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Vorbörse: Erholt sich der Dax zum Wochenende? - Stabilisierung auf tönernen Füßen

onvista · Uhr
Quelle: Imagentle/SHutterstock.com

Nach den bisher in dieser Woche eingefahrenen Verlusten scheint sich der Dax am Freitag zum Handelsstart etwas fangen zu können. Allerdings steht die Stabilisierung nach Einschätzung von Experten auf tönernen Füßen. Der X-Dax als Indikator für den Leitindex Dax signalisierte rund eine Stunde vor Beginn des Haupthandels ein Plus von knapp einem halben Prozent auf 12 589 Punkte. Im bisherigen Wochenverlauf büßte der Dax rund 1,6 Prozent nach und baute damit sein Jahresminus auf 21 Prozent aus. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 dürfte am Freitag zum Handelsstart leicht zulegen, nachdem er bis Donnerstagabend rund zwei Prozent nachgegeben hat.

Trotz der Indikation eines leichten Anstiegs zum Handelsstart droht beim Dax weiter ein neuerlicher Test der runden Marke von 12 500 Punkten, die im Juli und März bereits als Unterstützung diente. Am Mittwoch und Donnerstag waren Erholungsversuche auf bis zu 12 781 Punkte wieder abgebrochen worden. An der Wall Street rutschten die wichtigsten US-Indizes weiter auf ihre Jahrestiefs vom Juni zu. Nach dem dritten großen US-Zinsschritt in Folge sorgen sich die Anleger noch mehr vor einer Rezession als Kollateralschaden im Kampf gegen die hohe Inflation.

Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners rückt im Dax bereits das Jahrestief bei 12 390 Punkten in den Fokus. "Bei einem Unterschreiten des Jahrestiefs würden die runde 12 000 und anschließend das Verlaufstief aus dem Oktober 2020 (11 450 Punkte) ins Blickfeld rücken", so der Experte. "Es gibt aber durchaus Hoffnung. Zuletzt kamen an schwachen Tagen immer Schnäppchenjäger in den Markt. Diese Schnäppchenjäger könnten dafür sorgen, dass der Dax spätestens im Bereich seines Jahrestiefs Halt findet." Als aktuell weiteren Risikofaktor sieht er aber die italienischen Parlamentswahlen am Sonntag.

Nebenwerte im Überblick

Bei den Einzelwerten dürfte am Freitag das im SDax gelistete Papier des Finanzdienstleisters Hypoport im Fokus stehen. Dieser hatte am Donnerstagabend die Ziele wegen der schwachen Nachfrage ausgesetzt. Die derzeitige Prognose für das laufende Jahr werde "deutlich verfehlt". Es sei nicht prognostizierbar, ob die Zurückhaltung in der privaten Immobilienfinanzierung im weiteren Jahresverlauf beendet werde.

Auf der Handelsplattform Tradegate büßte das Papier im Vergleich zum Xetra-Schluss knapp 24 Prozent auf 112,20 Euro ein. Sollte es auch im Xetra-Handel so kommen, würde das Papier seine jüngste Talfahrt mit einem Verlust von etwas mehr als 75 Prozent seit dem Rekordhoch von Anfang 2021 fortsetzen und auf das Niveau von Anfang 2018 zurückfallen.

Wall Street leicht im Minus

Die erneute kräftige Zinserhöhung der US-Notenbank Fed vom Vortag hat den Börsianern auch am Donnerstag noch in den Gliedern gesteckt. Zwar konnten die Kurse die Verluste zwischenzeitlich etwas eingrenzen. Von Schnäppchenkäufen auf niedrigem Niveau oder von einer Gegenbewegung auf die hohen Verluste vom Vortag konnte aber keine Rede sein. Zu schwer wiegen die steigenden Zinsen, die die Konjunktur abzuwürgen drohen. Am Anleihemarkt stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf ein Hoch seit elf Jahren. Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss 0,35 Prozent niedriger auf 30 076,68 Punkte. Zwischenzeitlich fiel das Börsenbarometer erstmals seit drei Monaten unter die runde Marke von 30 000 Zählern. Andere Indizes verbuchten höhere Verluste: Der marktbreite S&P 500 verlor 0,84 Prozent auf 3757,99 Zähler. Der Technologiewerte-Index Nasdaq 100 fiel um 1,17 Prozent auf 11 501,65 Punkte. Die Technologiewerte gelten als besonders anfällig für steigende Zinsen.

Asiens Börsen mit Verlusten

In Asien stehen die Aktienmärkte vor einem schwachen Wochenausklang. So gab der japanische Leitindex Nikkei 225 rund eine Stunde vor Handelsende ein halbes Prozent im Minus. Auf Wochensicht läuft das auf einen Verlust von rund eineinhalb Prozent hinaus. In Shanghai büßte der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen der chinesischen Festlandbörsen am Freitag rund 0,5 Prozent ein; das würde einen Wochenverlust von zwei Prozent bedeuten. In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong dürfte das Minus seit vergangenem Freitag höher ausfallen. Aktuell verliert der dortige Leitindex Hang Seng mit 0,7 Prozent; auf Wochensicht wären das fast vier Prozent.

