Dax legt deutlich zu - Siemens und Deutsche Telekom nach Zahlen gefragt

Der Dax startete mit einer Aufwärtskurslücke in den Handel und legte im weiteren Handelsverlauf kräftig zu. Am Ende des Tages stand ein Plus von 260 Punkten oder 1,37 Prozent auf 19.263 Punkte zu Buche.
"Die Jahresendrallye dürfte noch zu Ende gefahren werden", prognostizieren die Autoren des Börsenbriefs "Fuchskapital" in der aktuellen Ausgabe. Der Dax nehme immer wieder Anlauf auf sein Rekordhoch. Er "tut sich aber schwer, die Marke von 20.000 Punkten zu überwinden". Sein US-Pendant, der Dow Jones Industrial, habe sich derweil "bei knapp über 44.000 Punkten festgefahren".
Zum Jahreswechsel könnte es für die Börsen nach Ansicht der Fuchs-Experten endgültig schwierig werden. Sie befürchten angesichts der jüngsten Konjunkturdaten, dass die Luft für weitere Zinssenkungen der US-Notenbank Fed dünn wird. Dies zeige etwa der überraschend deutliche Anstieg der US-Erzeugerpreise - am Donnerstag bewegten diese die Kurse allerdings kaum.
Siemens Tagesgewinner
Siemens war Tagesgewinner im deutschen Leitindex mit einem Zugewinn von über vier Prozent. Die Münchner erzielten im abgelaufenen Geschäftsjahr Rekordgewinne und bleiben weiter optimistisch. Der Technologiekonzern hat sich trotz eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes für das neue Geschäftsjahr ein weiteres Wachstum auf die Fahnen geschrieben. Beitragen soll dazu insbesondere das Geschäft mit intelligenter Infrastruktur sowie die Zugsparte Mobility. Bauen kann Siemens dabei auf ein robustes Auftragsbuch. Viel wird davon abhängen, wann sich das zur Sparte Digital Industries gehörende Automatisierungsgeschäft erholt. Trotz der Schwäche des Bereichs erzielte Siemens im vergangenen Geschäftsjahr einen Rekordgewinn.
Bernstein-Analyst Nicholas Green bezeichnete den Ausblick als solide und attestierte dem Technologiekonzern für das vergangene Geschäftsjahr eine starke Performance. Dazu trug auch ein robustes viertes Quartal bei, das "durch die Bank über den Erwartungen" gelegen habe, so Andrew Wilson von JPMorgan.
Siemens profitiere "von der anhaltend großen Nachfrage bei der Elektrifizierung, Mobilität und unseren industriellen Software-Angeboten", sagte Konzernchef Roland Busch auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in München. Im neuen Geschäftsjahr 2024/25 (per Ende September) soll der Umsatz auf vergleichbarer Basis um drei bis sieben Prozent steigen. Herausgerechnet sind Währungs- und Portfolioeffekte. Dabei sitzt Siemens auf einem Auftragsbestand von 113 Milliarden Euro.
Infineon und Deutsche Telekom gefragt
Ebenfalls gefragt waren Infineon und die Deutsche Telekom, der Konzern vermeldete Quartalsergebnisse. Der Umsatz zog um etwas mehr als drei Prozent auf 28,5 Milliarden Euro an, wie das im Dax notierte Unternehmen am Donnerstag in Bonn mitteilte. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen inklusive Leasingkosten (Ebitda AL) stieg um knapp sechs Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich verdiente die Deutsche Telekom rund drei Milliarden Euro - ein Plus von 54 Prozent.
Beim operativen Gewinn rechnet der Konzern im laufenden Jahr jetzt mit einem Anstieg von etwas mehr als sechs Prozent auf rund 43 Milliarden Euro - damit liegt die neue Prognose circa 100 Millionen Euro über dem alten Ziel. Das Ziel für den Zahlungsmittelzufluss (Free Cashflow) wurde wie das für den Gewinn je Aktie bestätigt. (mit Material von dpa-AFX)