Krypto-Markt: Bitcoin hadert mit 30.000 Dollar Marke und Terra Luna stürzt in den Abgrund

onvista · Uhr
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Nach den gestrigen Turbulenzen rund um das Projekt Terra Luna und dessen an den Dollar gebundenen Stablecoin UST konnte der Bitcoin-Kurs sich zunächst im Bereich von 32.000 Dollar stabilisieren. Die jüngst veröffentlichten US-Inflationsdaten, die einmal mehr höher ausgefallen sind als erwartet, haben jedoch für neuen Druck an den Finanzmärkten und damit auch auf Bitcoin gesorgt.

Die Kryptowährung ist erneut unter die Marke von 30.000 Dollar gerutscht und befindet sich nun in der Unterstützungszone zwischen 30-28.000 Dollar.

Terra Luna und Stablecoin UST im freien Fall

Währenddessen geht das Drama um Terra Luna heute weiter. „Luna“, der native Token der Terra Luna Blockchain, befindet sich im freien Fall und hat im Zuge der Verwerfungen der letzten Tage etwa 98 Prozent an Wert verloren, nachdem der Coin noch Anfang April einen Rekordkurs von 119 Dollar erreichen konnte. Derzeit notiert er bei unter einem Dollar. Damit wurden in wenigen Tagen Milliarden Dollar an Wert vernichtet. Der Stablecoin UST ist ebenfalls so weit von seiner Bindung mit dem US-Dollar entfernt wie nie. Derzeit notiert der Coin bei lediglich 0,29 US-Dollar. Vor dem Crash lag die Marktkapitalisierung des Stablecoins bei etwa 17 Milliarden Dollar.

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Das dahinterstehende Projekt Terra Labs versucht nun, die Bindung des algorithmischen Stablecoins an den Dollar wiederherzustellen, indem mehr Luna-Token erzeugt und am Markt verkauft werden sollen. Der Gründer des Projekts, Do Kwon, hat sich mittlerweile auf Twitter zu dem Rettungsplan geäußert und den Anlegern die weitere Vorgehensweise erläutert.

„Der Preisstabilisierungsmechanismus absorbiert das UST-Angebot (über 10 % des Gesamtangebots)“, erklärte Kwon in einem Tweet. „Aber die Kosten für die gleichzeitige Absorption so vieler Stablecoins haben den On-Chain-Swap-Spread auf 40 % ausgeweitet, und der LUNA-Preis ist durch die Absorption der Arbs dramatisch gesunken.“

Arbs bezieht sich auf Arbitrage oder eine Handelsstrategie, die von Händlern verwendet wird, die LUNA und UST kaufen und verkaufen, um die Bindung aufrechtzuerhalten und damit einen Gewinn zu erzielen. „Der einzige Weg nach vorne wird darin bestehen, das Stablecoin-Angebot zu absorbieren, das aussteigen möchte, bevor UST beginnen kann, sich wieder am Dollar zu fixieren. Daran führt kein Weg vorbei“, sagte Kwon. Das Protokoll des Projekts soll dahingehend geändert werden, dass zusätzliche LUNA geprägt und auf dem Markt verkauft werden, um zu versuchen, die Bindung von UST wieder auf 1 Dollar zu bringen.

Erst wenn genug UST wieder gegen Luna umgetauscht wurden und das Verhältnis wieder so gesetzt ist, dass die Marktkapitalisierung von Luna höher ist als die von UST und damit eine vollständige Deckung besteht, kann sich das Projekt wieder stabilisieren. Das wird jedoch, falls überhaupt möglich, erst wieder bei einem Bruchteil der vorherigen Marktkapitalisierung beider Coins erreicht sein. Der Schaden ist bereits angerichtet, tausende Investoren dürften einen Totalverlust erlitten haben und das Vertrauen in das Terra Luna Projekt dürfte nun komplett hinüber sein.

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