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Bitcoin: Ausbruch aus dem Seitwärtstrend - alle Zweifler aus dem Markt gespült?

onvista · Uhr
Quelle: tungtaechit/Shutterstock.com

Nach einem erfreulichen Wochenende, in dem der Bitcoin-Preis sich wieder über die runde Marke von 30.000 Dollar absetzen konnte, setzt die Kryptowährung ihre Erholungsbewegung fort und konnte am Dienstag bis an die Marke von 32.000 Dollar heranklettern. Damit hat sich der Kurs aus seinem Seitwärtstrend befreien können, den er nach dem zwischenzeitlichen Crash bis hinunter an die Marke von 25.000 Dollar eingeschlagen hatte.

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BTCUSD_2022-05-31_13-23-39.png · Quelle: Tradingview

Der Blick auf den Gesamtmarkt bleibt im Fokus, denn die Erholungsrally an den Aktienmärkten, die sich bereits in der letzten Woche aufgebaut hatte, flacht sich nun mit dem beschlossenen Öl-Embargo der europäischen Union gegen russisches Öl wieder ab – hinzukommt, dass an der Wall Street am Montag aufgrund eines Feiertages nicht gehandelt wurde und entsprechende Impulse gefehlt haben.

Die heutige Markteröffnung dürfte die weitere Richtung entsprechend beeinflussen. Die Futures der US-Indizes deuten auf einen leichten Kursrückgang hin und schließen sich dem leichten Rückgang an den europäischen Märkten an. Auch der Bitcoin-Kurs lässt sich im heutigen Handel davon beeinflussen und ist vorerst von der 32.000 Dollar Marke abgeprallt. Das EU-Öl-Embargo sorgt für neuen Preisdruck an den Rohstoffmärkten und befeuert einmal mehr die Sorge um höhere Preise und damit mehr Gegenwind für die Wirtschaft.

Zweifler aus dem Markt gespült?

Laut dem jüngsten Bericht des Krypto-Datenanbieters Glassnode könnte die aktuelle Kursentwicklung bei Bitcoin jedoch darauf hindeuten, dass die Langzeitinvestoren, in Krypto-Kreisen auch „Hodler“ genannt, wieder zunehmend das Ruder in die Hand nehmen.

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Der Kurssturz im Zuge des Terra-Luna-Dramas könnte ein mögliches Kapitulationsevent signalisiert haben, welches oft in den entscheidenden Phasen eines Bärenmarktes auftritt und bei dem entmutigte Anleger ihre Positionen endgültig aufgeben und sich die Vermögenspreise entweder konsolidieren, wenn die Zuflüsse in den Sektor nachlassen oder ein Bodenbildungsprozess beginnt.

Laut den Analysten von Glassnode sind die „Hodler“ nun „die einzigen, die noch übrig sind“. Dafür spricht zum einen ein mögliches Plateau bei der Anzahl neuer Bitcoin-Wallets mit Salden, die höher sind als Null – heißt, es kommen derzeit keine neuen Investoren in den Markt. Eine ähnliche Entwicklung hat man bereits im Sommer 2021 nach dem herben Mai-Abverkauf gesehen. Während keine neuen Teilnehmer mehr in den Markt geströmt sind, haben langfristig orientierte Investoren diese Preisniveaus verstärkt zur Akkumulation genutzt.

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glassnode.PNG · Quelle: Glassnode

Laut der Analyse von Glassnode müsste der derzeitige Ausverkauf, im Gegensatz zu den Ausverkäufen im März 2020 und November 2018, auf die ein Aufschwung der On-Chain-Aktivität folgte, der „die nachfolgenden Bullenläufe ausgelöst hat“, noch einen Zustrom von neuen Käufern auslösen.

Aufgrund der derzeitigen Unsicherheit am Markt, die sich aus der Inflationsentwicklung, den steigenden Zinsen und den anhaltenden geopolitischen Problemen ergibt und die auch an den traditionellen Märkten die Kauflaune drückt, fehlen derzeit auch am Krypto-Markt die Impulse, die neue Käufer anlocken.

Bestehende Investoren nutzen die derzeitige Marktphase jedoch vermehrt, um ihre Bestände aufzustocken. Der von Glassnode gemessene „Accumulation Trend Score“ hat in den letzten zwei Wochen vermehrt angezeigt, dass bestehende Entitäten im Netzwerk ihre Bitcoin-Bestände erheblich ausweiten. Diese Daten könnten darauf hindeuten, dass derzeit eine Bodenbildung im Bereich um die Marke von 30.000 Dollar stattfindet, ähnlich wie es im Sommer 2021 nach dem Crash der Fall war, der durch das Bitcoin-Mining-Verbot in China ausgelöst wurde.

Nicht außer Acht lassen darf man dabei jedoch die immer noch starke Korrelation mit den traditionellen Finanzmärkten. Sollte es dort zu weiterem Gegenwind kommen – aufgrund einer Rezession – dürfte ein sich ausweitender Crash an den Aktienmärkten auch bei Bitcoin weiteren Tribut fordern, trotz der vermehrten Akkumulation langfristiger Bitcoin-Käufer.

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