Der Bitcoin hat schon ein neues Allzeithoch erreicht

So wirkt sich Trumps Wahlsieg auf verschiedene Anlageklassen aus

onvista · Uhr
Quelle: lev radin/Shutterstock.com

Bitcoin erklimmt neues Allzeithoch

Der Wahlsieg Trumps hat der ältesten Kryptowährung Bitcoin zu einem neuen Rekordhoch über 75.000 Dollar verholfen. Grund für den Optimismus der Bitcoin-Anleger ist die Äußerung Trumps, die USA zu einer „Welthauptstadt für Kryptowährungen“ machen zu wollen. Er wolle zudem ein „Pro-Innovations- und Pro-Bitcoin-Präsident sein“, den das Land so dringend brauche.

Trumps Wahlsieg lässt den Kryptomarkt auf regulatorische Lockerungen hoffen. Diese Hoffnungen sind nicht unbegründet: Auf der am 25. bis 27. Juli stattfindenden Bitcoin-Konferenz in Nashville versprach Trump, den Kryptomarkt weitgehend unreguliert zu lassen. Weiterhin sprach er sich für preiswerten Strom aus, um das Mining („Berechnen neuer Krypto-Einheiten“) zu fördern.

Während seiner ersten Amtszeit stand Trump den Kryptowährungen noch kritisch gegenüber. Im Wahlkampf akzeptierte er jedoch Spenden mit Kryptowährungen.

Deutsche Autowerte unter Druck

Die im Dax vertretenen Autowerte sind nach dem Wahlergebnis in den USA allesamt unter Druck geraten. Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, im Falle eines Wahlsieges die Zölle auf ausländische Produkte zu erhöhen. Diesem Abgabedruck können sie nur entgehen, wenn sie ihre Autos in den USA fertigen, was auch das erklärte Ziel von Trump ist.

Ich will, dass deutsche Autobauer amerikanisch werden. Ich will, dass sie ihre Fabriken hier bauen.

Donald Trump

Deutsche Autobauer sind aber bereits – teilweise seit Jahrzehnten – mit Produktionsstätten in den USA vertreten. BMW in South Carolina, Mercedes in Alabama und VW in Tennessee.

Bankaktien könnten profitieren

Laut einem Bericht der Schweizer Großbank UBS könnten Aktien von Banken und sonstigen Finanzunternehmen von Trumps Wahlsieg profitieren. Trump könnte, genau wie in seiner ersten Amtszeit, stark auf Deregulierung setzen. Das würde einem Abbau von Vorschriften und Auflagen bedeuten, was den Banken mehr Spielraum geben könnte. 

Laut den UBS-Analysten könnte das zu mehr Unternehmensdarlehen, Fusionen, Übernahmen und Aktivitäten an den Kapitalmärkten führen.

Erneuerbare Energien unter Druck

Erneuerbare-Energie-Aktien sind stark unter Druck geraten. Der Global-Clean-Energy-Index steht gegen Mittag mit über sechs Prozent im Minus. Dieser Index bildet die Entwicklung der größten Unternehmen ab, die im Geschäftsfeld der Erneuerbaren Energie („Clean Energy“) tätig sind. US-Werte machen knapp ein Drittel der Werte aus.

Es wird allgemein erwartet, dass Trump die fossilen Brennstoffe stärken wird. Während seiner ersten Amtszeit ist er aus dem Pariser Klimaabkommen ausgestiegen, weil der „Vertrag unfair gegenüber den USA“ sei. Unter Biden trat die USA dem Abkommen erneut bei. Experten rechnen damit, dass Trump erneut aus dem Abkommen austreten wird.

Da der US-Kongress das Pariser Klimaabkommen nie ratifiziert hat, obliegt die Entscheidung beim Präsidenten.

Chinesischer Aktienmarkt unter Druck

Die beiden wichtigen chinesischen Indizes – der Hang Seng für die Sonderwirtschaftsregion Hongkong und der CSI 300 für Festlandchina – gingen heute mit einem Minus aus dem Handel.

China ist Trumps Lieblingsziel für höhere Zölle.

Thomas Altmann (QC Partners)

Trump hatte schon während seiner ersten Amtszeit der chinesischen Regierung unfaire Praktiken vorgeworfen und Zölle verhängt.

Allerdings verhängte auch die Biden-Regierung Ende September Strafzölle auf chinesische E-Autos, die teilweise bis zu 100 Prozent des Wertes betragen. Hinzu kamen Zölle in Höhe von 50 Prozent auf Solarzellen sowie 25 Prozent auf Stahl, Aluminium, Batterien für Elektrofahrzeuge und wichtige Mineralien.

Trump könnte, so die Befürchtung, diese Zölle weiter anheben. So hat er während des Wahlkampfes eine Erhöhung der Zölle auf 200 Prozent angekündigt, sollte sich der Konflikt mit Taiwan verschärfen.

Mit den vor Kurzem verhängten Strafzöllen soll die chinesische Dominanz im Bereich der Elektromobilität gebremst werden. Wie die stellvertretende Vorsitzende der US-Notenbank Lael Brainard betont, sollen diese „harten, aber gezielten“ Maßnahmen die unfairen Wettbewerbsvorteile Chinas neutralisieren, die auf staatlichen Subventionen und dem Transfer von Technologien beruhen.

Ein sich verschärfender Handelskrieg könnte aber auch US-Firmen wie Apple und Nvidia treffen. Apple lässt große Teile seines Sortiments in China produzieren und Nvidia verkauft Chips nach China.

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