Börse am Morgen 29.05.2024

Dax im Minus – Roche: Krebsmittel beschleunigt überprüft – VW will Traton-Anteil reduzieren

onvista · Uhr
Quelle: T. Schneider/Shutterstock.com

Der Dax hat sich am Mittwoch etwas weiter von seinem Rekordhoch entfernt. Der deutsche Leitindex liegt gut eine Stunde nach Handelsbeginn mit fast 0,5 Prozent im Minus bei 15.588 Punkten.

Tags zuvor war der Dax bis auf 37 Punkte an seinen Höchststand bei 18.892 Punkten von Mitte Mai herangelaufen. Nun rückt eher wieder das Korrekturtief der Vorwoche bei 18.515 Punkten in den Fokus. Knapp darüber kommt ihm noch die 21-Tage-Linie als mögliche technische Unterstützung entgegen.

Auch der Blick auf die Agenda spricht für weitere Zurückhaltung der Anleger. Denn aus Deutschland werden am Nachmittag die vorläufigen Verbraucherpreisdaten für den Mai veröffentlicht - erste Zahlen aus den Bundesländern kommen dabei schon am Morgen. Die Inflationsdaten sind auch wichtig für die Leitzinsentscheidung der Europäischen Zentralbank in der kommenden Woche. Erwartet wird im Juni eine erste Zinssenkung, der weitere Kurs ist aber offen.

Roche-Krebsmittel Inavolisib wird von FDA beschleunigt überprüft

Der Pharmakonzern Roche kommt mit seinem US-Zulassungsantrag für das Prüfmittel Inavolisib in den USA schneller voran. Die Gesundheitsbehörde habe dem Antrag ein vorrangiges Prüfverfahren gewährt, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Bei Inavolisib handelt es sich um ein oral zu verabreichendes Prüfpräparat, das in Kombination mit Palbociclib (Ibrance) und Fulvestrant zur Behandlung von Patientinnen eingesetzt werden soll, die an fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs leiden, der bestimmte Mutationen aufweist.

Der Antrag stütze sich auf die Ergebnisse der Phase-III-Studie INAVO120, die gezeigt hatte, dass die Inavolisib-basierte Therapie das sogenannte progressionsfreie Überleben mehr als verdoppelt. Das Risiko einer Verschlechterung der Erkrankung oder des Todes wurde im Vergleich zur Standardtherapie mit Palbociclib und Fulvestrant allein um 57 Prozent verringert.

„Die Zugabe von Inavolisib zur Standardtherapie verzögerte das Fortschreiten der Erkrankung in der Erstlinienbehandlung signifikant und hat das Potenzial, das Überleben von Patienten mit metastasierendem Brustkrebs, die PIK3CA-Mutationen aufweisen, zu verlängern“, wird Levi Garraway, Chief Medical Officer und Leiter der globalen Produktentwicklung von Roche, in der Mitteilung zitiert.

Mit der vorrangigen Prüfung werde die US-Behörde bis spätestens 27. November ihre Entscheidung über den Antrag stellen.

VW will Traton-Anteil reduzieren - Blume bestätigt Überlegungen

Volkswagen hat Überlegungen bestätigt, den gestiegenen Kurs der Traton-Aktien zu einem Anteilsverkauf zu nutzen. Dies könne der Lkw-Tochter, an der VW bisher rund 90 Prozent hält, auch den Weg in den MDax ebnen, sagte VW-Chef Oliver Blume laut vorab veröffentlichtem Redemanuskript am Mittwoch auf der online stattfindenden Hauptversammlung in Wolfsburg.

„Mit einem Kursplus von mehr als 50 Prozent seit Jahresbeginn hat sich Traton an die Spitze des Sektors gesetzt“, sagte Blume. „Allerdings bleibt der geringe Streubesitz für viele Anleger weiter ein Hindernis. Deswegen sind wir bereit, den Streubesitz schrittweise zu erhöhen, um die Aktie für Anleger besser investierbar zu machen. Dies würde auch die Chancen von Traton erhöhen, in führende Indizes, wie zum Beispiel den MDax, aufgenommen zu werden.“ Details zum Zeitpunkt und Umfang des Aktienverkaufs nannte Blume nicht.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte kürzlich unter Berufung auf Insider berichtet, VW trage sich mit dem Gedanken, Traton-Aktien im Umfang von 500 Millionen bis einer Milliarde Euro an der Nutzfahrzeugholding zu verkaufen. VW wolle aber weiter Hauptaktionär bei Traton bleiben, betonte Blume. „Wie zum Börsengang kommuniziert, planen wir mittelfristig weiter mit einem Anteil von 75 Prozent und einer Aktie. Wir wollen ein engagierter und verantwortungsbewusster Aktionär bleiben.“

Volkswagen hatten die Münchener Lkw- und Bus-Holding mit den Marken Scania, MAN, Navistar und der südamerikanischen VW Truck & Bus 2019 an die Börse gebracht und halten weiter rund 90 Prozent an der Tochter. Investoren und Analysten plädieren seit längerem dafür, dass mehr Aktien von Traton in den Streubesitz gelangen, um die Liquidität des im SDax gelisteten Konzerns zu erhöhen.

GfK: Kauflaune der Deutschen hellt sich weiter auf

Die Kauflaune der Deutschen wird wieder besser. Die Einkommenserwartung steige und die Sparneigung nehme deutlich ab, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten neuen Studie zum Konsumklima in Deutschland der Nürnberger Forschungsinstitute GfK und NIM hervorgeht.

Die Konsumstimmung habe sich damit zum vierten Mal in Folge verbessert. Der Indikator steige von minus 24 Punkten auf minus 20,9 Zähler. Im langjährigen Vergleich bedeutet das immer noch eine sehr schwache Position. Vor der Corona-Pandemie lag das Konsumklima vergleichsweise konstant um plus 10 Punkte.

„Sinkende Inflationsraten in Verbindung mit ansehnlichen Lohn- und Gehaltszuwächsen stärken die Kaufkraft der Verbraucher“, sagte NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl. „Dies hat zum einen eine stimulierende Wirkung auf die Einkommenserwartungen und verringert zum anderen die Verunsicherung der Konsumenten, die in den Vormonaten auch in der vergleichsweise hohen Sparneigung zum Ausdruck kam“, betonte er. Allerdings ist die Neigung zu größeren Anschaffungen noch immer gebremst und auch zuletzt nur leicht um 0,3 Punkte im Vergleich zum Vormonat gestiegen.

Es sei davon auszugehen, dass die Konsumenten noch immer verunsichert seien, es fehlten klare Zukunftsperspektiven. Dies führe zu weniger Planungssicherheit bei Anschaffungen. „Nur wenn für die Menschen diese Sicherheit zurückkehrt, werden sie auch bereit sein, ihre steigende Kaufkraft wieder in größere Anschaffungen zu investieren“, sagte Bürkl.

Allerdings hätten die Deutschen viel Zuversicht in eine sich verbessernde Konjunktur. Die Erwartungen zur Konjunktur seien im Mai um neun Punkte und damit kräftig nach oben gegangen.

Für die Studie wurden zwischen 2. und 13. Mai rund 2000 Menschen befragt. Das Konsumklima von GfK und NIM ist Teil einer europaweiten Studie im Auftrag der EU-Kommission zur Verbraucherstimmung.

Redaktion onvista/dpa-AFX

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