Intesa Sanpaolo, Vinci, Talanx und Snap mit Tages-Comeback von 50 Prozent – die wichtigsten News zum Börsenstart

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Die Anleger bleiben nervös und haben die Finger nach wie vor schnell am Verkaufsknopf wenn etwas nicht passt. Das zeigt der Donnerstag besonders gut. Die Aktien von Amazon gaben im regulären Handel beide kräftig ab, da Meta den kompletten Tech-Sektor mit seinen Zahlen unter Druck gesetzt hatte. Nachbörslich schossen beide Papiere dann wieder in die Höhe, da die eigenen Zahlen deutlich besser waren als vermutet.

Daher bleibt der Dax auch zum Wochenausklang lieber vorsichtig. Im frühen Handel gewinnt der deutsche Leitindex 0,16 Prozent auf 15 393 Punkte und dreht dann relativ schnell ins Minus. Der MDax rückt um 0,49 Prozent auf 33 836 Zähler vor. Der EuroStoxx 50 als Leitindex für die Eurozone gewinnt ein halbes Prozent.

Talanx: Schneller am Ziel als gedacht

Der Versicherungskonzern hat ein Jahr früher als geplant seinen ersten Milliardengewinn erzielt. Der Überschuss von 2021 liege nach vorläufigen Zahlen bei 1,01 Milliarden Euro, teilte der Mehrheitseigner des Rückversicherers Hannover Rück überraschend am Donnerstagabend in Hannover mit. Damit übertraf der Konzern im Naturkatastrophenjahr 2021 sowohl die Erwartungen von Analysten als auch sein eigenes Ziel, einen Gewinn am oberen Ende der Spanne von 900 bis 950 Millionen Euro zu erreichen.

Einen Milliardengewinn hatte Vorstandschef Torsten Leue eigentlich erst für 2022 ins Auge gefasst. Im ersten Corona-Jahr 2020 war der Überschuss infolge der pandemiebedingten Schäden wie Veranstaltungsausfällen und der Schließung von Hotels und Restaurants auf 673 Millionen Euro eingebrochen. Für das laufende Jahr peilt der Vorstand weiterhin einen Gewinn von 1,05 bis 1,15 Milliarden Euro an.

Snap: Steile Achterbanhnfahrt

Die Macher der Foto-App Snapchat haben mit frischen Geschäftszahlen skeptische Anleger überzeugen können. Die Investoren hatten am Donnerstag die Aktie der Betreiberfirma Snap im Sog des Facebook-Kursabsturzes um mehr als 23 Prozent einbrechen lassen. Doch als Snap nach US-Börsenschluss eigene Zahlen vorlegte, drehte die Stimmung. Der Kurs sprang im nachbörslichen Handel binnen Minuten um über 47 Prozent hoch.

Die Zahl der täglich aktiven Snapchat-Nutzer stieg zuletzt binnen drei Monaten von 306 auf 319 Millionen. Zudem erhöhte Snap den Umsatz im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 42 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar (gut 1,1 Mrd Euro). Unterm Strich blieb ein Gewinn von 22,5 Millionen Dollar nach roten Zahlen von 113 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Für das laufende Vierteljahr stellte Snap gut eine Milliarde Dollar Umsatz in Aussicht.

Der Facebook-Konzern Meta hatte am Donnerstag über ein Viertel seines Werts verloren. Auslöser für den Kurssturz waren der erste Rückgang bei der Zahl täglich aktiver Facebook-Nutzer und die Enttäuschung der Anleger über die Umsatzprognose für das laufende Quartal. Auch Aktien von Facebook-Konkurrenten wie Snap gerieten unter die Räder.

Intesa Sanpaolo: Dividende & Aktienrückkäufe

Die italienische Großbank will nach einem starken Ergebnis im vergangenen Jahr den Gewinn weiter kräftig steigern. Im laufenden Jahr will die Bank mehr als fünf Milliarden Euro verdienen. 2025 soll der Gewinn dann bei 6,5 Milliarden Euro liegen, wie die im EuroStoxx 50 notierte Bank am Freitag in Turin mitteilte. Die Ziele liegen im Rahmen der Erwartungen der von der Nachrichtenagentur Bloomberg erfassten Experten. Ein Teil des Gewinnanstiegs soll aus Kosteneinsparungen kommen.

Im vergangenen Jahr lag der Gewinn bei 4,2 Milliarden Euro und damit 28 Prozent über dem 2020er-Wert. Da die Bank gut mit Kapital ausgestattet ist, will sie in den kommenden Jahren viel Geld in Dividenden und Aktienrückkäufe stecken. So sollen künftig 70 Prozent des Gewinns in Form von Dividenden direkt an die Aktionäre fließen. Zudem sind umfangreiche Aktienrückkäufe geplant, allein in diesem Jahr sind dafür 3,4 Milliarden Euro vorgesehen.

