Börse am Morgen 29.10.2024

Dax baut Gewinne aus – Adidas ist „mittelfristig zuversichtlich“ – Hellofresh stürzt unter zehn Euro

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Quelle: Curioso.Photography/Shutterstock.com

Der Dax hat seine moderaten Gewinne vom Wochenauftakt am Dienstag noch etwas ausgebaut. Trotz allem aber herrscht am Aktienmarkt laut Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners „aktuell eine fast schon gespenstische Ruhe“, was nicht zuletzt an den geringen Tagesschwankungen im Oktober abzulesen sei.

„Die große Frage ist jetzt, ob das die Ruhe vor dem Sturm ist“, so Altmann weiter. Denn am Dienstagabend beginnt mit der Google-Mutter Alphabet die Berichtssaison der Big-Techs in den USA und bis zur Präsidentschaftswahl ist es auch nur noch eine Woche hin. Hier sehen Umfragen derzeit ein offenes Rennen zwischen Kamala Harris und Donald Trump.

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Der Dax liegt gut eine Stunde nach Handelsbeginnn mit 0,5 Prozent im Plus bei 19.625 Punkten. Damit rückt er seinem vor knapp zwei Wochen erreichten Rekordhoch bei rund 19.675 Zählern wieder näher.

Im Blick steht konjunkturseitig hierzulande das vom Marktforschungsinstitut GfK ermittelte Verbrauchervertrauen. Es hellte sich im November ein wenig auf. Im späteren Tagesverlauf wird zudem noch das Stimmungsbarometer unter den Verbrauchern in den USA veröffentlicht, wobei auch dort mit Verbesserungen gerechnet wird, wie die Experten der Helaba schreiben.

Adidas nach starkem Quartal „mittelfristig zuversichtlich“

Der Sportartikelhersteller Adidas ist nach einem starken dritten Quartal optimistisch für die weitere Entwicklung. So hält der Vorstandsvorsitzende Björn Gulden das Geschäft mit zweistelligen Wachstumsraten sowohl in der Lifestyle- als auch der Sportkategorie für gut ausbalanciert.

Das starke zugrunde liegende Wachstum in China und die früher als erwartete Rückkehr zu positiven Zahlen der Marke Adidas in Nordamerika in den letzten beiden Quartalen stimmen uns für die mittelfristige Zukunft zuversichtlich.

Björn Gulden (Adidas-Chef)

Adidas hatte bereits am 15. Oktober vorläufige Zahlen vorgelegt und die Prognose zum wiederholten Male erhöht. Dies bestätigte das Unternehmen nun. So stieg der Umsatz um 7,3 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, währungsbereinigt legten die Erlöse um zehn Prozent zu. Dabei profitierte Adidas unter anderem von einer robusten Nachfrage nach Retro-Turnschuhen sowie Fußball-Trikots.

Getrieben wurde das Wachstum von der Kauffreude der Europäer. Aber auch im wichtigen chinesischen Markt konnte Adidas währungsbereinigt um knapp neun Prozent zulegen. Der Konzerngewinn aus dem fortgeführten Geschäft legte um 73,4 Prozent auf 469 Millionen Euro zu.

BP verdient mehr als erwartet - Aktienrückkauf läuft wie geplant

Der britische Ölkonzern BP hat im dritten Quartal vor allem wegen eines geringeren Ölpreises einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn ging im Jahresvergleich um fast ein Drittel auf 2,27 Milliarden Dollar zurück, wie das Unternehmen mitteilte.

Analysten hatten aber einen deutlich stärkeren Rückgang auf dem Zettel. Für das vierte Quartal erwarten die Briten eine geringere Produktion als im dritten Quartal. Zudem rechnet das Unternehmen auch im Schlussquartal mit niedrigen Raffineriemargen.

Trotz schwächerer Ergebnisse hält der Konzern an seinen Aktienrückkauf-Plänen fest. Im vierten Quartal sollen weiter eigene Anteile für 1,75 Milliarden Dollar erworben werden. Im dritten Jahresviertel kaufte BP bereits eigene Aktien für 1,75 Milliarden Dollar.

