Anleihen, Aktien, Gold, Bitcoin, Devisen – Wer hat im ersten Quartal am besten abgeschnitten?

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Anleihen, Aktien, Gold, Bitcoin, Devisen – Wer hat im ersten Quartal am besten abgeschnitten?

In den ersten beiden Monaten dieses Jahres lief es gut an den Börsen, trotz einiger Zwischenfälle, wie beispielsweise der aufflammenden Krise zwischen dem Iran und den USA gleich zu Beginn des Jahres. Die großen Indizes konnten allesamt neue Höchststände erklimmen, die Verwerfungen des Handelskrieges im Vorjahr und der Kursrutsch im vierten Quartal 2018 schienen vergessen.

Dann sind die Märkte im dritten Monat durch den endgültigen Ausbruch des Coronavirus auf dem ganzen Planeten in extreme Verwerfungen hineingestürzt, die von vielen Marktbeobachtern hinsichtlich der Geschwindigkeit als beispiellos beschrieben worden sind. Das zurückliegende Quartal wird als ein historisch schlechtes bezeichnet – und das ist erst der Beginn der Shutdown-Phase, die sich negativ auf die Wirtschaftsleistung auswirkt. erste genaue Zahlen und weitere Ausblicke werden Mitte April mit dem Beginn der Quartalsberichtssaison kommen.

Mit welcher Anlageklasse ist man aber am besten gefahren, wenn man am 1.1.2020 investiert hätte und während der Talfahrt nicht ausgestiegen wäre? Ein kleiner Überblick:

Knock-Outs zum Goldpreis

Kurserwartung
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Anleihen: Die wohl konservativste Anlageklasse hat sich in dieser Periode am besten geschlagen. Sowohl 10-jährige, als auch 30-jährige US-Staatsanleihen konnten im März starke Kurszuwächse verbuchen. Anleihen gelten als sichere Anlage und die der Druckerpresse der Weltleitwährung – der USA – sind in Zeiten wie diesen besonders begehrt. Mit zu dem Kurszuwachs beigetragen haben dürfte auch die extreme Politik der US-Notenbank, da durch die angebotenen Repo-Geschäfte auf dem Geldmarkt US-Anleihen als Pfand aktzeptiert wurden. Auch bei den neu eingeführten Dollar-Swap-Lines mit den anderen Notenbanken der Welt, die dazu da sind um die Dollar-Liquidität trotz stark gestiegener Nachfrage zu gewährleisten, wurden US-Staatsanleihen von der Fed als Tauschmittel akzeptiert. Auf der Kursseite gibt es also enorme Gewinne – auf der Renditeseite sieht es allerdings gegenteilig aus. Anleihen verschiedenster Staaten rentieren auf historisch niedrigem, teilweise negativem Niveau. Wollen Anleger also von Anleihen profitieren, müssen sie sie vor Ablauf veräußern, sonst könnte es gar ein Verlustgeschäft werden.

Gold: Neben Anleihen konnte auch der sichere Hafen Gold sich von seiner glänzenden Seite zeigen. Im Vergleich zu der Volatilität aller anderen Assetklassen hat sich der Kurs von Gold bemerkenswert stabil gehalten. Auf Quartalssicht steht immerhin ein Plus von 4 Prozent zu Buche, obwohl auch das Edelmetall zwischenzeitlich stark unter Druck gestanden hat, da viele Institutionelle Investoren gezwungen waren, Bestände zu verkaufen um Margin Calls zu bedienen und genügend Liquidität zu haben.

Bitcoin: An dritter Stelle kommt überraschender Weise bereits die Kryptowährung Bitcoin. Das Asset musste im Zuge des allgemeinen Marktcrashes wohl den schärfsten Kurssturz verkraften, vom Vor-Krisenhoch bei über 9000 Dollar bis zum Tief bei knapp 4000 Dollar waren es fast 60 Prozent Kursverlust. Doch der Schmerz kam nicht nur rein vom Wertverlust her, sondern auch vom beschädigten Image des alternativen „sicheren Hafens“. Allerdings war die anschließende Erholungsbewegung ebenfalls beachtlich. Stand 1. April liegt das Minus seit Jahresanfang bei 12 Prozent – weniger als bei den großen Aktienindizes. Die starke Rally in den ersten zwei Monaten hat für einen guten Puffer gesorgt. Spannend wird es jetzt im Mai, wenn das nächste „Halving“ ansteht und die neu erzeugte Bitcoin-Menge auf 6,25 halbiert wird. Viele Marktbeobachter sprechen diesem Ereignis eine positive Wirkung auf den Preis zu, da dies bereits bei den letzten beiden Halvings der Fall war.