Ford: Erwartungen nicht getroffen

Der zweitgrößte US-Autobauer tut sich angesichts der Chipkrise und weltweiter Lieferkettenprobleme weiter schwer. In den drei Monaten bis Ende Dezember verbuchte Ford laut Mitteilung vom Donnerstag einen bereinigten Betriebsgewinn von 2,0 Milliarden Dollar (1,8 Mrd Euro) und blieb damit hinter den Markterwartungen zurück. Die Aktie sank nachbörslich um knapp fünf Prozent. Vor einem Jahr hatte Ford noch stark unter der Corona-Krise gelitten und nur 1,7 Milliarden Dollar verdient. Den Umsatz steigerte der Konzern nun um fünf Prozent auf 37,7 Milliarden Dollar.

Im Gesamtjahr 2021 machte Ford einen Nettogewinn von 17,9 Milliarden Dollar, nachdem die Pandemie im Vorjahr rote Zahlen verursacht hatte. Dabei profitierte die Bilanz zwar auch stark von einem über acht Milliarden Dollar schweren Sondererlös durch eine Beteiligung am Elektroautobauer Rivian , der im November an die Börse gegangen war. Doch auch das bereinigte Betriebsergebnis legte um 7,5 Milliarden auf 10,0 Milliarden Dollar zu. Die Erlöse wuchsen im Jahresverlauf um sieben Prozent auf 136,3 Milliarden Dollar. Fords Europageschäft machte einen operativen Jahresverlust von 154 Millionen Dollar.

Vinci: 2022 soll Corona vergessen machen

Weiterhin hohe staatliche Infrastrukturausgaben und die gestiegene Mobilität der Menschen nach dem Ende vieler Corona-Einschränkungen haben Vinci im vergangenen Jahr eine kräftige Erholung beschert. Der französische Bau- und Dienstleistungskonzern Vinci steigerte laut einer Mitteilung vom Freitag den Umsatz im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 49,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben knapp 2,6 Milliarden Euro hängen und damit mehr als doppelt so viel wie 2020. Damit übertraf der Konzern zumindest beim Umsatz das Vorkrisenniveau von 2019, beim Gewinn fehlt noch ein gutes Stück. 2022 soll das Ergebnis dann aber über dem 2019er liegen.

Deutlich erholt hat sich vor allem das Geschäft mit Mautstraßen. Es erreichte fast das Niveau von 2019, während die Erholung der Flughafensparte sich noch vergleichsweise schleppend gestaltet. Zuwächse verzeichnete der Konzern zudem im Baugeschäft sowie mit seinem Dienstleistungsangebot rund um Stromversorgung, Elektro- und Automationslösungen, IT sowie Netzwerk- und Kommunikationsangebote.

Angesichts der wieder besser laufenden Geschäfte will Vinci seinen Aktionären eine Dividende in Höhe von insgesamt 2,90 Euro je Aktie zahlen. Abzüglich der bereits im November ausgeschütteten 0,65 Euro winkt den Aktionären also noch eine Zahlung von 2,25 Euro je Anteilsschein. Das ist mehr als von Analysten im Mittel erwartet.

Sanofi: Gewinn bricht ein – Aktie nicht

Der Pharmakonzern Sanofi ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen. Dabei konnten die Franzosen auf ihren Kassenschlager Dupixent bei Neurodermitis bauen. Der Konzernumsatz zog um knapp fünf Prozent auf 37,8 Milliarden Euro an, wie der Konzern am Freitag in Paris mitteilte.

Der Überschuss brach im Vergleich zum Vorjahr um fast die Hälfte auf rund 6,2 Milliarden Euro ein, allerdings hatte Sanofi im Vorjahr noch von einem milliardenschweren Anteilsverkauf profitiert. Zudem schlugen unter anderem auch hohe Abschreibungen und ein negativer Steuereffekt ins Kontor. Solche Sonderposten ausgeklammert lief es allerdings ergebnisseitig deutlich besser: Das bereinigte operative Ergebnis kletterte um fast zehn Prozent auf 10,7 Milliarden Euro und traf damit die Erwartungen der Analysten.

Für das neue Jahr peilt Sanofi beim um Sonderposten bereinigten Ergebnis je Aktie ein Plus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich an, gerechnet zu konstanten Wechselkursen. Im vergangenen Jahr hatte Sanofi bei dieser Kennziffer wechselkursbereinigt um 15,5 Prozent auf 6,56 Euro zugelegt.

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Redaktion onvista / dpa-AFX

Foto: Vintage Tones / shutterstock

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