Nach dem Absturz: Die Profis werden vorsichtiger

Von wegen Sommerflaute: Die erste Augusthälfte liegt hinter uns, und sie war schon sehr turbulent. Ein Tag voller Panik brachte die Finanzmärkte rund um den Globus ins Trudeln – mit fast schon historischen Abstürzen. So sackte der Nikkei-225-Index in Japan am Montag, den 5. August, um zwölf Prozent ab.
Auch einige andere Daten der Kapitalmärkte erreichten zuletzt historische Ausmaße: Einmal mehr stand hier Nvidia im Fokus. Der große KI-Profiteur verlor an einem Handelstag fast 300 Milliarden Dollar an Wert. Einen solchen Einbruch bei einem einzelnen Wert hat es in der Börsengeschichte noch nicht gegeben.
Nvidia verliert mehr als SAP überhaupt wert ist
Nur zur Einordnung: Mit SAP bringt es das größte deutsche börsennotierte Unternehmen auf einen Marktwert von 230 Milliarden Euro, umgerechnet rund 252 Milliarden Dollar. Dafür hat der global agierende Softwarekonzern rund 50 Jahre benötigt. Im Gegensatz dazu hat Nvidia an nur einem Handelstag mehr als diesen Gegenwert an der Börse eingebüßt.
In diesem Umfeld stellt sich nun die Frage: Wie ist die Stimmung an der Börse im Sommer 2024? Wichtige Erkenntnisse dazu liefert monatlich die große Fondsmanager-Umfrage der Bank of America. In der August-Umfrage wird deutlich: Die Profis nehmen etwas Risiko raus. Das lässt sich an zwei Indikatoren direkt ablesen. So ist die Cashquote der Fondsmanager von 4,1 auf 4,3 Prozent gestiegen.
Das hört sich nicht nach viel an. Doch als Basis dienen hier reine Aktienfonds, bei denen die Cashquoten in der Regel nur im Bereich von vier bis sechs Prozent schwanken. Und nach vielen Monaten mit Rückgängen ist das vielleicht schon eine Trendwende hin zu höheren Cashquoten bei den Fondsmanagern. Gleichzeitig haben die Profis den Aktienanteil in den Portfolios verringert und mehr Anleihen aufgenommen.
US-Rezession ist jetzt das größte Risiko für die Profis
Aufschlussreich war auch das Ergebnis hinsichtlich der aktuell größten Risiken. Hier nimmt eine mögliche US-Rezession die Spitzenposition ein. Direkt dahinter folgen die geopolitischen Risiken. Die Gefahr einer wieder ansteigenden Inflation, vor allem in den USA, folgt erst auf dem dritten Platz. Nachdem dies in den vergangenen Monaten immer das größte Risiko war.
Bezogen auf die Zinswende liefert die Fondsmanager-Umfrage ebenfalls klare Ergebnisse. So erwarten die Profis – wenig überraschend – den Start der US-Zinswende für den kommenden September. Dabei halten sie auf Sicht der kommenden zwölf Monate vier oder mehr Zinsschritte für das wahrscheinlichste Szenario.
Aus der Umfrage wird also klar: Es herrscht aktuell etwas Vorsicht bei den Investment-Profis aus der Fondsbranche – doch von Panik, wie sie Anfang des Monats kurz zu spüren war, sind wir schon wieder weit entfernt.