Milliardenschwerer Bau

Thyssen setzt hinter Pläne für grünes Stahlwerk Fragezeichen

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Artikel teilen:
ThyssenKrupp Headquarter Essen
ThyssenKrupp Headquarter Essen · Quelle: Oliver Hoffmann/Shutterstock.com

Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez hat die bisherigen Pläne für den milliardenschweren Bau eines klimaschonenden Stahlwerks in Frage gestellt.

"Unter den gegebenen Rahmenbedingungen ist nicht sichergestellt, dass wir die Anlage in absehbarer Zeit wirtschaftlich betreiben können", erklärte der Manager am Mittwoch in einem Statement anlässlich eines Besuchs des Wirtschaftsausschusses im NRW-Landtag. Wenn sich daran nichts ändere, bestehe die Gefahr, dass in Duisburg eine der modernsten Anlagen der Welt zur Stahlerzeugung stehe – ohne ausreichende Versorgung mit dem gewünschten grünen Wasserstoff. Dies sei weder für das Unternehmen noch für Förderer wie das Land zufriedenstellend.

Nach den bisherigen Plänen soll in Duisburg für rund drei Milliarden Euro eine Anlage entstehen, die umweltfreundlich Stahl produzieren kann. Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) beteiligen sich zusammen mit rund zwei Milliarden Euro an dem Projekt, das der Stahlsparte den Weg in eine klimaschonende Zukunft ebnen soll. Lopez will die Stahlsparte in ein 50:50-Joint Venture mit einer Holding des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky führen. Offen ist, wie hoch die Mitgift des Konzerns an die Stahltochter sein wird.

"Wir bewegen uns mit diesem Projekt jedoch nicht nur an der Grenze des technologisch Machbaren. Wir bewegen uns derzeit auch an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Oder, stand heute: jenseits davon", erklärte der Manager.

Als die Entscheidung zum Bau der Anlage getroffen wurde, seien alle gemeinsam davon ausgegangen, dass zum Zeitpunkt der Fertigstellung ausreichend Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen für den Betrieb zur Verfügung stehe. Dies habe sich als zu ambitioniert herausgestellt. Deshalb gelte es jetzt, diese Rahmenbedingungen anzupassen. "Wir brauchen schnellstmöglich Pipelines in Deutschland und Europa, um den Wasserstoff wettbewerbsfähig dorthin zu transportieren, wo er gebraucht wird."

Das könnte dich auch interessieren

Bei Kone und TK Elevator Fusion
Schindler will Kartellbehörden einschalten24. März · Reuters
Kone-Logo auf Hauswand
Nettogewinn gesunken
E-Auto-Riese BYD mit Gewinnrückgang27. März · Reuters
E-Auto-Riese BYD mit Gewinnrückgang
Luftverteidigung im Fokus
Hensoldt nach Kaufempfehlung stark26. März · dpa-AFX
Hensoldt nach Kaufempfehlung stark
Premium-Beiträge
Kolumne von Stefan Riße
Kriegsende dürfte keine neuen Rekordkurse bringenheute, 06:37 Uhr · onvista-Partners
Edelmetall im Fokus
Wie geht's nun weiter bei Gold?24. März · onvista