Kolumne von Heiko Böhmer

Die Börse hängt am seidenen Faden – dank Nvidia

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Quelle: Koto Amatsukami/Shutterstock.com

Erst vor wenigen Tagen hat es an der Börse einen weiteren historischen Tag gegeben. Dabei geht es nicht um Rekordstände bei einem Index. Es geht um den Börsenwert des KI-Wertes Nvidia. Dieser hat nun eine neue Spitzenmarke erreicht, mit rund 2,6 Billionen US-Dollar. Und diese unvorstellbare Zahl entspricht dem Börsenwert des gesamten deutschen Aktienmarktes. Vor drei Jahren sah es noch ganz anders aus. Der deutsche Aktienmarkt erreichte damals einen Börsenwert von umgerechnet 2,9 Billionen Dollar, und Nvidia stand noch am Anfang des aktuellen Booms mit einem Börsenwert von 500 Milliarden US-Dollar.

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Nun ist in den vergangenen drei Jahren am deutschen Aktienmarkt vergleichsweise wenig passiert. Im Gegensatz dazu ist die Nvidia-Aktie durchgestartet. Daraus lässt sich klar ablesen: Die Börse hängt an einem seidenen Faden. Wohl und Wehe hängen an den Ergebnissen von Nvidia. Sollte das Unternehmen die immer weiter steigenden Erwartungen nicht mehr erfüllen können, kann es bei diesem Wert auch schnell nach unten gehen.

Nvidia: Erste Anzeichen für schwächeres Wachstum

Zudem tauchen derzeit immer mehr Zweifel auf, dass Nvidia das enorme Wachstum auch weiterhin durchhalten kann. Aktuell liegt der Fokus bei Nvidia ganz klar auf den Umsätzen und den Gewinnmargen. Doch bei der Betrachtung wird der Kontext ignoriert, wie lange der High-Tech-Wert diese Werte wirklich halten kann. Die Technologie entwickelt sich rasant und der Bau der großen Datenzentren dauert Jahre.

Gut möglich, dass zukünftige Designs der Rechenzentren andere Chipanforderungen haben. Ein Anzeichen deutet ganz konkret darauf hin, dass bei Nvidia die Bäume nicht in den Himmel wachsen: So sind die Vorlaufzeiten der Bestellungen zuletzt deutlich zurückgegangen.

Zuletzt lagen die Vorlaufzeiten noch bei acht bis elf Monaten – das hat die massive Nachfrage gezeigt. Jetzt sind die Vorlaufzeiten auf drei bis vier Monate zurückgegangen. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass zum Ende des laufenden Quartals das Verhältnis ausgeglichen sein kann und es gar keine Vorlaufzeiten mehr gibt. Man sieht hier schon: Es ergeben sich einige Fragezeichen rund um Nvidia. Und wie anfällig der gesamte Sektor nach dem Boom der vergangenen Monate ist, hat sich in dieser Woche auch nach den enttäuschenden Zahlen von Salesforce gezeigt: Auf breiter Front gaben die Tech-Aktien nach – darunter auch Nvidia.

Unterm Strich bleibt der fast schon unglaubliche Vergleich zwischen dem gesamten deutschen Aktienmarkt und dem KI-Wert Nvidia. Damit zeigt sich einmal mehr für Investoren: Die Musik spielt nicht an der Frankfurter Börse, sondern an der Wall Street. Also gehören zwangsläufig auch US-Aktien in ein breit aufgebautes Portfolio– ob Nvidia in nächster Zeit immer noch der Überflieger der vergangenen Monate sein kann, darf aber zumindest bezweifelt werden.

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