Dax im Minus - Hongkong-Krise belastet

dpa-AFX

Börse in Frankfurt

Dax im Minus - Hongkong-Krise belastet

Frankfurt/Main (dpa) - Die Hongkong-Krise sorgt nach Darstellung von Experten auch am deutschen Aktienmarkt für Unsicherheit. In der ersten Handelsstunde verlor der Dax am Freitag 1,53 Prozent auf 11.600,97 Punkte.

Vor dem verlängerten Pfingstwochenende gingen die Anleger auf Nummer sicher. Die Lockerungsmaßnahmen in der Corona-Krise rückten in den Hintergrund.

Tags zuvor hatte der Dax mit 11.813 Punkten seinen höchsten Stand seit Anfang März erreicht. Für den Monat Mai deutet sich ein Plus von 6,8 Prozent an.

Nachdem die Hongkong-Krise sich zuletzt vor allem auf die Entwicklung des Ölpreises ausgewirkt und am Aktienmarkt noch keine Rolle gespielt habe, scheine sich dies heute etwas zu ändern, schrieben die Aktienexperten der Helaba in ihrem Tagesausblick. Auch an der Wall Street hatte das Hongkong-Thema am Vortag belastet, die Gewinne wurden im späten Handel ausradiert.

In den Reihen hinter dem Dax ging es am Freitag für den MDax der mittelgroßen deutschen Werte um 1,10 Prozent auf 25.352,09 Punkte nach unten. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone verlor 1,3 Prozent.

Trotz internationaler Kritik billigte Chinas Volkskongress die Pläne für ein neues Sicherheitsgesetz in Hongkong. Das Vorhaben wäre der bisher weitestgehende Eingriff in die eigentlich garantierte Autonomie Hongkongs. Die USA drohen der Volksrepublik inzwischen sogar mit Sanktionen und zeigen sich sehr besorgt. Präsident Donald Trump will sich an diesem Freitag zum Konflikt mit China äußern.

Gewinnmitnahmen gab es am Freitag vor allem im Tourismus-, Automobil- und Bankensektor. Im Dax waren Lufthansa mit minus 3,9 Prozent sehr schwach. Continental, Daimler und Volkswagen rutschten teils ähnlich kräftig ab. Continental wurden von Morgan Stanley zudem auf «Equal-weight» abgestuft. Volkswagen schiebt derweil seine Elektro-Offensive in China mit milliardenschweren Investitionen an. Die Autoren des täglichen Bernecker-Börsenbriefes sehen die Wolfsburger unter den deutschen Autobauern strategisch am klarsten positioniert.

Am Dax-Ende fanden sich die Anteile des Versorgers Eon mit minus 5,5 Prozent, jedoch hatte dies mit der Ausschüttung der Dividende von 0,46 Euro je Aktie zu tun.

Unter gleich zwei Abstufungen litten im MDax die Anteile des Modekonzerns Hugo Boss. Sowohl Jefferies als auch die DZ Bank senkten den Daumen auf «Hold». Die Boss-Titel verloren mehr als sechs Prozent.

Nach einer Aktienplatzierung und einer Abstufung ebenfalls durch Jefferies gaben im SDax die Papiere von Encavis um fast zwei Prozent nach. Die Familie Heidecker als Großaktionär des Wind- und Solarparkbetreibers hatte am Vortag fast drei Millionen Aktien veräußert.

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