Zur Rose auf dem Weg zur Profitabilität – Umbennung in Doc Morris geplant

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Heute hat die Schweizer Versandapotheke ihre Zahlen herausgebracht. Zur Rose sieht sich selber auf einem guten Weg Richtung Profitabilität. Insbesondere der Verkauf des Schweizer Geschäfts stärkte die Bilanz. Ab sofort will sich Zur Rose auf das B2C-Kerngeschäft mit Schwerpunkt in Deutschland konzentrieren.

Damit trägt das Break-even-Programm Früchte, das sich Zur Rose in Q2/22 aufgelegt hat und das schneller voranschritt, als vom Management erwartet. Zur Rose plante mit diesem Programm folgende Schritte:

  • Erhöhung der Bruttomarge
  • Strukturelle Kosteneinsparungen
  • Steigerung der Produktivität
  • Gesteigerte Marketing-Effizienz
  • Besseres bereinigtes EBITDA

Jahreszahlen 2022 Zur Rose

Das EBITDA ist der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen. Mit diesen Ergebnissen hat Zur Rose seine eigenen Erwartungen übertroffen, auch wenn die Gewinnzone noch nicht erreicht worden ist.

Verkauf des Schweizer Geschäfts stärkt Bilanz

Zur Rose hat alle in der Schweiz operativen Einheiten (ohne Betriebsliegenschaften) mit sämtlichen Mitarbeitern an die Migros-Tochter Medbase verkauft. Marktteilnehmer rechnen damit, dass diese Transaktion in Q2/23 abgeschlossen wird, sofern die Schweizer Wettbewerbsbehörde zustimmt.

Zur Rose hat durch den Verkauf rund 360 Mio. CHF eingenommen. Damit sichert die Gruppe die Umsetzung ihrer Strategie ab und stärkt ihre Kapitalstruktur signifikant. Weiterer positiver Effekt: Durch den Mittelzufluss wird das Unternehmen weitgehend schuldenfrei sein.

Zukünftiger Fokus auf Deutschland

Mit dem Verkauf des Schweizer Geschäfts konzentriert sich Zur Rose künfig auf das B2C-Geschäft auf Deutschland. Der Medikamentenmarkt in Deutschland hat einen Wert über 50 Mrd. EUR. Besonders viel Hoffnung setzt Zur Rose auf rezeptpflichtige Medikamente, die mit dem E-Rezept einen zusätzlichen Schub bekommen sollen.

In Deutschland soll am 1. Januar 2024 das E-Rezept als verbindlicher Standard eingeführt und dessen Nutzung stark vereinfacht werden. Zusätzlich soll die elektronische Patientenakte (ePA) bis Ende 2024 für alle gesetzlich Versicherten eingerichtet werden und das E-Rezept zusätzlich auch über die ePA-App eingelöst werden können.

Zur Rose will sich umbenennen

Mit dem Verkauf des Schweizer Geschäfts an Medbase wird auch die Marke „Zur Rose“ an Medbase abgetreten, wobei die Zur Rose-Gruppe das Recht hat, die Marke während einer Übergangsfrist weiterhin zu nutzen. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung am 4. Mai 2023, Zur Rose Group AG in DocMorris AG umzubenennen. Der Sitz der Gesellschaft und die Börsennotierung bleiben in der Schweiz.

Fazit

Zur Rose ist auf einem guten Weg, die Profitabilität steigt und die Einführung des E-Rezepts in Deutschland dürfte der Versandapotheke ein neuen Schub geben. Es spricht nichts dagegen, sich jetzt eine kleine Position von Zur-Rose-Aktien aufzubauen, auch wenn die Gewinnzone noch nicht erreicht wurde. Aber Zur Rose - oder bald Doc Morris - ist auf einem guten Weg, diese Zone bald zu erreichen.

(mit Material von dpa-AFX)

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