Renten

Bund-Future                139,98              -0,03%

Devisen: Euro knapp über 20-Jahrestief

Der Euro hat sich am Freitag knapp über seinem am Vortag markierten 20-jährigen Tiefstand gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 0,9830 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag noch etwas höher auf 0,9884 Dollar festgesetzt.

Zum Wochenausklang stehen wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm. S&P Global veröffentlicht für viele Regionen seine monatliche Konjunkturumfrage unter hochrangigen Unternehmensvertretern. Im Euroraum wird mit einer weiteren Eintrübung der bereits schwachen Lage gerechnet. Die westlichen Sanktionen gegen Russland und die vielerorts deutlich steigenden Zinsen belasten die Konjunktur.

Aus den Reihen der Notenbanken melden sich mehrere prominente Vertreter zu Wort, darunter US-Notenbankchef Jerome Powell und Bundesbankpräsident Joachim Nagel. In dieser Woche hatten viele Zentralbanken ihren Kampf gegen die hohe Inflation mit meist kräftigen Zinserhöhungen fortgesetzt.

Euro/USD                            0,9830                   -0,07%

USD/Yen                             142,22                   -0,12%

Euro/Yen                             139,80                   -0,15%

Ölpreise geben leicht nach

Die Ölpreise haben am Freitag im frühen Handel leicht nachgegeben. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 90,28 US-Dollar. Das waren 18 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 28 Cent auf 83,21 Dollar.

Belastet werden die Erdölpreise schon seit einiger Zeit durch die trüben Konjunkturaussichten. Die Folgen des Ukraine-Kriegs und die deutlichen Zinsanhebungen vieler Notenbanken lasten auf der konjunkturellen Entwicklung und damit auf der Nachfrage nach Rohöl und Ölprodukten wie Benzin oder Diesel. Da zugleich aber das Angebot relativ knapp ist, bewegen sich die Ölpreise immer noch auf hohem Niveau.

Brent                          90,19               -0,27 USD

WTI                            83,24               -0,25 USD

Umstufungen von Aktien

- BARCLAYS SENKT ZIEL FÜR BEIERSDORF AUF 116 (121) EUR - 'OVERWEIGHT'

- BARCLAYS SENKT ZIEL FÜR VIB VERMÖGEN AUF 36 (45) EUR - 'OVERWEIGHT'

- BERENBERG HEBT ZIEL FÜR BEIERSDORF AUF 128 (121) EUR - 'BUY'

- CREDIT SUISSE SENKT ZIEL FÜR SCOUT24 AUF 58 (64) EUR - 'NEUTRAL'

- GOLDMAN HEBT ZIEL FÜR BEIERSDORF AUF 122 (120) EUR - 'BUY'

- JPMORGAN SETZT SYMRISE AUF 'POSITIVE CATALYST WATCH'

- STIFEL STARTET LPKF LASER MIT 'BUY' - ZIEL 17 EUR

- WDH/JEFFERIES SENKT ZIEL FÜR SUSE AUF 20 (28) EUR - 'BUY'

- WDH/JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR UNIPER AUF 2,20 (4,10) EUR - 'UNDERWEIGHT'

- UBS HEBT ELI LILLY AUF 'BUY'

- BARCLAYS SENKT TRITAX BIG BOX AUF 'UNDERWEIGHT' (EW) - ZIEL 155 (200) PENCE

- BERENBERG HEBT ZIEL FÜR TELEFONICA SA AUF 4,70 (4,60) EUR - 'HOLD'

- BERENBERG STARTET REDDE NORTHGATE MIT 'HOLD' - ZIEL 335 PENCE

- BERENBERG STARTET SPEEDY HIRE MIT 'BUY' - ZIEL 52 PENCE

- CITIGROUP STARTET VEOLIA MIT 'NEUTRAL' - ZIEL 21 EUR

- CREDIT SUISSE HEBT ZIEL FÜR BNP PARIBAS AUF 75 (74) EUR - 'OUTPERFORM'

- GOLDMAN HEBT ZIEL FÜR HERMES AUF 1150 (1085) EUR - 'SELL'

- GOLDMAN HEBT ZIEL FÜR KERING AUF 720 (685) EUR - 'BUY'

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- GOLDMAN HEBT ZIEL FÜR LVMH AUF 780 (730) EUR - 'BUY'

- GOLDMAN HEBT ZIEL FÜR RICHEMONT AUF 128 (126) CHF - 'CONVICTION BUY LIST'

- GOLDMAN SENKT VALNEVA AUF 'NEUTRAL' (BUY) - ZIEL 8 (27,50) EUR

- GOLDMAN SENKT ZIEL FÜR CERES POWER AUF 670 (700) PENCE - 'BUY'

