Wahlumfrage - Saied vor Erdrutschsieg bei Wahlen in Tunesien

Reuters · Uhr
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Tunis (Reuters) - Bei der Präsidentschaftswahl in Tunesien zeichnet sich einer Wahlumfrage zufolge ein klarer Sieg des umstrittenen Amtsinhabers Kais Saied ab.

Nach einer Nachwahlbefragung des Meinungsforschungsinstituts Sigma kommt Saied auf 89,2 Prozent der Stimmen, wie das staatliche Fernsehen am Sonntag nach Schließung der Wahllokale berichtete. "Das ist die Fortsetzung der Revolution. Wir werden das Land von den Korrupten, Verrätern und Verschwörern säubern und aufbauen", sagte Saied dem Sender in einer ersten Stellungnahme. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Wahlkommission bei 27,7 Prozent und damit nur halb so hoch wie bei der Stichwahl um das Präsidentenamt 2019. Das offizielle Wahlergebnis wird für Montagabend erwartet. Saieds Gegenkandidaten haben die Ergebnisse der Nachwahlbefragung bereits angezweifelt.

Der 66-jährige Saied trat gegen zwei Mitbewerber an: seinen ehemaligen Verbündeten und heutigen Kritiker, den Chef der Chaab-Partei, Zouhair Maghzaoui, und Ayachi Zammel.Letzterer galt als aussichtsreicher Herausforderer, bis er im Vormonat verhaftet und zu zwölf Jahren Haft verurteilt wurde.

Die politische Lage in dem nordafrikanischen Staat ist angespannt. Eine von Saied eingesetzte Wahlkommission hatte unter Protesten der Opposition drei weitere Präsidentschaftskandidaten von der Wahl ausgeschlossen. Tunesien, einst als einzige Demokratie aus dem Arabischen Frühling 2011 hervorgegangen, erlebt seit 2019 unter Saied einen politischen Wandel. Der Präsident hat seine Machtbefugnisse kontinuierlich ausgebaut. 2021 löste er das Parlament auf - ein Schritt, den die Opposition als Staatsstreich bezeichnete. Anschließend ließ er die Verfassung zu seinen Gunsten ändern. Saied weist Kritik an seinem Kurs zurück, er kämpfe gegen eine korrupte Elite im Land.

(Bericht von Tarek Amara, geschrieben von Katharina Loesche. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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