Dax bleibt selbstbewusst – EZB will in Q2 Anleihe-Käufe deutlich ausweiten – Infineon von Verlusten erholt, Bayer nach starkem Vortag unter Druck, Hugo Boss mit Problemen

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Dax bleibt selbstbewusst – EZB will in Q2 Anleihe-Käufe deutlich ausweiten – Infineon von Verlusten erholt, Bayer nach starkem Vortag unter Druck, Hugo Boss mit Problemen

Die Aussicht auf mehr Tempo bei den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank hat die Nerven der Anleger am Donnerstag beruhigt. Dax und EuroStoxx50 bauten am Nachmittag ihre Gewinne aus, auch an den US-Börsen zeichnete sich eine festere Eröffnung ab. Der deutsche Leitindex stieg um 0,2 Prozent auf 14.558 Punkte, zwischenzeitlich markierte er auf Tagessicht das vierte Rekordhoch in Folge. Sein europäisches Pendant kletterte um 0,5 Prozent auf 3839 Zähler. Die Renditen an den europäischen Anleihemärkten gaben spürbar nach, der Euro gab einen Teil seiner Kursgewinne ab und stand bei 1,1942 Dollar.

Die EZB ließ die Leitzinsen unverändert und kündigte an, dass die Anleihe-Ankäufe im Rahmen des Kaufprogramms PEPP während des nächsten Quartals deutlich umfangreicher ausfallen werden als während der ersten Monate des Jahres. Damit habe die Zentralbank schnell auf den Renditeanstieg der vergangenen Wochen reagiert, sagte LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert. Steigende Anleiherenditen bedeuten höhere Finanzierungskosten und schmälern die Gewinne der Unternehmen.

Die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen Bonds aus Deutschland fiel in Reaktion auf die EZB um vier Basispunkte auf minus 0,363 Prozent. Auch die Verzinsungen italienischer, spanischer und portugiesischer Anleihen gaben deutlich nach. Es könne aber sein, dass einige Akteure die Entschlossenheit der EZB testen wollten, so dass sich der Trend wieder umkehren könnte, sagte Burkert. „Aber letztlich sitzt die Zentralbank am längeren Hebel, weil sie über unbegrenzte Munition verfügt.“

Knock-Outs zur Hugo Boss Aktie

Kurserwartung
Hugo Boss-Aktie wird steigen
Hugo Boss-Aktie wird fallen
Höhe des Hebels
510152030
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Rohstoffpreise ziehen wieder an

Am Rohstoffmarkt hob die endgültige Verabschiedung der billionenschweren Corona-Staatshilfen in den USA die Stimmung. „Nicht alle hatten damit gerechnet, dass das Paket das ursprünglich angepeilte Volumen haben wird“, sagte ein Börsianer. Der Preis für Kupfer stieg um 2,3 Prozent auf 9065 Dollar je Tonne. Das Industriemetall profitierte zudem von einem drohenden Streik in einer wichtigen chilenischen Kupfermine.

Der Ölsorte Brent aus der Nordsee verhalfen Konjunkturoptimisten zu einem Kursplus von 1,4 Prozent auf 68,87 Dollar je Barrel (159 Liter). Bestärkt würden sie vom überraschend deutlichen Rückgang der US-Benzinbestände, sagte Stephen Innes vom Brokerhaus Axicorp.

Infineon von Verlusten erholt

Bei den Einzelwerten waren die Kursbewegungen wie zuletzt von wechselnden Branchenpräferenzen geprägt. Im derzeit besonders schwankungsreichen Technologiesektor erholten sich die Aktien von Infineon im Dax um über dreieinhalb Prozent von ihrem verlustreichen Vortag. Auch die Aktien von Corona-Gewinnern waren dieses Mal wieder gefragt: Delivery Hero legten als Dax-Spitzenreiter um fast vier Prozent zu und Hellofresh im MDax um rund sechs Prozent.

Die zuletzt als Zykliker favorisierten Banken- und Autowerte waren dagegen unter den Verlierern zu finden. Papiere der Deutschen Bank und von Volkswagen büßten zwischen anderthalb und zwei Prozent ein. Die Aktien von BMW weiteten ihr Minus sogar auf dreieinhalb Prozent aus. In den vom Autobauer vorgelegten Eckdaten sahen Experten aber nicht viele Neuigkeiten.

Bayer unter Druck

Die Anteilsscheine von Dax-Schlusslicht Bayer rutschten um 3,7 Prozent ab. Hier drehte der Kurs scharf, nachdem am Vortag neue Mittelfristziele sehr gut angekommen waren. Am Donnerstag gab es nun aber vereinzelt kritische Stimmen vor allem zu den Aussichten im Pharmageschäft.

Im MDax konnten sich die Aktien von K+S nach dem gestrigen Kurseinbruch um mehr als zweieinhalb Prozent erholen. Schwache Eckdaten und enttäuschende Ziele für 2021 waren schon bekannt, nun wurde den Aktionären für das vergangene Jahr auch die Dividende gestrichen.

Lanxess leidet unter Abverkauf

Beim Index-Schlusslicht Lanxess bestraften die Anleger enttäuschende Ziele mit einem Kursverlust von 4,8 Prozent nach einem Hoch seit zweieinhalb Jahren. Börsianer stellten fest, dass der Mittelwert der für 2021 vom Chemiekonzern angepeilten Zielspanne für den operativen Gewinn (Ebit) leicht unter den Markterwartungen liege.

Darüber hinaus berichtete der Modekonzern Hugo Boss über das vergangene Jahr. Die zuletzt gut gelaufenen Aktien büßten rund dreieinhalb Prozent ein. Börsianer bewerteten das Ergebnis im vierten Quartal als schwach und den Ausblick als zurückhaltend.

Etwas besser wurden Neuigkeiten von Hannover Rück aufgenommen: Die Aktien stiegen nach endgültigen Zahlen um 0,4 Prozent. Lob gab es am Markt für die Kapitalstärke des Rückversicherers. Euphorisch fiel die Kursreaktion angesichts einer gestrichenen Sonderdividende allerdings nicht aus.

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