Dax rutscht unter 19.000-Punkte-Marke – Delivery-Hero-Aktie macht Vortagesverluste wett

Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag nach negativen Vorgaben aus den USA und von den asiatischen Börsen eingeknickt. Nach der jüngsten Stabilisierung fiel der Dax nach gut einer Stunde Handel unter die Marke von 19.000 Punkte und über 0,7 Prozent tiefer auf 18.957 Zähler.
Die Wallstreet drehte am Montag im Handelsverlauf deutlich nach unten. Chinas Festlandbörsen meldeten sich zwar mit optisch deutlichen Gewinnen aus der Feiertagspause zurück. Zufrieden waren Börsianer mit der Nachhol-Rally dennoch nicht, ebbte doch praktisch schon mit Handelsstart die Nachfrage ab. Der Hongkonger Hang-Seng-Index, der zuletzt nicht in Feiertagspause war, brach zeitweise um zehn Prozent ein und notierte zuletzt noch sieben Prozent im Minus.
Delivery Hero machen Vortagesverluste wett – Börsengang der Tochter Talabat im Fokus
Die Delivery-Hero-Aktie hat in einem schwachen Marktumfeld zugelegt und ihre Vortagesverluste aufgeholt. Gut eine Stunde nach Handelsbeginn notiert die Aktie mit mehr als 4,8 Prozent im Plus bei über 39,30 Euro. Damit hat die Aktie in diesem Jahr schon weit über 50 Prozent zugelegt.
Heute ist Kapitalmarkttag der 2018 übernommenen Lieferfirma Talabat. In Talabat ist das Geschäft im Nahen Osten und Nordafrika gebündelt, zu dem nun Details veröffentlicht und Mittelfristziele bekannt genannt wurden. Das Geschäft soll noch im vierten Quartal an die Börse in Dubai kommen.
JP Morgen ist für die Aktie des MDax-Konzerns optimistisch gestimmt. Der JPMorgan-Experte Marcus Diebel hält an seiner Erwartung fest, dass der Essenslieferdienst in den kommenden zwölf Monaten eine bedeutende Wiederbelebung erfahren werden. Das Unternehmen sei bilanziell gut aufgestellt, aber noch wichtiger sei, dass sich die aktuellen Marktbedingungen im dritten Quartal weiter stabilisiert hätten. Dies sei ein Schlüsselfaktor für die Barmittelflüsse und eine entsprechende Neubewertung des gesamten Sektors.
Die Aktien von Delivery Hero haben seit Anfang August einen sehr starken Lauf hinter sich. Waren sie damals noch zu gut 18 Euro zu haben, hat sich der Kurs mittlerweile mehr als verdoppelt. Aufbruchstimmung unter den Anlegern gibt es neuerdings wegen des stabilisierten Südkorea-Geschäfts und der Perspektive, dass die rasant wachsende Nahost- und Nordafrika-Marke Talabat an die Börse geht. Zuvor waren Anleger seit dem Rekordhoch aus der Corona-Zeit viel Kummer gewohnt, wie der Einbruch vom 145-Euro-Rekordhoch bis auf das Jahrestief von knapp unter 15 Euro zeigt.
Experten: Hurrikan Helene kostet Versicherer bis zu 14 Milliarden Dollar
Die Zerstörungen durch Hurrikan "Helene" in den USA könnte die Versicherungsbranche Experten zufolge eine zweistellige Milliardensumme kosten. Die Risikospezialisten von Moody's RMS schätzen die versicherten Schäden durch Sturm, Wind und Überschwemmungen auf 8 bis 14 Milliarden US-Dollar (7,3 bis 12,8 Mrd Euro), wie sie am Montagabend in Newark mitteilten. Weitere Schäden von möglicherweise mehr als 2 Milliarden Dollar dürften von der staatlichen Flutschadenversicherung (NFIP) abgedeckt werden, berichtete die Tochter der bekannten Ratingagentur Moody's weiter.
Helene war Ende September als Hurrikan im Nordwesten Floridas auf Land getroffen. Der Sturm schwächte sich dann ab, sorgte auf seinem Weg Richtung Norden aber für schwere Überschwemmungen und Zerstörung. Mehr als 200 Menschen in sechs Bundesstaaten kamen nach übereinstimmenden Medienberichten ums Leben - in Florida, Georgia, North Carolina, South Carolina, Tennessee und Virginia.
Die von Moody's RMS geschätzten Versicherungsschäden umfassen neben der Beschädigung von Gebäuden auch Betriebsunterbrechungen in Unternehmen.
Redaktion onvista/dpa-AFX