Kaufzurückhaltung an der Börse – Delivery Hero: Aktie gibt Anfangsgewinne wieder ab

Am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger am Donnerstag zunächst vorsichtig agiert. Der Dax gab in der ersten Handelsstunde auf Xetra um über 0,1 Prozent auf knapp 20.300 Punkte nach.
Vor den US-Arbeitsmarktdaten am Freitag dürften sich die Marktteilnehmer zurückhalten, zu groß sei die Gefahr negativer Überraschungen, erläuterte Börsenkenner Andreas Lipkow. Die US-Notenbanker beobachteten die Inflationsentwicklung in den Vereinigten Staaten genau. Die Auswirkungen der geplanten US-Strafzölle ließen sich aktuell nur schwer abschätzen.
Vom Vortageshandel an der Wall Street und der US-Technologiebörse Nasdaq gibt es keine nennenswerten Impulse. An diesem Donnerstag sind die US-Börsen zudem wegen der Trauerfeier für den Ex-Präsidenten Jimmy Carter geschlossen.
Am Mittwoch hatte der Dax ein Rekordhoch nur knapp verpasst und die Gewinne anschließend abgegeben. Belastet wurden die Aktienkurse von der erneut aufgekommenen Sorge über Importzölle der USA unter dem designierten Präsidenten Donald Trump. „Nach dem vorerst gescheiterten Ausbruch über die 20.400er-Marke könnte es nun zu einer Konsolidierung der vorangegangenen Gewinne kommen“, schrieben die Charttechnik-Experten der UBS.
Delivery Hero: Aktie gibt Großteil der Gewinne wieder ab – Morgan Stanley positiv für Branche
Eine positive Einschätzung von Morgan Stanley zu Essenslieferdiensten treibt die Aktien von Delivery Hero am Donnerstag deutlich nach oben. Im vorbörslichen Handel auf Tradegate gewannen die Anteile 3,3 Prozent auf 30,34 Euro verglichen mit dem Xetra-Schluss.
Nach gut einer Stunde Handel auf Xetra hat die Aktie des Lieferdienstes einen Großteil der vorbörslichen Gewinne wieder abgegeben und rangiert mit knapp 0,8 Prozent im Plus bei rund 29,60 Euro.
Für den Morgan-Stanley-Analysten Ed Young sind die Essenslieferdienste der im Internetsektor bevorzugte Teilsektor. Sein Top Pick ist die Delivery-Hero-Tochter Talabat. Für Delivery Hero lautet sein Votum Overweight. Anleger könnten hier besonders von der Talabat-Tochter profitieren, wenngleich er für Talabat selbst noch mehr Chancen sieht.
Bayer mit weiterem Studienerfolg zu Elinzanetant gegen Wechseljahresbeschwerden
Der Bayer-Wirkstoff Elinzanetant gegen Wechseljahresbeschwerden hat in einer zulassungsrelevanten Studie zur Behandlung von Brustkrebspatientinnen die Ziele erreicht. In der Phase-III-Studie Oasis 4 erreichte das Mittel alle primären Endpunkte und zeigte im Vergleich zu Placebo eine statistisch signifikante Verringerung der Häufigkeit von Hitzewallungen, wie der Pharma- und Agrarchemiekonzern am Donnerstag mitteilte. Behandelt wurden Brustkrebspatientinnen, bei denen diese mittelschweren bis schweren vasomotorischen Symptomen (VMS) durch eine Hormonsenkungstherapie verursacht wurden.
Sollte Elinzanetant in dieser Indikation zugelassen werden, wäre es eine Alternative für von Brustkrebs betroffene Frauen, die keine Hormonersatztherapie möchten oder eine solche aus gesundheitlichen Gründen nicht nutzen können. Die Patientinnen leiden oftmals unter Wechseljahresbeschwerden, da Hormonsenkungstherapien zu einem niedrigeren Östrogenspiegel führen.
Aktuell laufen bereits Anträge auf eine Marktzulassung von Elinzanetant in den USA, der EU und anderen Märkten weltweit zur Behandlung von Frauen mit mittelschweren bis schweren Hitzewallungen im Zusammenhang mit der Menopause.
Bayer ist auf den Erfolg neuer Medikamente angewiesen, da Umsätze mit dem Milliarden-Medikament Xarelto wegbrechen. Patente auf den Blutgerinnungshemmer laufen nach und nach in verschiedenen Regionen der Welt aus.
Redaktion onvista/dpa-AFX