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Deutsche Bank: Skandal über Skandal – Wo haben die Frankfurter nicht mitgemischt?

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Deutsche Bank: Skandal über Skandal – Wo haben die Frankfurter nicht mitgemischt?

Es klingt schon etwas komisch, dass sich die Frankfurter Bank über eine Razzia in den eigenen Geschäftsräumen wundert. Gefühlt hat die Deutsche Bank seit der Finanzkrise keinen Skandal in der Finanzbranche ausgelassen. Selbst wenn das Ungemach an anderer Stelle aufgedeckt wurde, wie zum Beispiel aktuell bei der Danske Bank, dann fällt früher oder später auch der Name des Frankfurter Finanzinstituts.

Hübsches Sümmchen zusammengekommen

Die Verwicklung in die vielen Skandale der Branche lässt nicht nur das Vertrauen in die Deutsche Bank schwinden, es kostet auch eine ganz schöne Stange Geld. Allein das Vorgehen auf dem amerikanischen Immobilien-Markt vor und während der Finanzkrise hat die Frankfurter über 9 Milliarden Dollar gekostet.

Chart Deutsche Bank

30 Milliarden Euro einfach weg

2007 stand die Aktie der Deutschen Bank noch über 80 Euro und kam auf eine Marktkapitalisierung von mehr als 47 Milliarden Euro. Heute ist wieder der Kampf mit der 8 Euro Marke entbrannt und der Wert der Deutschen Bank liegt bei gerade noch 17 Milliarden Euro. Wertverlust und Strafzahlungen zusammen ergeben einen ganz schön großen Betrag, den die Frankfurter in den vergangenen 10 Jahren durch den Kamin gejagt haben.

Es scheint einfach nicht aufzuhören

Immer wieder wird die Deutsche Bank von unsauberen Geschäften aus der Vergangenheit eingeholt. Jüngstes Beispiel sind die Ermittlungen wegen des Verdachts von Geldwäsche im Zusammenhang mit den „Panama Papers“, in deren Rahmen das Institut am Donnerstag und heute von rund 170 Beamten durchsucht wurde.

Einzigartige Aktion der Bafin

Im September hatte die Finanzaufsicht BaFin einen Sonderbeauftragten bei dem größten deutschen Geldhaus eingesetzt, der die Durchführung der von der BaFin angeordneten Maßnahmen im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung überwachen soll. Der Mann ist nicht zu beneiden, er hat wahrscheinlich alle Hände voll zu tun, wenn er auch für die Aufarbeitung der vergangenen Skandale verantwortlich ist. Wir haben mal eine Chronik der Skandale, in die die Deutsche Bank verwickelt ist, zusammengestellt.

Aktueller Fall: Die „Panama-Papers“

Die Aufdeckung von über 214.000 Briefkastenfirmen in Panama durch ein internationales Journalistennetzwerk sorgte im Frühjahr 2016 für Aufsehen. Darin wurde enthüllt, wie Politiker, Sportfunktionäre, Milliardäre, Prominente und Kriminelle weltweit von der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen in Panama nutzen, um Steuern in ihren Heimatländern zu umgehen. Im Sommer 2017 teilte das Bundeskriminalamt (BKA) mit, im Besitz der Dokumente zu sein.

Deutsche Bank hat wohl mitgemischt

Nach Auswertung der Daten zu den „Panama Papers“ und den sogenanten „Offshore-Leaks“ hegen die Ermittler den Verdacht, dass die Deutsche Bank ihren Kunden bei der Gründung von Offshore-Gesellschaften in Steuerparadiesen behilflich war. Dabei seien Gelder aus Straftaten auf Konten der Deutschen Bank transferiert worden, ohne dass die Bank den Verdacht auf Geldwäsche pflichtgemäß angezeigt hätte. Über eine zum Konzern gehörende Gesellschaft auf den Britischen Jungferninseln sollen allein im Jahr 2016 über 900 Kunden mit einem Geschäftsvolumen von 311 Millionen Euro betreut worden sein. Strafzahlungen nicht ausgeschlossen.

Geldwäsche Skandal Danske Bank:  Deutsche Bank schon aus dem Schneider?

Zuletzt waren die Frankfurter auch im Zusammenhang mit dem Geldwäscheskandal bei der Danske Bank ins Visier geraten. Sie war bis 2015 als sogenannte Korrespondenzbank für die Dänen tätig. Über ihre Systeme sollen rund 150 Milliarden Euro an verdächtigen Geldern abgewickelt worden sein. In dem Fall hat sich die Deutsche Bank auf den Standpunkt gestellt, man habe keine Kenntnis der Danske-Kunden und ihrer Machenschaften gehabt und auch nicht haben müssen.

