Paradigmenwechsel an den Finanzmärkten - EUR/USD nimmt 1,10er-Marke ins Visier

Rückblick:
Nach einem schwachen Wochenauftakt und einem kontinuierlichen Kursrückgang legte das Währungspaar nach schwächer als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten aus den USA deutlich zu. Das heißt: Der Greenback geriet unter größeren Verkaufsdruck gegenüber fast allen Hauptwährungen - EUR/USD profitierte entsprechend.
Dieser Trend setzt sich zum Wochenauftakt weiter fort. Was steht in der aktuellen Handelswoche an?
Ausblick:
Nach den US-Arbeitsmarktdaten und Zinsentscheid der US-Notenbank steht in der bevorstehenden Handelswoche kaum nennenswertes auf dem Wirtschaftsdatenkalender, lediglich der ISM-Index für den Servicesektor heute Nachmittag und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe könnten eine größere Rolle spielen.
Paradigmenwechsel
Seit dem vergangenen Donnerstag werden schlechte Makro-Daten aus Übersee nicht mehr als positiv interpretiert, da sie eine Zinssenkung hervorrufen könnten, sondern als das, was sie sind: negative Konjunkturdaten.
Der Markt hat innerhalb von nur 48 Stunden beschlossen, dass der US-Notenbank die Zügel entglitten sind. Den Notenbankern wird vorgehalten, eine auf Grund der schwachen Konjunkturdaten überfällige Zinssenkung zu lange aufzuschieben.
Man rechnet nun nicht mehr mit einem so genannten "soft landing" sondern mit einer Rezession in den USA. Entsprechend ziehen Groß-Anleger aktuell in allen Asset-Klassen die Reißleine - der US-Dollar könnte daher in den kommenden Tagen weiter als sicherer Hafen gefragt sein.
Charttechnischer Ausblick:
Der Anstieg aus dem Abwärtstrendkanal im Vier-Stundenchart verlief sehr dynamisch. Nach einer Konsolidierung im Bereich der psychologisch wichtigen 1,10-Dollar-Marke ist daher im Wochenverlauf tendenziell mit einem weiteren Anstieg in den Bereich 1,1050 bis 1,1150 Dollar zu rechnen, vorausgesetzt die Unterstützung im Bereich um 1,0940/50 Dollar wird nun nicht mehr nennenswert unterboten.
Wichtige Daten & Termine im Wochenverlauf:
Montag: 16 Uhr ISM Servicesektor USA
Dienstag: nur Daten aus der 2. Reihe
Mittwoch: nur Daten aus der 2. Reihe
Donnerstag: 14:30 US Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
Freitag: nur Daten aus der 2. Reihe
