"Spiegel" - Siemens-Kunden müssen auf Steuerungs-Chips warten

Reuters · Uhr

München (Reuters) - Auch Siemens-Kunden bekommen die Engpässe bei der Chip-Produktion laut einem Magazinbericht nun zu spüren.

Der Münchner Technologiekonzern habe Probleme, seine Kunden, vor allem kleinere Autozulieferer, mit Chips für die Steuerung von Fabrikanlagen zu beliefern, berichtete "Der Spiegel" am Freitag vorab unter Berufung auf mehrere Kunden. Das Unternehmen habe bereits 2021 vor deutlich längeren Lieferzeiten für speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) gewarnt, wie sie zur Automatisierung der Produktion gebraucht werden. Der Engpass könne zu Verzögerungen beim Aufbau neuer Produktionslinien führen.

Volkswagen gab Entwarnung. "Es gibt aktuell keine Engpässe in der laufenden Produktion", erklärte der Wolfsburger Autobauer. "Mit intelligentem Lager- und Teilemanagement können wir bei etwaigen Lieferschwierigkeiten gegensteuern." Neue SPS-Chips werden nicht ständig gebraucht, sondern nur, wenn die Anlagen gewartet oder umgerüstet werden.

Lieferengpässe bei Komponenten stellten "die ganze Branche weiterhin vor große Herausforderungen", erklärte Siemens dem Magazin. Man arbeite unter Hochdruck an Lösungen für die Kunden. Vorstandschef Roland Busch hatte im November gesagt, der Konzern sei mit den Lieferengpässen bei elektronischen Bauteilen und Rohmaterialien bisher gut zurechtgekommen. "Durch unsere guten Beziehungen zu den Zulieferern gab es bisher keinen Abriss in der Produktion." Die Kunden müssten aber zumindest bis ins Frühjahr 2022 mit längeren Lieferzeiten rechnen.