Die Sache mit den US-Hypotheken: Deutsche Bank hat ordentlich geblecht

Die Behörden sehen es als erwiesen an, dass die Deutsche Bank auf dem amerikanischen Immobilienmarkt trickste – und damit maßgeblich zur weltweiten Finanzkrise beigetragen hat. Das Institut kaufte ausfallgefährdete Hypotheken auf, bündelte diese in komplexe Wertpapiere und verkaufte die Bonds dann als sicheres Investment an Anleger weltweit. Als der Markt abstürzte, wurden die Bonds auf einen Schlag wertlos. Intern wettete die Bank aber schon länger erfolgreich auf den großen Crash.

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Über 9 Milliarden Dollar Strafe gezahlt

Bereits Ende 2013 hatte die Deutsche Bank in einem ersten Schritt eine Strafe von 1,9 Milliarden Dollar an die beiden verstaatlichten US-Baufinanzierer Freddie Mac und Fannie May abgedrückt. Im Januar 2017 folgte ein Vergleich mit dem US-Justizministerium für 7,2 Milliarden Dollar, davon gut drei Milliarden Dollar in cash.

Geldwäsche in Russland: Auch hier fällt der Name der Frankfurter

Die Russland-Affäre wurde 2015 bekannt. Nach Erkenntnissen der Ermittler konnten Kunden seit 2011 mit Aktien-Geschäften über die Bank Rubel-Schwarzgeld in Höhe von rund zehn Milliarden Dollar waschen. Weil der Dollar betroffen war, schalteten sich die US-Behörden ein. Zeitweise stand auch der Verdacht im Raum, bei den undurchsichtigen Transaktionen könnten Geschäfte mit Personen gemacht worden sein, die eigentlich mit US-Sanktionen belegt worden sind. Dieser Verdacht erhärtete sich bislang aber nicht.

Sache noch nicht komplett vom Tisch - 600 Millionen Euro Strafe

Jedenfalls bemängelten die New Yorker Finanzaufsicht DFS und die britische Finanzaufsicht FCA nur laxe interne Kontrollen – und verdonnerten die Bank in einem Teil-Vergleich zu einer vergleichsweise günstigen Strafe von umgerechnet knapp 600 Millionen Euro. Das US-Justizministerium ermittelt aber weiter.

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US-Sanktionen gegen den Iran: Gelten die auch für Frankfurt?

Schon länger steht die Deutsche Bank im Verdacht, gegen Sanktionen verstoßen zu haben, die die USA in der Vergangenheit gegen Länder wie den Iran verhängt haben. Die Gespräche über einen Vergleich laufen Insidern zufolge. Orientierung könnte der Fall Commerzbank geben: Sie zahlte wegen ähnlicher Verstöße 1,45 Milliarden Dollar Strafe. Die Deutsche Bank musste zwar Ende 2015 bereits knapp 260 Millionen Dollar zahlen. Sie hat sich aber – anders als die Commerzbank – noch längst nicht mit allen ermittelnden Behörden geeinigt. Die Strafe könnte daher noch in den Milliarden Dollar Bereich kommen.

Devisen: Da lässt sich doch auch was machen

In den Ermittlungen wegen Manipulationen auf dem Billionen schweren Devisenmarkt kam die Deutsche Bank bislang glimpflich davon. Die US-Notenbank Fed verhängte im April 2017 eine Buße von rund 160 Millionen Dollar. Vier Jahre lang untersuchte die Behörde das Geschäftsgebaren der Frankfurter im Devisenhandel. Im Raum stand der Vorwurf unlauterer Absprachen zulasten der Kunden. Das Ergebnis: Die internen Kontrollen waren mangelhaft. Demnach war es Mitarbeitern der Bank möglich, sich in Chatrooms mit Händlern anderer Häuser über Transaktionen auszutauschen. Das US-Justizministerium, die US-Derivateaufsicht CFTC sowie die britische Finanzaufsicht FCA schlossen ihre Ermittlungen in der Sache hingegen ohne eine Strafforderung an die Frankfurter ab, während andere internationale Großbanken Milliarden zahlen mussten.

Zins-Skandal: Da haben die Frankfurter ganz vorne mitgemischt

Wegen der Manipulation wichtiger Referenzzinssätze wie Euribor und Libor musste die Deutsche Bank viel Geld zahlen. Die EU-Kommission verhängte Ende 2013 eine Strafe von 1,7 Milliarden Euro gegen sechs Großbanken, davon entfiel mit 725 Millionen Euro der Löwenanteil auf das Frankfurter Geldhaus. Die Behörden in Großbritannien und den USA brummten der Bank eine Strafe von 2,5 Milliarden Dollar auf.

Kein Fettnäpfchen ausgelassen

Die Liste der Verfehlung des größten deutschen Finanzinstituts in den vergangenen Jahren ist lang und teuer. Da wundert es schon fast, dass die Aktie sich über 8 Euro halten kann. Immer wieder, wenn es ein Stück aufwärtsgeht, wird die Bank von einem weiteren Skandalen eingeholt. Eine Dauerbelastung für Vertrauen und Kurs.

Markus Weingran

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Foto: 360b / Shutterstock.com

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