten dann aber etwas. Zuletzt hielten sich die Papiere knapp in der Gewinnzone. Investoren seien mit Blick auf die Jahresziele vorsichtig gewesen, schrieb Analyst Olivier Calvet von der Schweizer Großbank UBS in einer ersten Einschätzung.

Das Gerresheimer-Management habe diese nun aber bestätigt. Ähnlich äußerte sich David Adlington von JPMorgan: Die Bestätigung der Ziele sollte für Erleichterung sorgen, vor allem, falls das Management die Zuversicht der Anleger am Vormittag in der Telefonkonferenz untermauern könne.

Den Lagerabbau bekam erneut vor allem das Geschäft mit pharmazeutischen Primärverpackungen der Sparte PPG rund um Glas-Fläschchen, Karpulen und Ampullen zu spüren. So hatten viele Pharmaunternehmen in der Corona-Pandemie mehr gekauft, als sie am Ende brauchten. Diese Bestände bauen sie daher erst einmal ab. Die Erlöse der Sparte sanken im zweiten Quartal denn auch erneut.

Besser lief es im Geschäftsbereich Plastics & Devices mit dem Fokus unter anderem auf Kunststoffverpackungen, vorfüllbare Spritzen, Inhalatoren und Pens. Der Bereich wuchs im zweiten Quartal zwar langsamer als zum Jahresstart, brachte es aber noch auf ein Umsatzplus von 6,7 Prozent.

Insgesamt schaffte Gerresheimer im zweiten Geschäftsquartal (bis Ende Mai) ein Umsatzwachstum von gut einem halben Prozent auf 502,4 Millionen Euro. Aus eigener Kraft - also vor Übernahmen und Wechselkurseffekten - betrug das Wachstum 0,7 Prozent, womit sich für das erste Halbjahr ein Anstieg von 1,7 Prozent ergibt. Im Gesamtjahr sollen es weiterhin plus 5 bis 10 Prozent aus eigener Kraft werden, wobei nun eher das untere Ende im Fokus steht. Im kommenden Jahr sollen es dann wieder plus 10 bis 15 Prozent werden.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) soll 2024 organisch 430 bis 450 Millionen Euro erreichen. Nach einer Stagnation bei gut 107 Millionen Euro im zweiten Jahresviertel stehen hier nach sechs Monaten gut 188 Millionen Euro in den Büchern.

Unter dem Strich entfiel auf die Anteilseigner im ersten Halbjahr ein Ergebnis von 45,5 Millionen Euro nach 46,5 Millionen ein Jahr zuvor. Das lag unter anderem an höheren Abschreibungen.

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