Konjunkturdaten

Einzelhandel mit überraschend kräftigem Umsatzminus im Juli

Reuters · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Quelle: Alexey Fedorenko/Shutterstock.com

Berlin (Reuters) - Der deutsche Einzelhandel ist überraschend schlecht in die zweite Jahreshälfte gestartet.

Der Umsatz sank im Juli um 1,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Inflationsbereinigt fiel der Rückgang mit real 1,5 Prozent noch größer aus. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten hier nur mit einem Minus von 0,4 Prozent gerechnet, nach einem Plus von 1,0 Prozent im Juni.

Der Umsatz mit Lebensmitteln fiel real um 1,8 Prozent niedriger aus als im Juni. Der Internet- und Versandhandel verzeichnete sogar einen Rückgang von 3,8 Prozent. Der Branchenverband HDE rechnet für das Gesamtjahr mit einem Umsatzplus von zwei Prozent. Real soll es auf einen Zuwachs von 0,5 Prozent hinauslaufen.

Der Branche droht eine schwierige zweite Jahreshälfte. Wegen zunehmender Arbeitsplatzsorgen sank die Kauflaune der Deutschen zuletzt drei Monate in Folge, wie GfK-Marktforscher und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) bei ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern herausfanden. Zudem trübte sich die Stimmung im Einzelhandel im August bereits den dritten Monat in Folge ein: Das Barometer für das Geschäftsklima sank um 1,1 Zähler auf minus 24,0 Punkte, wie das Ifo-Institut zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. "Die konjunkturelle Erholung kommt noch nicht in Fahrt", sagte Ifo-Experte Patrick Höppner. "Auch im Einzelhandel lässt ein Stimmungsumschwung weiter auf sich warten."

Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert vor diesem Hintergrund von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rasche Maßnahmen zur Stärkung der heimischen Konjunktur. "Die Bedeutung der Binnenwirtschaft muss aktuell mehr in den Fokus rücken", heißt es in einem in dieser Woche veröffentlichten Schreiben. Einzelhandel, Dienstleistungssektor und Handwerk seien zwar stark aufgestellt und leistungsfähig. Sie litten jedoch unter hohen Kosten. "Es braucht ein Sofortprogramm für die Binnenwirtschaft", forderten HDE-Präsident Alexander von Preen und HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. "Schnelles Handeln ist gefragt."

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