Neue Zollpolitik

Fed-Direktor Waller: Unsicherheiten sollten Geldpolitik nicht lähmen

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Die neue Zollpolitik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump wird aus Sicht von US-Notenbank-Direktor Christopher Waller nur einen geringen Einfluss auf die Preisentwicklung haben.

Seine Basissicht sei, dass die Einführung von Zöllen nur in einem bescheidenen Ausmaß Preissteigerungen bewirkten und dies auch nur zeitweise, merkte Waller in einer Rede für eine Veranstaltung an der University of New South Wales in Australien an. "Ich gebe zu, dass die Auswirkungen von Zöllen größer sein könnten als ich es erwarte", sagte er. "Aber wir müssen auch bedenken, dass es möglich ist, dass andere Politikmaßnahmen, die diskutiert werden, positive Angebotseffekte haben und zu Abwärtsdruck auf die Preise führen könnten", fügte er hinzu.

Die Federal Reserve hatte die Leitzinsen zuletzt in einer Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent belassen. Auch für die Zinssitzung im März gehen die meisten Experten davon aus, dass die US-Währungshüter ihre Füße still halten werden. Denn die für die Notenbank maßgeblichen Inflationsindikatoren lagen zuletzt einen halben Prozentpunkt oder mehr über der von der Federal Reserve angestrebten Zielmarke von 2,0 Prozent Teuerung. In den vergangenen Monaten hatte es nur wenig Verbesserungen gegeben.

Aus Sicht von Waller sollten die Daten das geldpolitische Handeln leiten und nicht Spekulationen über das, was passieren könnte. "Darauf zu warten, dass sich die wirtschaftliche Unsicherheit auflöst, ist ein Rezept für geldpolitische Lähmung." Er stimme zu, dass die Notenbank die Zinsen nicht antasten solle, bis die Inflation wieder sinke. Aber dies sei womöglich nur eine Frage der Zeit.

Der jüngste enttäuschende Anstieg der Verbraucherpreise könnte Waller zufolge auf saisonale Bereinigungen zurückzuführen sein und nicht auf zunehmenden Preisdruck. Die Verbraucherpreise in den USA hatten im Januar um 3,0 Prozent zum Vorjahresmonat zugelegt und waren damit noch schneller gestiegen als im Dezember mit 2,9 Prozent. Von Reuters befragte Volkswirte hatten dagegen auch für Januar mit 2,9 Prozent gerechnet. Die Daten sprächen nicht für eine Absenkung der Zinsen, sagte Waller. "Aber wenn sich 2025 wie 2024 entwickelt, könnten Zinssenkungen irgendwann in diesem Jahr angemessen sein."

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