Zollstreit

Lagarde: EU-Handelsdeal mit den USA nahe an Grundannahmen der EZB

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: Alexandros Michailidis/Shutterstock.com

Das Handelsabkommen zwischen den USA und der EU liegt nach den Worten von EZB-Präsidentin Christine Lagarde nahe an der Basisprognose der Europäischen Zentralbank.

Jedoch bestünden in Schlüsselsektoren wie der Pharma- und Halbleiterindustrie weiterhin Unsicherheiten, sagte sie am Mittwoch auf einer Veranstaltung in Genf. Das Handelsabkommen sehe einen effektiven Durchschnittszoll von schätzungsweise zwölf bis 16 Prozent für US-Importe von Waren aus dem Euroraum vor. "Dieser effektive Durchschnittszoll liegt etwas höher als die Annahmen unserer Basisprojektionen vom vergangenen Juni, aber immer noch nahe daran", sagte Lagarde.

Das Ergebnis des Handelsabkommens liege deutlich unter dem Negativszenario von US-Zöllen von über 20 Prozent. Die Basisprognose der EZB geht von einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent im nächsten Jahr aus, während das Negativszenario dieses auf 0,7 Prozent gesenkt hätte. Lagarde fügte hinzu, dass das Handelsabkommen das Wirtschaftswachstum wahrscheinlich belasten werde. Eine lange vorhergesagte Verlangsamung sei bereits in den Wirtschaftsdaten des zweiten Quartals zu erkennen.

Die EU und die USA hatten Ende Juli ihren monatelangen Handelsstreit mit einer Einigung entschärft. Die Vereinbarung sieht einen pauschalen Zollsatz von 15 Prozent vor. Insgesamt hätten die jüngsten Handelsabkommen die globale Unsicherheit gemildert, sagte Lagarde. Diese sei aber keineswegs beseitigt. Eine Messgröße für die globale handelspolitische Unsicherheit sei seit ihrem Höchststand im April zwar um etwa die Hälfte gefallen. Sie liege aber weiterhin deutlich über ihrem historischen Durchschnitt.

Die EZB hatte nach einer Serie von sieben Zinssenkungen in Folge die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer jüngsten geldpolitischen Sitzung im Juli pausiert und sich zum künftigen Kurs weitgehend bedeckt gehalten. Sie beließ den Einlagesatz, den Leitzins im Euroraum, bei zwei Prozent. Den Satz erhalten Banken, wenn sie bei der Zentralbank überschüssige Gelder parken. Über ihn steuert die EZB maßgeblich ihre Geldpolitik.

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