Drei Fragen an Bernecker 18.04.2025

Was sind die größten Gefahren? - Hat Trump Vertrauen in die USA zerstört? - Verkauft China US-Bonds?

onvista · Uhr
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Quelle: Bernecker

Wo sehen Sie aktuell die größten Gefahren für Investoren?

Es geht zurzeit nicht um die größten Gefahren, sondern um die größten Gelegenheiten. Im kürzlichen Trump-Crash wurden rund zehn Billionen Dollar im größten Index der Welt, dem S&P 500, verbrannt. Zu 90 Prozent waren es Spekulationen in den Terminmärkten nebst aller Derivate. Sie beruhten auf Erwartungen, die sich ebenfalls in Luft aufgelöst haben.

Die aktuellen Kurse rechtfertigen im Wesentlichen das aktuelle Ertragsbild aller Westbörsen. Die neuen Signale gehen in den nächsten Wochen davon aus, was der amerikanische Präsident noch zu beschließen beabsichtigt und wie es in Europa, speziell in Deutschland, politisch weitergeht. Die aktuelle Relation von Risiko zu Chance ist dann auf etwa drei zu sieben zu taxieren.

Hat das Verhalten der Regierung Vertrauen in die USA zerstört?

Die Europäer leben seit über 60 Jahren unter dem Sicherheitsschirm der Amerikaner und finden dies selbstverständlich. Die Amerikaner wollen dies deutlich verändern und eine neue Risikoordnung etablieren. Das tut weh!

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Das Vertrauen auf die Pax Amerika funktionierte so ähnlich wie die Pax Augusta im alten Rom. Einer zieht die Reißleine und alle Folgen werden nun verteilt. Das kostet auch Geld und eigenen Wohlstand. Um diese Frage drehen sich die Diskussionen der nächsten Monate und Jahre. 

Werden die Chinesen ihre US-Staatsanleihen nun verkaufen?

Zurzeit gibt es einige Versionen in den Medien als größte Gefahr für die Amerikaner, wenn die Chinesen ihren aktuellen Anleihenbestand von rund 756 Milliarden US-Dollar verkaufen wollen, aber nicht können. Die US-Notenbank Fed benötigt zum Ankauf dieser Bestände drei Minuten. Im Zuge der Bondkäufe ab 2008 waren es insgesamt über zwei Billionen Dollar aus dem Besitz der Versorgungseinrichtungen.

Gesetzt den Fall, sie tun es dennoch, verfügen sie über den gleichen Betrag in Dollar in bar, also auf ihrem Geldmarktkonto. Was machen sie damit? Sie müssten diesen Dollar-Betrag in andere Währungen tauschen, zu angemessenen Kursen und möglicher Verwendung.

Weder der Euro noch der Yuan oder der Yen beziehungsweise das Pfund erlauben diese Größenordnungen. Die Dollar wiederum benötigen sie für die Abwicklung aller Handelsgeschäfte. Es lohnt sich mithin nicht, über dieses Thema ernsthaft zu diskutieren.

Ich wünsche Ihnen frohe Osterfeiertage und eine wunderschöne Frühlingszeit.

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