Börse am Morgen 30.10.2024

Dax mit moderaten Verlusten – Gewinn bei VW sackt ab – Gold erreicht neues Allzeithoch

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Quelle: viewimage/Shutterstock.com

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Mittwochmorgen Zurückhaltung an den Tag gelegt. Der Dax fiel im frühen Handel um 0,36 Prozent auf 19.407 Punkte.

Zu viele Unsicherheiten wie die anstehende US-Präsidentschaftswahl, Quartalszahlen großer Tech-Konzerne sowie wichtige anstehende Konjunkturdaten lassen Marktteilnehmer vorsichtiger werden. Unter anderem stehen deutsche Verbraucherpreise auf der Agenda. Zudem gibt es Zahlen zum Wirtschaftswachstum in der Eurozone und den USA.

In diesem Umfeld wird es dem Dax schwerfallen, seinen kurzfristigen Aufwärtstrend intakt halten zu können. Die Konsolidierungsneigungen nehmen zu und immer mehr Investoren stellen sich auf die sichere Seite. 

Andreas Lipkow (Marktexperte)
onvista Bilanz-Analyse
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VW-Konzern wegen Branchenschwäche und Umbau mit Gewinneinbruch

Volkswagen hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres wie erwartet einen herben Gewinneinbruch erlitten.

Quartalszahlen Q3/24 Volkswagen im Überblick

Ein schwaches Branchenumfeld mit weniger Fahrzeugverkäufen sowie der angestoßene Kapazitäts- und Stellenabbau im Konzern sorgten für eine Milliardenbelastung.

Höhere Fixkosten und erhebliche Umbaukosten unter anderem für das vor dem Aus stehende Brüsseler Werk der Tochter Audi sorgten für Belastung. Die Werte fielen schwächer aus als von Analysten ohnehin befürchtet. Unter anderem, weil es für VW auch im einstigen Wachstumsmotor China schlecht läuft, sackte der Konzerngewinn gar um 64 Prozent ab. Der Umsatz fiel dagegen nur um ein halbes Prozent.

Die im September erneut gesenkte Jahresprognose hielt das Management um Vorstandschef Oliver Blume aufrecht. Blume hat im Konzern den Rotstift angesetzt und will Milliarden einsparen, um insbesondere die renditeschwache Kernmarke VW Pkw wieder auf Trab zu bringen. Laut dem Betriebsrat will der Vorstand mindestens drei deutsche VW-Werke schließen und den Rest schrumpfen, Zehntausenden Beschäftigten soll gekündigt werden.

Auch empfindliche Gehaltseinbußen stehen im Raum. Die Arbeitnehmer haben erbitterten Widerstand angekündigt und fordern umfassendere Rezepte als nur die Arbeits- und Fabrikkosten in den Blick zu nehmen. An diesem Mittwoch findet die nächste Gesprächsrunde zwischen Unternehmen und der Gewerkschaft IG Metall zum VW-Haustarif statt.

Goldpreis erreicht weiteres Rekordhoch – Unsicherheit über Ausgang der US-Wahlen

Der Goldpreis hat seine Rekordjagd am Mittwoch fortgesetzt. Seit mittlerweile drei Wochen befindet sich die Notierung für das Edelmetall im Höhenflug, angetrieben von der Spekulation auf sinkende Zinsen und zuletzt auch durch Unsicherheit über den Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA. Am Morgen wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) an der Börse in London bei 2.789 US-Dollar gehandelt und damit so hoch wie noch nie. Zuvor hatte die Notierung am Dienstag einen Rekordwert erreicht.

Auch in Euro gerechnet erreichte die Notierung zur Wochenmitte ein Rekordhoch, bei 2.577 Euro je Unze. Seit drei Wochen geht es mit dem Goldpreis nach oben. In dieser Zeit ist das Edelmetall fast sieben Prozent teurer geworden. Mittlerweile ist der Wert seit Beginn des Jahres um ein Drittel gestiegen.

