Reallöhne in Deutschland sinken im ersten Quartal um 1,8 Prozent

Reuters · Uhr

DEUTSCHLAND-REALL-HNE:Reallöhne in Deutschland sinken im ersten Quartal um 1,8 Prozent

Berlin (Reuters) - Die hohe Inflation führt zu einem deutlichen Rückgang der Reallöhne in Deutschland.

Die nominalen Löhne stiegen im ersten Quartal zwar mit 4,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Allerdings legten die Verbraucherpreise im selben Zeitraum mit 5,8 Prozent deutlich kräftiger zu. Daraus ergibt sich ein realer, preisbereinigter Verdienstrückgang von 1,8 Prozent. "Die Inflation zehrte somit den Nominallohnanstieg im 1. Quartal 2022 mehr als auf", fassten die Statistiker die Ergebnisse zusammen. Vielen Beschäftigten steht damit weniger Kaufkraft zur Verfügung.

Auch die Tarifverdienste sind im ersten Quartal um durchschnittlich 4,0 Prozent gestiegen. Darin berücksichtigt sind tarifliche Grundvergütungen und durch Tarifabschlüsse festgelegte Sonderzahlungen. Deutlich überdurchschnittlich fiel das Plus in den Bereichen "Erziehung und Unterricht" (+5,0 Prozent), "Land- und Forstwirtschaft; Fischerei" (+4,9 Prozent) sowie "Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung" (+4,6 Prozent) aus. In diesen Bereichen machten sich vor allem die Corona-Prämien bemerkbar, die sowohl die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder als auch die meisten Landes- und Kommunalbeamten erhielten.

Auch die überdurchschnittliche Tarifentwicklung im Verarbeitenden Gewerbe von 4,8 Prozent lässt sich vorrangig auf Sonderzahlungen zurückführen, vor allem in der Metall- und Elektroindustrie. Im Baugewerbe (+4,7 Prozent) wurde zu Jahresbeginn ebenfalls eine Corona-Prämie gezahlt. Unterdurchschnittlich wuchsen die Tarifverdienste einschließlich Sonderzahlungen insbesondere in der Energieversorgung (+0,7 Prozent), bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (+1,3 Prozent) sowie bei der Wasserversorgung und Entsorgung (+1,9 Prozent).

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