Kurseinbruch bei Sartorius-Aktie

Obwohl die Gewinnwarnung von Sartorius erwartet worden war, fiel die Kursreaktion am Freitagmorgen drastisch aus: Die Aktien des Laborspezialisten brachen auf Xetra um 15 Prozent ein und gaben damit drei Viertel der seit Anfang Juli erzielten Erholungsrallye wieder ab. Die Aktien der Tochtergesellschaft Sartorius Stedim Biotech verloren in Paris sogar 16 Prozent. Am Donnerstagabend hatte Sartorius die Halbjahreszahlen veröffentlicht und die Prognose nach unten korrigiert.
Der Auftragseingang des zweiten Quartals habe fünf Prozent unter dem auf dem Kapitalmarkttag im Mai avisierten Niveau gelegen, schrieb Analyst Falko Friedrichs von der Deutschen Bank. Dabei seien die Aufträge in beiden Geschäftsbereichen gesunken, was schon beunruhigend sei.
Die reduzierte Prognose für 2024 bedeute für die Markterwartungen Korrekturbedarf beim bereinigten operativen Ergebnis von 10 Prozent, so Friedrichs. Die Ziele für 2024 seien nun zumindest kaum noch risikobehaftet, 2025 bleibe aber eine "Black Box".
Odysseas Manesiotis von der Privatbank Berenberg schaut sogar skeptisch Richtung 2028. Die mittelfristigen Ziele seien zwar zunächst nicht angetastet worden, das Management habe allerdings die hohe Unsicherheit betont und so beim Festhalten nicht wirklich überzeugt. Er sieht am Markt steigende Befürchtungen, dass die Ziele mit der Jahresbilanz 2024 dann doch noch fallen.
Sartorius-Aktien sind mit minus 37 Prozent schwächster Dax -Wert des Jahres. Bis zum Jahrestief bei knapp unter 200 Euro ist es nicht mehr weit. Das Rekordhoch von mehr als 600 Euro zum Höhepunkt der Corona-Krise ist mittlerweile weit entfernt. (mit Material von dpa-AFX)