Mit Aktienrückkäufen wollen Unternehmen den Kurs stützen oder steigern, da weniger Anteile im Umlauf sind und damit theoretisch deren Wert steigt.

Investoren fordern Aktienrückkäufe bei gut kapitalisierten Unternehmen regelmäßig ein, da sie sich davon einen steigenden Kurs erwarten. Das für Aktienrückkäufe aufgewendete Geld fehlt allerdings dann für Investitionen ins Geschäft.

Hellofresh: Die Luft ist raus - Aktie fällt unter zehn Euro

Nach ihrem zuletzt starken Kurszuwachs steht am Dienstag die Hellofresh-Aktie nach Quartalszahlen unter Druck. Sie liegt gut eine Stunde nach Handelsbeginn mit 6,0 Prozent im Minus bei 9,91 Euro. Damit ist sie wieder unter die Mark von zehn Euro gerutscht, die sie erst vor Kurzem hinter sich gelassen hat.

Analyst Marcus Diebel von der US-Bank JPMorgan lobte das „großartige Quartal“ des Kochboxenanbieters. Das operative Ergebnis von 72 Millionen Euro liege klar über dem Konsens und seiner Prognose von etwa 40 Millionen Euro. Das Marketing sei deutlich zurückgefahren worden. Es müssten nun Nachweise erbracht werden, dass das Unternehmen den Kundenstamm halte.

Am vergangenen Freitag waren die Papiere angesichts einer Prognose für weniger Umsatz bei gleichzeitig mehr operativem Gewinn im laufenden Jahr um ein Fünftel in die Höhe gesprungen. Die nun vorgelegten Zahlen stimmten mit den Vorab-Daten vom Freitag überein und stützten den erneuerten Fokus auf die Profitabilität, schrieb Analyst Simon Baker von Bernstein Research.

Mit Kurszielen von 7,00 Euro von JPMorgan und 7,20 Euro von Bernstein sehen die Experten den jüngsten Kurszuwachs aber anscheinend skeptisch. Entsprechend votieren sie mit Neutral beziehungsweise Market-Perform.

Deutschland: Verbraucherstimmung steigt zum zweiten Mal infolge

Die Konsumlaune hat sich in Deutschland erneut etwas erholt, dennoch bleibt die Stimmung insgesamt pessimistisch. Der für November berechnete Konjunkturklimaindex der Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK und NIM steigt zum zweiten Mal infolge und legt um 2,7 Punkte auf -18,3 Punkte zu. Damit erreicht der Stimmungsindikator den höchsten Wert seit April 2022 kurz nach Ausbruch des Ukrainekriegs, teilten die Fachleute mit. Die konjunkturelle Entwicklung schätzten die Verbraucher allerdings erneut etwas pessimistischer ein.

Trotz des Anstiegs bleibe das Niveau des Konsumklimas nach wie vor überaus niedrig, erläuterte Konsumforscher Rolf Bürkl.

Die Verunsicherung durch Krisen, Kriege und gestiegene Preise ist derzeit immer noch sehr ausgeprägt und verhindert, dass für den Konsum positive Faktoren, wie spürbare reale Einkommenszuwächse, nicht ihre volle Wirkung entfalten können. Auch Nachrichten über Unternehmensinsolvenzen und Beschäftigungsabbau drückten die Konsumstimmung.

Rolf Bürkl (Konsumforscher)

Die Konjunkturerwartungen der Befragten sind zum dritten Mal infolge gesunken. Hinsichtlich ihrer Einkommenserwartungen sind sie dagegen etwas optimistischer. Die Inflation habe sich stabilisiert, während Löhne und Gehälter stiegen, heißt es in der Mitteilung. Auch die Rentner verfügen demnach über reale Zuwächse bei ihren Einkünften.

Redaktion onvista/dpa-AFX

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