Deutsche Telekom hebt dank robuster Zahlen Gewinnziel an

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Frankfurt (Reuters) - Ermutigt von einem anhaltend robusten Kundenzustrom hat die Deutsche Telekom ihr Gewinnziel leicht angehoben.

"Die Wachstumsdynamik ist auf beiden Seiten des Atlantiks ungebrochen", sagte Christian Illek, Finanzchef des Bonner Konzerns, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Die Investitionen in die Infrastruktur zahlten sich aus. Illek rechnet nun für das Gesamtjahr 2024 mit einem bereinigten operativen Gewinn von rund 43 statt etwa 42,9 Milliarden Euro.

Vor allem dank der Partner-Angebote habe die Telekom in Deutschland 327.000 Mobilfunk-Vertragskunden hinzugewonnen, teilte das Unternehmen weiter mit. Gleichzeitig verdoppelte sich die Zahl der neuen Nutzer von Glasfaser-Anschlüssen auf 131.000, und auch das Geschäft mit klassischen DSL-Tarifen und mit Internet-TV sei gewachsen. Dadurch habe das Betriebsergebnis hierzulande das 32. Quartal in Folge zugelegt.

ANHALTENDES WACHSTUM IM RESTLICHEN EUROPA UND DEN USA

Auch im übrigen Europa lockte der Bonner Konzern mit Kombi-Tarifen für Mobilfunk und Festnetz zahlreiche neue Nutzer an. Beim TV-Geschäft stach Griechenland heraus, das dank attraktiver Sportrechte hier mehr als die Hälfte der insgesamt 41.000 Neuverträge stellte. Ein weiterer Lichtblick war die anhaltende Erholung bei der einstigen Problemsparte T-Systems. Der Auftragseingang der IT-Dienstleistungstochter wuchs um 18 Prozent und der Betriebsgewinn um überdurchschnittliche 17 Prozent.

Ihren Konzernumsatz steigerte die Deutsche Telekom im abgelaufenen Quartal um 3,6 Prozent auf 28,5 Milliarden Euro und den operativen Gewinn um 6,4 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro. Der Free Cash Flow, der als Gradmesser für die Dividendenhöhe gilt, legte um 32 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro zu. Bei Letzterem übertraf die Telekom die Erwartungen der von ihr befragten Analysten. Der kräftige Barmittel-Zufluss habe außerdem dazu beigetragen, die Verschuldung zu senken, betonte Finanzchef Illek. Das Verhältnis der Netto-Verbindlichkeiten zum Betriebsergebnis liege mit 2,64 unter der Zielmarke von 2,75. Sie habe damit gerechnet, dass die Telekom hierfür noch etwas länger benötigen werde, lobte LBBW-Analystin Bettina Deuscher. Die T-Aktie gewann bis zu 3,2 Prozent und steuerte auf den größten Tagesgewinn seit zwei Jahren zu.

NACH US-WAHL OPTIMISTISCHER AUSBLICK

Auf die Frage nach den möglichen Auswirkungen des Sieges von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen sagte Illek, er sei leicht positiv gestimmt. "Eine Trump-Regierung wird sicherlich nicht in Richtung Steuererhöhung zielen." Außerdem rechne er mit einem geringeren regulatorischen Druck. Eventuelle Zölle seien für sein Unternehmen kein Thema. "Wir produzieren in dem Land, in dem wir unsere Umsätze erzielen."

Die US-Tochter T-Mobile hatte im September für die kommenden Jahre bis 2027 Dividenden und Aktienrückkäufe im Volumen von bis zu 50 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Auch der Mutterkonzern lockt Anleger mit höheren Ausschüttungen. So soll die Dividende für 2024 auf 0,90 von 0,77 Euro je Aktie angehoben werden und in den kommenden Jahren weiter steigen.

(Bericht von Hakan Ersen, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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