- JEFFERIES HEBT ZIEL FÜR BP AUF 490 (420) PENCE - 'HOLD'

- JEFFERIES HEBT ZIEL FÜR ENI AUF 20 (18) EUR - 'BUY'

- JEFFERIES HEBT ZIEL FÜR SHELL AUF 3300 (2700) PENCE - 'BUY'

- JEFFERIES HEBT ZIEL FÜR TOTALENERGIES AUF 71 (60) EUR - 'BUY'

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR PRUDENTIAL AUF 1450 (1380) PENCE - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN SETZT BANCO SABADELL AUF 'POSITIVE CATALYST WATCH'

- ODDO BHF HEBT INTERTEK AUF 'OUTPERFORM'

- ODDO BHF SENKT BUREAU VERITAS AUF 'UNDERPERFORM'

- ODDO BHF SENKT FNAC AUF 'UNDERPERFORM' (NEUTRAL)

- ODDO BHF SENKT KAUFMAN & BROAD AUF 'NEUTRAL' (OUTPERFORM)

- ODDO BHF SENKT NEXITY AUF 'UNDERPERFORM'

- ODDO BHF SENKT SMCP AUF 'NEUTRAL' (OUTPERFORM)

- RBC SENKT ASOS AUF 'SECTOR PERFORM' (OUTPERFORM) - ZIEL 1000 (2000) PENCE

Termine Unternehmen

08:00 EUR: Acea, Nfz-Neuzulassungen 07/22 und 08/22

FRA: Airbus Group, Fortsetzung Capital Markets Day (22.-23.9.22)

Termine Konjunktur

06:30 NLD: BIP Q2/22 (2. Veröffentlichung)

08:00 DEU: Bauhauptgewerbe (Auftragseingangs- und Umsatzindex), 07/22

08:00 DEU: Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) Q2/22

09:00 ESP: BIP Q2/22 (2. Veröffentlichung)

09:15 FRA: PMI Dienste und Verarbeitendes Gewerbe 09/22 (1. Veröffentlichung)

09:30 DEU: PMI Dienste und Verarbeitendes Gewerbe 09/22 (1. Veröffentlichung)

10:00 EUR: PMI Dienste und Verarbeitendes Gewerbe 09/22 (1. Veröffentlichung)

10:30 GBR: PMI Dienste und Verarbeitendes Gewerbe 09/22 (1. Veröffentlichung)

15:45 USA: PMI Dienste und Verarbeitendes Gewerbe 09/22 (1. Veröffentlichung)

EUR: S&P Ratingergebnis Deutschland

EUR: Moody's Ratingergebnis Schweden, Ungarn

Sonstige Termine

09:00 DEU: Bundestag

+ 0900 Erste Lesung des Finanzpakets der Koalition zum Defizitausgleich bei den gese.tzlichen Krankenkassen

+ 10.20 Beratung über Antrag CDU/CSU-Fraktion Folgen der Energiekrise; Union fordert unter anderem Abschaffung der Gasumlage

+ 11.40 Debatte über Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung

+ 13.10 Erste Lesung geplanter Regelungen zum Kurzarbeitergeld

+ 14.40 Erste Lesung geplanter Regelungen zur Aufteilung von CO2-Kosten zwischen Mietern und Vermietern

09:30 DEU: Verbraucherschutz-Tag der europäischen Aufsichtsbehörden Bankenaufsicht (EBA), Versicherungsaufsicht (EIOPA) und Finanzaufsicht (ESMA)

09:30 DEU: Fortsetzung Prozess um "Cum-Ex"-Aktiendeals gegen zwei angeklagte frühere Banker, Wiesbaden

10:00 DEU: Bundesbank-Fachtagung: «Digitalisierung als Gamechanger - Implikationen für Finanzindustrie und Aufsicht» u.a. mit Jan Ceyssens, Head of Digital Finance Unit Europäische Kommission

14:00 DEU: Mündliche Verhandlung im Streit zwischen Edeka und Coca-Cola über die Fortsetzung der Belieferung der Einzelhandelskette

14:30 DEU: Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) und Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) bei SchwörerHaus KG

20:00 DEU: Auftakt «Zeitenwende on tour» - Münchner Sicherheitskonferenz diskutiert mit Bürgern die Zeitenwende in der deutschen Sicherheitspolitik u.a. mit Bundesinnenministerin Christine Lambrecht

+ 20.00 Neuss: Townhall mit Norbert Röttgen zur Bedeutung der Zeitenwende für Deutschland und NRW, zum Krieg in der Ukraine oder auch zur Energiepolitik

DEU: Thementag «Kommunaler Transport» bei der Internationalen Automobil-Ausstellung «IAA Transportation» für Nutzfahrzeuge

Hinweis

JPN: Feiertag, Börse geschlossen

Redaktion onvista/dpa-AFX

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