Aktien: Langsam kommen wir in den Bereich, wo das Minus seit Jahresanfang bei 20 Prozent und mehr liegt. Hier haben sich die Aktienmärkte eingenistet. Im Zuge des Crashs standen Verluste von bis zu 40 Prozent bei Dax, Dow, S&P 500 und Co an. Mit der anschließenden starken Gegenbewegung konnten die Verluste bisher halbiert werden. Dennoch sind die Märkte weiterhin in Volatilität getränkt. Von einer Beruhigung ist keine Spur, da der entscheidende Faktor die weitere Verbreitung des Virus und entsprechend die Länge des Shutdowns sein werden – ohne Anhaltspunkte lässt sich für Unternehmen und die Finanzmärkte nur schwer planen. Erste Anhaltspunke wie die bisherigen Schäden bei den einzelnen Unternehmen ausgefallen sind dürfte die Mitte April startende Berichtssaison geben. Spannend zu sehen ist jedoch, dass die asiatischen Aktienmärkte sich besser geschlagen haben, obwohl das Virus in China ausgebrochen ist und bisher wohl die meisten Schäden angerichtet hat. Die Erklärung könnte einerseits darin liegen, dass die Produktion dort bereits wieder aufgenommen wurde und sich somit etwas Entspannung eingestellt hat. Ein noch interessanterer Punkt liegt jedoch in der Struktur der Märkte: Der starke Einbruch in Europa und den USA wurde vor allem auch mit dem automatisierten Trading und Algorithmen erklärt, die den Abwärtsdruck massiv verstärkt haben. Die asiatischen und vor allem chinesischen Märkte sind viel stärker durch Privatanleger geprägt und waren daher weniger stark vom Effekt der Algorithmen betroffen.

Devisen: Bei den Devisen steht der US-Dollar im Fokus, der als Weltleitwährung vor allem in Zeiten von Krisen sehr gefragt ist. Ein Großteil der Kapitalströme auf der Welt laufen über das Greenback. Erste Engpässe bei der Liquidität haben die FED wie weiter oben beschrieben bereits zu ernsten Maßnahmen veranlasst. Auf Quartalssicht ist der Dollar gegenüber dem Euro um 1,7 Prozent aufgewertet. Gegenüber dem als sicherer Hafen geltenden Schweizer Franken musste er um 0,6 Prozent abgeben, gegenüber dem japanischen Yen sogar um über 1 Prozent. Die größte Bewegung unter den relevanten Währungen gab es aber beim britischen Pfund. Der Dollar ist dem Pfund gegenüber um 6,9 Prozent aufgewertet – eine extreme Bewegung für den Devisenmarkt.

ÖlRichtig düster sieht es beim Ölpreis aus. Die Preise für WTI und Brent blicken in den ersten drei Monaten des Jahres auf einen Kursverfall von 66 Prozent zurück. Bereits seit dem Aufflammen des Konflikts zwischen den USA und dem Iran steht der Ölmarkt unter Stress, doch das ausbrechende Virus hat erst die richtige Talfahrt ausgelöst – jedoch im Zusammenspiel mit dem ausgebrochenen Streit unter den Opec-Mitgliedern. Russland hat sich gegen eine Drosselung der Produktion quer gestellt und daraufhin ist es vor allem mit Saudi Arabien zu Spannungen gekommen. In Kombination mit den Rezessionsängsten durch die Pandemie hat das den Ölpreis in die Tiefe stürzen lassen – und hatte gleichzeitig für einen Schock an den Aktienmärkten gesorgt.

Und ETF-Sparer?

Wie sieht es bei den ETFs aus? Zum Vergleich haben wir hier nur die größten genommen, zum einen die wichtigsten Indizes und dann noch die beiden großen ETFs im Bereich Emerging Markets und den MCI World.

Am besten haben die 50 größten Werte an der Hongkonger Börse, die der Hang Seng abbildet, abgeschnitten. Der S&P 500 liegt dank seiner starken Erholung dahinter. An dritter Stelle kommt bereits der MCI World, der mit 1600 Werten aus aller Welt zwar durchaus diversifiziert ist, jedoch auch stark mit US-Werten gewichtet ist. Am schlechtesten sieht es für Europa und die Emerging Markets aus.

onvista-Redaktion

Titelfoto: Who is Danny / Shutterstock.com

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