Dax Tagesrückblick 07.04.2025

US-Zollpolitik löst weltweites Börsenbeben aus: Erneut sehr hohe Verluste nach wildem Ritt

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Quelle: Shutterstock.com/CryptoFX

Der Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt wegen der rabiaten US-Zollpolitik und deren Folgen hat sich am Montag fortgesetzt. Mit einem Minus von 4,13 Prozent auf 19.789 Zähler konnte der Leitindex Dax seinen zum Auftakt verbuchten Verlust von über zehn Prozent aber zumindest deutlich eindämmen. Dennoch war es der dritte tiefrote Handelstag in Folge - die Kursgewinne von bis zu knapp 18 Prozent seit Jahresbeginn sind Geschichte.

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Am Nachmittag war der Dax vorübergehend bis auf fast 20.800 Punkte ins Plus gedreht und hatte so gemessen am Tagestief über 2.300 Punkte gutgemacht. Die Erholung, ausgelöst von einem Medienbericht über eine mögliche 90-tägige Zollpause, war aber nur von kurzer Dauer. Das Weiße Haus in Washington sprach gleich darauf von einer Falschnachricht.

Die US-Regierung will an ihrer drastischen Wirtschaftspolitik mit hohen Zöllen auf Importe aus der ganzen Welt festhalten, ungeachtet der von Präsident Donald Trump signalisierten Gesprächsbereitschaft mit betroffenen Ländern.

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Die Europäische Union bot derweil den USA eine Vereinbarung zur gegenseitigen Aufhebung aller Zölle auf Industriegüter an. Trotz der Zölle sei die EU bereit zu verhandeln, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel. Sie machte aber auch deutlich, dass neben den Verhandlungsbemühungen weiter mögliche Gegenmaßnahmen für den Fall eines Scheiterns von Verhandlungen vorbereitet würden.

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Analyst Mohit Kumar von Jefferies setzt darauf, dass Trump im Zolldrama in den nächsten Tagen doch noch einlenken könnte und dies auf eine Art, die es ihm ermögliche, die Sache als Sieg zu verkaufen. Aktienbesitz sei in den USA weit verbreitet und zahlreiche Vertreter der Politik hätten ebenfalls große Aktienpakete, begründete er den auch in den Vereinigten Staaten zunehmenden Druck auf Trump.

Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es am Montag um weitere 3,02 Prozent auf 24.640 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50, der schon am Freitag sein Jahresplus ausradiert hatte, verlor 4,6 Prozent. Weltweit setzte sich am Montag die Talfahrt an den Börsen fort: In Asien waren die wichtigsten Indizes deutlich abgesackt, und auch in New York gab es weitere Verluste: Der Leitindex Dow Jones Industrial stand zum europäischen Börsenschluss 2,8 Prozent tiefer, der technologielastige Nasdaq 100 verlor 1,7 Prozent.

Rüstungsaktien holen Verluste teilweise auf

Die am Montag anfangs besonders gebeutelten Rüstungstitel konnten sich mit dem Markt etwas berappeln. Im Dax büßten Rheinmetall zuletzt nur noch knapp 1,9 Prozent ein, während im MDax Hensoldt und Renk gut 2,4 beziehungsweise 2,8 Prozent verloren. Dennoch behaupten sie seit Jahresbeginn noch stattliche Kursgewinne - ähnlich wie Thyssenkrupp, die zuletzt von Fantasie für das U-Boot-Geschäft profitiert hatten und nun um circa 2,6 Prozent nachgaben.

Gewinnmitnahmen bestimmten auch bei einigen anderen bisherigen Überfliegern das Bild. So büßten im Dax Heidelberg Materials sowie noch deutlicher im Nebenwerte-Index SDax der Spezialchemiekonzern Alzchem sowie der Stahlhändler Klöckner & Co klar an Börsenwert ein.

Unternehmensnachrichten gerieten angesichts des düsteren Marktumfelds fast zur Nebensache.

Bayer wendet sich erneut an oberstes US-Gericht

Bayer entwickelten sich mit minus 1,3 Prozent etwas besser als der Dax. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern wendet sich in der Hoffnung auf eine Lösung der US-Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten erneut an das oberste Gericht des Landes. Laut einer Mitteilung vom Freitagabend wurde die Überprüfung des Falls "Durnell" beim US Supreme Court beantragt. Unklar ist, ob die Richter sich der Sache überhaupt annehmen. Die Leverkusener hoffen allerdings auf ein für sie positives Grundsatzurteil, das die Rechtsstreitigkeiten weitgehend eindämmen soll.

Qiagen eroberte mit circa plus 3,1 Prozent als einziger Dax-Gewinner die Indexspitze. Händler verwiesen auf überraschend gute Quartalszahlen und eine angehobene Gewinnprognose des Diagnostikspezialisten.

(mit Material von dpa-AFX)

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