Werbung

Markt-Update: Aktienmärkte starten mit deutlicher Erholung in die Woche - Prosus und Naspers mit Kursrally dank Aktienrückkäufen, Maschinenbauer Singulus in Schwierigkeiten

onvista · Uhr
Quelle: H-AB Photography/Shutterstock.com

Die Aktienmärkte starten die neue Woche mit deutlichen Gewinnen. Der Dax kann in den ersten Handelsstunden ein Plus von 1,8 Prozent auf ein Niveau von 13.360 Punkten erreichen. Der MDax der mittelgroßen Werte legte um 1,55 Prozent auf 27.371 Zähler zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,3 Prozent.

Am Freitag war der Dax mit 12.904 Punkten zeitweise auf den tiefsten Stand seit März gesunken, bevor er dank der starken Wall Street deutlich ins Plus drehte. Nach zwei sehr schwachen Wochen wurde der Kursrutsch damit zunächst aufgehalten.

Hoffnung auf weniger straffen Kurs der Fed

Der Markt preise ein, dass die US-Notenbank wegen starker Bremswirkungen auf die Wirtschaft früher mit ihren Zinserhöhungen stoppe als zunächst gedacht, schrieb Marktanalyst Jeffrey Hally vom Broker Oanda. Die Wall Street habe sich entsprechend stark erholt, während Anleiherenditen, Ölpreise und auch Preise von Industriemetallen gesunken seien.

Nordex nach Vertrauensbeweis im Plus

Nordex gewannen zehn Prozent. Der Windkraftkonzern verschafft sich durch eine Privatplatzierung bei seinem spanischen Ankeraktionär Acciona neues Kapital. Acciona demonstriere damit das dringend benötigte Bekenntnis, sagte ein Händler.

Umstufungen sorgen für einige Bewegung

Umstufungen bewegten einige Titel. So gewannen jene des Staplerherstellers Kion , des Dialyseanbieters Fresenius Medical Care (FMC) und des Biotech-Unternehmens Morphosys nach positiven Analysten-Einschätzungen deutlich mit bis zu teils mehr als sieben Prozent im Fall von Morphosys. Teamviewer verloren indes 4,1 Prozent, nachdem JPMorgen die Anteile des Softwareherstellers abgestuft hatte.

Papiere von Kion sind um bis zu 7,5 Prozent auf 43,13 Euro angesprungen. Damit landeten die Anteilsscheine des Staplerkonzerns wieder an ihrer 21-Tage-Linie, nachdem Rezessionssorgen sie mit 37,90 Euro fast wieder an das Corona-Tief von März 2020 zurückgeworfen hatten. Analystin Katie Self von Morgan Stanley hält die Rezessionsrisiken inzwischen für angemessen eingepreist. Kion-Aktien notierten in Sichtweite des fairen Werts ihres pessimistischsten Szenarios bei 32 Euro. Das Verhältnis zwischen Chancen und Risiken sei entsprechend attraktiv. Kion hatten im November 2021 bei fast 104 Euro ihren Rekordstand erreicht und seither bis zu 63 Prozent verloren. Jungheinrich verloren von April 2021 bis dato bis zu 56 Prozent.

Konjunktursensible Titel heute gefragt

Im Dax vorne waren konjunktursensible Titel wie Continental mit plus 4,7 Prozent und Daimler Truck mit plus 3,5 Prozent. Die angesichts eines drohenden Gaslieferstopps in Deutschland jüngst stark unter Druck geratenen Papiere der BASF erholten sich weiter mit plus 2,9 Prozent.

Prosus und Naspers mit Kursrally dank Aktienrückkäufen

Die Aktien des Tech-Investors Prosus profitieren am Montag mächtig von beschlossenen Aktienrückkäufen. Anlegern machte das Vorhaben des Unternehmens Hoffnung, dass der Bewertungsabschlag so deutlich verringert werden soll. Zuletzt war der Kurssprung bei Prosus 12,1 Prozent stark. Da die Aktienrückkäufe auch den Mutterkonzern Naspers betreffen, waren dessen Papiere in Südafrika am Montag auch deutlich um zuletzt 13 Prozent angezogen.

Der Jefferies-Experte Sebastian Patulea glaubt in einer ersten Reaktion, dass erstmalige Aktienrückkäufe ebenso gut ankommen wie die Tatsache, dass bisherige Haltefristen für die Papiere der Kernbeteiligung Tencent ab sofort nicht mehr gültig sind. Durch den Verkauf dieser Anteile an dem chinesischen Internetkonzern, dessen Aktien am Montag in Hongkong trotz einer generellen Tech-Branchenstärke um 1,3 Prozent fielen, will Prosus die Maßnahme finanzieren. Laufen soll sie so lange, bis der Abschlag nicht mehr signifikant ist.

Werbung

Zalando setzen Erholung vom Tief seit 2014 fort

Papiere von Zalando haben ihre Erholung vom Tief seit 2014 am Montag fortgesetzt. Die Aktien des Modehändlers kosteten wieder über 26 Euro, nachdem sie am Freitagmorgen in Reaktion auf die Gewinnwarnung noch bis auf 20,94 Euro abgesackt waren.

Weitere Analysten strichen zwar in ihren Kommentaren ebenfalls ihre Schätzungen zusammen, signalisierten allerdings keine Rückschlagsrisiken mehr. Richard Edwards von Goldman Sachs sieht mit seinem Kursziel von 40 Euro sogar immenses Erholungspotenzial. Er strich die Anteilsscheine folglich lediglich von der Top-Liste der Investmentbank, blieb aber bei seiner Kaufempfehlung.

Singulus in Schwierigkeiten - verschiebt Bilanz 2020 erneut

Der Maschinenbauer Singulus muss die längst überfällige Vorlage seiner Jahresbilanz 2020 erneut verschieben. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat zusätzliche Unterlagen angefordert, die das Unternehmen nicht in der geforderten Zeit liefern kann. Das teilte das unterfränkische Unternehmen am Freitag mit. Als neuer Veröffentlichungstermin ist nun der 23. Juli angepeilt. Das Management wies darauf hin, dass die Gläubiger des Unternehmens Darlehen kündigen dürfen, wenn es keinen testierten Jahresabschluss gibt. Singulus verhandelt demnach mit den Kapitalgebern, um das zu vermeiden.

Singulus stellt Maschinen unter anderem für Solaranlagen und Medizintechnik her. Das Unternehmen machte 2020 coronabedingt sehr schlechte Geschäfte, in diesem Jahr hätten sich insbesondere die Lockdowns in China negativ auf die wirtschaftliche Situation ausgewirkt, hinzu kämen die gestörten Lieferketten und der Ukraine-Krieg. Der Vorstand prüft demnach, ob das Auswirkungen auf die Fortführungsprognose des Unternehmens haben kann. Davon abgesehen betonte das Management, dass der Auftragsbestand bei über 100 Millionen Euro liege. "Aus heutiger Sicht verfügt das Unternehmen über ausreichend frei verfügbare liquide Mittel zur Absicherung der Geschäftstätigkeit." Wegen des fehlenden Geschäftsberichts 2020 gibt es bislang auch für 2021 keine Jahresbilanz.

onvista/dpa-AFX

Meistgelesene Artikel

Werbung