Börse am Morgen 19.08.2024

Anleger halten sich zurück – Rheinmetall-Aktie fällt nach Kürzung der Ukraine-Hilfen

onvista · Uhr
Quelle: Postmodern Studio

Nach der Erholungsrally der vergangenen zwei Wochen lassen es die Anleger am deutschen Aktienmarkt am Montag zunächst etwas ruhiger angehen. Im Hinblick auf die verfestigte Erwartung einer baldigen Zinssenkung in den USA warten sie gespannt darauf, welche Erkenntnisse Ende dieser Woche das jährliche Notenbankertreffen in Jackson Hole mit sich bringt.

Der Dax stand nach einer Dreiviertelstunde bei 18.287 Punkten, was im Freitagsvergleich ein Minus von 0,2 Prozent war.

Laut dem Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners dürfte es für den Dax schwierig werden, an die exzellente Vorwoche anzuknüpfen, denn der Leitindex hat neun Gewinntage in Folge vorzuweisen. „Eine noch längere Gewinnserie gab es zuletzt vor zehn Jahren, im Jahr 2014", so Altmann. Ein Großteil des Kursrutsches, der den Leitindex Anfang August bis nahe an die 17.000 Punkte gedrückt hatte, ist wieder ausgeglichen worden. Zum Niveau von Ende Juli fehlen noch gut 200 Zähler.

Vor knapp zwei Wochen hatten Rezessionssorgen, der Nahost-Konflikt und geplatzte Spekulationen am Devisenmarkt die Börsen weltweit erschüttert. Die Rezessionsängste haben nach zuletzt durchaus positiven Wirtschaftsdaten aus den USA jedoch nachgelassen. Mit Blick auf Jackson Hole betonte Altmann die Erwartung, dass sich US-Notenbankchef Jerome Powell in seiner Rede klar zu einer Zinssenkung im September bekennen wird. Zudem erhofften sich Investoren Aufschluss darüber, ob vielleicht sogar eine große Zinssenkung um 0,5 Prozentpunkte im Bereich des Möglichen liege.

Rheinmetall-Aktie fällt – Deutsche Ukraine-Hilfen im Blick

Die Rheinmetall-Aktie ist gefallen. Nach gut einer Stunde Xetra-Handel liegt sie mit einem Minus von vier Prozent bei knapp unter 540 Euro. In der vergangenen Woche waren die Papiere des Rüstungskonzerns noch nahe an ihr Rekordhoch von 571,80 Euro herangelaufen, hatten den Sprung darüber aber nicht geschafft.

Nun drückt ein Brief von Finanzminister Christian Lindner (FDP) an Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) auf die Stimmung. Demnach könnten vorerst keine zusätzlichen Gelder für die militärische Unterstützung der Ukraine mehr freigegeben werden.

Manches deutet darauf hin, ob es wirklich so kommt, blieb am Wochenende allerdings offen. So erklärte das Finanzministerium, dass es weiter gesprächsbereit sei. Bedarfe müssten aber konkret gemeldet und nachvollziehbar sein - bislang liege keine Bedarfsmeldung vor. Grundsätzlich setzt die Bundesregierung darauf, dass die Ukraine künftig stärker mithilfe von Zinsen aus eingefrorenem russischen Staatsvermögen unterstützt werden kann.

Auftragsbestand der deutschen Industrie geht weiter zurück

Bei der deutschen Industrie gehen weniger Aufträge ein. Bereits den sechsten Monat in Folge hat im Juni das Auftragspolster des Verarbeitenden Gewerbes abgenommen, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Der preisbereinigte Wert der noch offenen Bestellungen lag 0,2 Prozent unter dem Wert aus dem Mai und sogar 6,2 Prozent unter dem Vorjahresmonat.

Rückläufig waren die Auftragsbestände insbesondere bei den Schwergewichten Maschinenbau (-0,9 Prozent zum Vormonat) und Auto (-0,7 Prozent zum Vormonat). Für die Autosparte, der größten in der deutschen Industrie, war es bereits der 17. monatliche Rückgang in Folge.

Der Auftragsbestand von inländischen Kunden hat im Juni mit 0,6 Prozent erstmals seit Februar wieder zugelegt. Der Bestand an Aufträgen aus dem Ausland sank hingegen um -0,7 Prozent.

Unverändert blieb dennoch die Reichweite des Auftragsbestands bei 7,2 Monaten. Diese Zeit würden die Hersteller rechnerisch benötigen, um ihre gesamten Aufträge vollständig abzuarbeiten.

Redaktion onvista/dpa-AFX

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