Kolumne von Heiko Böhmer 19.10.2024

Profis erwarten weiter steigende Kurse

Heiko Böhmer · Uhr
Quelle: Pixels Hunter/Shutterstock.com

Die aktuellen Wirtschaftsdaten und die Börsenentwicklung in Deutschland scheinen nicht zusammenzupassen. Einerseits gibt es eine Rezession, andererseits erreicht der Dax regelmäßig neue Rekorde. Bis jetzt hat der Dax in diesem Jahr um rund 15 Prozent zugelegt. Die Frage ist, ob der Aufschwung weitergeht oder die Wirtschaftsdaten wieder in den Fokus rücken.

Die monatliche Umfrage der Bank of America unter globalen Fondsmanagern zeigt: Der Optimismus steigt, und Aktien gewinnen weiter an Attraktivität. Besonders aufgrund der US-Zinswende und der chinesischen Stützungsmaßnahmen ist der Optimismus der Fondsmanager im Oktober deutlich gestiegen, ähnlich wie zuletzt im Juni 2020. Ein Zeichen dafür ist der Rückgang der Cash-Quote auf nur 3,9 Prozent, der niedrigste Wert seit Mitte 2021. Gerade diese Einstellung der Fondsmanager sendet ein weiteres positives Signal. 

Auch die größten Risiken an den Kapitalmärkten wurden abgefragt. Tatsächlich ist das eine regelmäßige Frage bei der monatlichen Umfrage: So führen die geopolitischen Risiken mit 33 Prozent, gefolgt von Inflationssorgen (26 Prozent). Die Angst vor einer US-Rezession sank auf 19 Prozent und ist damit vom ersten auf den dritten Platz abgerutscht. 

Stichwort Zinswende: Nach dem Zinsrückgang in den USA erwarten die Fondsmanager durchschnittlich Zinssenkungen von 160 Basispunkten in den nächsten zwölf Monaten. Außerdem hat sich die Stimmung in Bezug auf China verbessert: 48 Prozent erwarten eine stärkere chinesische Konjunktur.

„Magnificent 7“: Der Einfluss geht zurück 

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage ist der Rückgang der Bedeutung der „Magnificent 7“ Aktien, die immer noch den ersten Platz bei den am meisten gehandelten Positionen einnehmen, aber mit abnehmendem Anteil (43 Prozent).

Auch die Auswirkungen der US-Wahl wurden von den Fondsmanagern eingeschätzt. Mit 47 Prozent erwarten sie die größten Folgen für die Handelsbeziehungen der USA. Deutlich dahinter folgen Geopolitik (15 Prozent) und Steuern (11 Prozent). Schon bei der nächsten Umfrage im November wird dann der Ausgang der Präsidentenwahl in den USA mit in die Ergebnisse der Umfrage einfließen. 

Fazit: Der Optimismus der Profis wächst weiter. Aktien bleiben die attraktivste Anlageklasse, während Anleihen durch die Zinswende an Attraktivität verlieren. Es bleibt abzuwarten, ob der Optimismus im vierten Quartal zu einer Jahresendrallye führt, nachdem viele Indizes bereits um 15 Prozent gestiegen sind. Trotz des Optimismus bleibt eine überzogene Euphorie aus – was positiv zu bewerten ist.

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