Börse am Morgen 21.05.2024

Dax leicht im Minus, verharrt aber auf hohem Niveau – Generali legt nach Rekordjahr weiter zu

onvista · Uhr
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Die Konsolidierung des deutschen Aktienmarkts auf hohem Niveau hat sich am Dienstag fortgesetzt. Hatte der Leitindex Dax am Pfingstmontag noch leicht zugelegt, ging es am Dienstag im frühen Handel wieder moderat abwärts. Marktteilnehmer führen das Auf und Ab des Dax unter der Marke von 19.000 Punkten auf das Fehlen von Impulsen seitens der Unternehmen und der Konjunktur zurück.

Zuletzt lag der Dax mit über 0,2 Prozent moderat im Minus bei 18.727 Punkten. In der vergangenen Woche hatte er knapp unter 19.000 Zählern ein Rekordhoch markiert.

„Die internationalen Aktienmärkte befinden sich weiterhin in einer sehr soliden Verfassung“, schrieb Analyst Andre Sadowsky von der Commerzbank. Er verwies darauf, dass der US-Leitindex Dow Jones am Vortag ein weiteres Rekordhoch bei 40.077 Punkten erreicht hatte. „Auch in Europa tendieren die meisten Indizes weiterhin auf hohen Niveaus. Es vergeht kaum eine Woche, in der keine neuen Allzeithochs markiert werden“.

Generali legt nach Rekordjahr weiter zu

Der italienische Versicherer Generali hat nach seinem Rekordgewinn aus dem vergangenen Jahr auch Anfang 2024 weiter zugelegt. Dank Zuwächsen in allen drei Sparten stand unter dem Strich ein Gewinn von knapp 1,3 Milliarden Euro und damit rund fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Konkurrent des deutschen Versicherers Allianz am Dienstag in Mailand mitteilte.

Allerdings stieg der Gewinn im Tagesgeschäft im ersten Quartal bei Weitem nicht so stark wie die Prämieneinnahmen. Die Bruttoprämien legten um mehr als 21 Prozent auf 26,4 Milliarden Euro zu. Der operative Gewinn wuchs lediglich um 5,5 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro.

In der Sachversicherung zehrten die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb einen etwas größeren Teil der Prämieneinnahmen auf als ein Jahr zuvor. Das lag vor allem an der Berücksichtigung höherer Ausgaben für künftige Schadenzahlungen. Dass der operative Gewinn der Sparte dennoch stieg, verdankte der Konzern auch der Übernahme des Geschäfts von Liberty Seguros in Spanien und Portugal.

Tech-Konzern Kontron erhält Auftrag für Wallboxen

Der österreichische Tech-Konzern Kontron hat einen Auftrag zur Lieferung von Ladestationen für Elektroautos an Land gezogen. Das Auftragsvolumen betrage im ersten Schritt mindestens 200 Millionen Euro, teilte der im SDax notierte Konzern in Linz mit. Auftraggeber sei einer der weltgrößten Automobilhersteller. Die Serienproduktion werde im Juli beginnen. Die Kontron-Aktie legte im vorbörslichen Handel bei L&S um mehr als vier Prozent zu.

Bei der Entwicklung der vollvernetzten Ladelösung stütze sich das Unternehmen auf die Expertise seiner neuen Tochtergesellschaft eSystems, hieß es weiter. Den Hersteller für Ladesysteme hatte Kontron Anfang des Jahres im Zuge der Übernahme des deutschen Elektronikunternehmens Katek erworben. „Nun zeigen sich bereits die ersten Erfolge und Synergie-Effekte“, sagte Unternehmenschef Hannes Niederhauser. Unter anderem würden durch die Aufwertung der Katek-Produkte mit Kontron-Software erhebliche Kostenvorteile erzielt.

Astrazeneca will Umsatz bis 2030 fast verdoppeln

Der Pharmakonzern Astrazeneca will durch die Einführung zahlreicher neuer Medikamente in den kommenden Jahren kräftig wachsen. Ausgehend von 2023 erzielten 45,8 Milliarden US-Dollar soll der Umsatz bis 2030 auf 80 Milliarden Dollar nahezu verdoppelt werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Cambridge zum Investorentag mit. Die Briten wollen dafür ihr bestehendes Portfolio in den Bereichen der Krebsmedizin, Biopharmazie und den Mitteln gegen seltene Krankheiten ausbauen. Astrazeneca kündigte zudem an, noch vor dem Ende der Dekade, 20 neue Medikamente auf den Markt zu bringen.

Die Aktie legte am Morgen zu Handelsbeginn um mehr als ein Prozent zu. Nach Einschätzung von JPMorgan-Analyst James Gordon nimmt sich das Unternehmen mit Blick auf das Umsatzziel rund 20 Prozent mehr vor, als Analysten zuvor auf dem Zettel hatten. Es impliziere ein jährliches Wachstum von 9 Prozent, schrieb er. Und auch bei der von Astrazeneca angestrebten Profitabilität dürften die Marktschätzungen Gordon zufolge dank des avisierten Umsatzwachstums übertroffen werden.

Bis 2026 soll die Marge des operativen Ergebnisses vor Zinsen und Steuern im mittleren 30-Prozentbereich liegen und nach 2026 mindestens in diesem Bereich, hieß es von Astrazeneca weiter. Analysten rechneten bislang zwar mit ähnlichen Werten. Gepaart mit dem vom Unternehmen gesteckten Umsatzziel aber, würde das operative Ergebnis selbst im schlechtesten Fall die Marktschätzungen um 10 Prozent schlagen, schrieb Gordon.

Es ist der erste Investorentag von Astrazeneca seit rund zehn Jahren. Damals war der auch heute noch amtierenden Chef Pascal Soriot erst zwei Jahre im Amt und musste sich beweisen. Er kündigte damals an, den Jahresumsatz bis 2023 auf über 45 Milliarden Dollar zu bringen, was vor allem dank gut laufender Geschäfte mit Krebsmedikamenten gelang. In den vergangenen Jahren hat sich Astrazeneca zudem auf die Entwicklung spezieller Antikörper-Wirkstoffe konzentriert. Die Arzneimittelhersteller versuchen, die traditionelle Chemotherapie mit Produkten zu ersetzen, die gezielter gegen Krebszellen wirken.

Redaktion onvista/dpa-AFX

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