Die Re-Industrialisierung der USA ist eine Illusion
Die USA haben Industrie verloren, aber Technologie und Finanzen gewonnen – mit hohen gesellschaftlichen Kosten. Deutschland hat noch eine Chance, diesen Weg zu vermeiden. Die Frage ist: Nutzen wir sie?
Stefan Riße

Deutschland steht heute im Grunde da, wo die USA vor rund 30 Jahren standen. Es war der Beginn der großen Deindustrialisierung. Und während sich die Politik hierzulande aktuell bemüht, dem mit der Senkung der Energiekosten und dem Bürokratierückbau, wie es mittlerweile heißt, entgegenzuwirken, haben die USA dies einfach geschehen lassen. Die Volkswirtschaft insgesamt betrachtet nahm auch keinen Schaden. Es entstand das Silicon Valley mit den großen Technologiekonzernen, und bis zur Finanzkrise spielte auch die Finanzindustrie eine immer größere Rolle und übernahm immer größere Teile der Wertschöpfung.
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