Marktbeobachter verwiesen auf die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA. Deren Ausgang gilt als denkbar eng, was bei Anlegern für Unsicherheit sorge und zu einer stärkeren Nachfrage nach dem sicheren Ablagehafen Gold führe.

Zudem sind Daten vom US-Arbeitsmarkt zuletzt besser als erwartet ausgefallen. Die Zahl der offenen Stellen war im September auf den niedrigsten Stand seit Anfang 2021 gefallen. Dies deutet auf einen weiter robusten Arbeitsmarkt in den USA hin, was der Notenbank des Landes Spielraum für eine weitere Zinssenkungen gibt.

Zu den stärksten Preistreibern beim Gold zählt die Spekulation auf sinkende Zinsen, nachdem große Zentralbanken wie die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank die Zinswende eingeläutet und ihre Leitzinsen gesenkt haben. Da Gold keine Marktzinsen abwirft, sorgt die Spekulation auf weiter sinkende Zinsen, etwa für Staatsanleihen, für mehr Nachfrage nach Gold.

Vor dem Hintergrund des Preisanstiegs hat der Branchenverband World Gold Council (WGC) einen Anstieg der Nachfrage verzeichnet. Im dritten Quartal sei die globale Nachfrage nach dem Edelmetall auf 1.313 Tonnen gestiegen, von knapp 1.252 Tonnen im Quartal zuvor, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Dies sei der höchste Wert, der in einem dritten Quartal verzeichnet worden sei.

UBS-Aktie zieht an - Quartalszahlen überzeugen

Aktuelle Geschäftszahlen und Fortschritte bei der Integration der Credit Suisse haben der UBS-Aktie Rückenwind verliehen. Der Kurs stieg gut eine Stunde nach Handelsbeginn um 2,4 Prozent auf 29,14 Franken und damit auf den höchsten Stand seit der Weltfinanzkrise 2008. Damit bringt es die UBS nun auf einen Börsenwert von rund 100 Milliarden Franken.

Die Schweizer Großbank hatte im dritten Quartal einen Milliardengewinn erzielt und dabei die Markterwartungen erneut deutlich übertroffen. Entgegen den Erwartungen weist zudem die Ertragsentwicklung im Jahresvergleich positive Vorzeichen auf. Mit Ausnahme der Vermögensverwaltung hätten sämtliche übrigen Bereiche beim Geschäftsertrag besser als erhofft abgeschnitten, hieß es am Markt.

Punkten kann das Unternehmen auch mit den Aussagen zum laufenden vierten Quartal. Ähnliches gilt für die rasch voranschreitende Integration der Credit Suisse. Der Umbau komme gut voran, schrieb etwa Analyst Kian Abouhossein in von der Bank JPMorgan in einer ersten Reaktion. Dies werde an der Börse ebenso wenig honoriert wie das Potenzial als weltweit größter Vermögensverwalter.

Vontobel-Analyst Andreas Venditti äußerte sich ebenfalls positiv. Den Ausblick und die Unternehmensäußerungen zu den Kundenaktivitäten beurteilt er als positiv.

Spaniens Wirtschaft wächst stärker als erwartet

Spaniens Wirtschaft hat in den Sommermonaten das vergleichsweise hohe Wachstumstempo überraschend halten können. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt im Quartalsvergleich um 0,8 Prozent zu, wie das Statistikamt INE am Mittwoch in Madrid nach einer ersten Schätzung mitteilte. Analysten hatten für die Monate Juli bis Ende September im Schnitt mit einem schwächeren Wachstum von 0,6 Prozent gerechnet.

Bereits im zweiten Quartal war die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone um 0,8 Prozent gewachsen. Im Jahresvergleich meldet das Statistikamt für das dritte Quartal ein Wachstum um 3,4 Prozent.

Redaktion onvista/dpa-AFX

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