Lohnwachstum in Großbritannien bleibt kräftig und spricht gegen frühe Zinswende

Reuters · Uhr

London (Reuters) - In Großbritannien hat sich das kräftige Lohnwachstum vor der Anfang August anstehenden Zinssitzung der Notenbank leicht abgeschwächt.

Die Grundgehälter lagen in den Monaten März bis Mai um 5,7 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr, wie das Nationale Statistikamt ONS am Donnerstag mitteilte. Dies ist der niedrigste Wert seit dem Sommer 2022. Experten hatten mit dem Zuwachs von 5,7 Prozent gerechnet, nach einem Wert von 6,0 Prozent im Zeitraum Februar bis April. Die Bank of England (BoE), die am 1. August wieder über die Leitzinsen entscheidet, strebt eine Inflationsrate von 2,0 Prozent an.

Sie beobachtet dabei auch den Arbeitsmarkt und die Entwicklung des Lohnwachstums genau. Dieses gilt trotz der jüngsten Abschwächung als immer noch zu hoch, um die Inflationsrate insgesamt nachhaltig in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels drücken zu können. Laut Yael Selfin, Chefökonomin bei KPMG UK, ist die Bank of England (BoE) womöglich nicht bereit, eine Zinssenkung im August zu riskieren, bevor sich der Arbeitsmarkt ausreichend abgekühlt hat.

Die Inflation erweist sich ohnehin als zäher als gedacht. Die Teuerungsrate bei den Verbraucherpreisen schwächte sich entgegen der Erwartungen der Experten im Juni nicht weiter ab und verharrte bei 2,0 Prozent. Kräftige Preissteigerungen in der Hotellerie trugen mit dazu bei, dass sich die Teuerungsrate nicht verringerte. Dies dürfte Sorgen der BoE mit Blick auf den anhaltend starken Preisauftrieb im Servicebereich nähren. Diese Erwägungen könnten aus Sicht der Finanzmärkte mit dazu beitragen, dass die Zinssenkung erst im September über die Bühne gehen wird.

(Bericht von William Schomberg, geschrieben von Reinhard Becker, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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