Dax erzielt zehnten Gewinntag in Folge - Rheinmetall auf Talfahrt

Der Dax hat am Montag den zehnten Handelstag hintereinander höher geschlossen. Anleger warten nun bereits auf das jährliche Notenbank-Treffen in Jackson Hole. Es beschäftigt sie die Frage, welche Erkenntnisse dieses gegen Ende der Woche stattfindende Ereignis über die US-Geldpolitik bringen wird.
Der deutsche Leitindex gewann zum Handelsschluss rund 0,5 Prozent auf 18.421 Punkte. Der MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen stieg um ca. 0,6 Prozent auf 24.955 Zähler.
Vor knapp zwei Wochen hatten Rezessionssorgen, der Nahost-Konflikt und geplatzte Spekulationen am Devisenmarkt zeitweise die Börsen weltweit erschüttert. Ein Großteil des Kursrutsches, der den Dax bis nahe an die 17.000 Punkte gedrückt hatte, ist mittlerweile aber wieder ausgeglichen.
Die Rezessionsängste haben nach zuletzt durchaus positiven Wirtschaftsdaten aus den USA nachgelassen. Mit Blick auf das alljährliche Notenbanker-Treffen im US-Bundesstaat Wyoming erwarten die Analysten der DZ Bank, dass US-Notenbankchef Jerome Powell den Weg für eine Zinssenkung im September ebnen wird. "Allerdings könnte er unserer Meinung nach die Hoffnungen auf einen großen Zinsschritt zerschlagen", hieß es am Montag in einem Kommentar.
Rheinmetall-Aktie rutscht ab
Am Montag standen vor allem die Aktien von Rüstungskonzernen im Fokus, wenngleich recht hohe Anfangsverluste bei den Sektorwerten deutlich nachließen. Nach einem Anstieg um bis zu 28 Prozent binnen zwei Wochen und einer Annäherung an ihr Rekordhoch gaben die Titel von Rheinmetall zuletzt noch um 1,9 Prozent nach. Die Aktie ist somit Dax-Verlierer des Tages.
Belastet wurden die Rüstungswerte von unklaren Aussichten für die militärische Unterstützung der Ukraine. Finanzminister Christian Lindner (FDP) hatte in einem Brief an Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) geschrieben, "neue Maßnahmen" dürften nur eingegangen werden, wenn in den Haushaltsplänen für dieses und die kommenden Jahre "eine Finanzierung gesichert ist". Das Finanzministerium zeigt sich allerdings weiter gesprächsbereit.
Am anderen Ende des Dax rangiert am Montag die Aktie des Modeversands Zalando. Sie legte rund 2,9 Prozent zu. Auf dem zweiten Platz folgt die Porsche-Vorzugsaktie mit einem Zuwachs von etwa 1,8 Prozent. Den dritten Platz im Dax sichert sich die Aktie von Volkswagen, die um rund 1,6 Prozent zulegen konnte.
Varta-Aktie stürzt erneut ab
Im Blickpunkt stand zu Wochenbeginn zudem die Aktie von Varta. Der angeschlagene Batteriekonzern hat sich mit Finanzgläubigern und Investoren auf ein Sanierungskonzept geeinigt. Kernaspekte sind unter anderem ein Schuldenschnitt und frisches Geld unter anderem vom Großkunden Porsche AG. Altaktionäre sollen hingegen aus dem Konzern gedrängt werden.
All das müsse nun dokumentiert und beim Gericht eingereicht werden, sagte ein Sprecher am Sonntag. Zuvor müssen die Gremien der beteiligten Parteien zustimmen und das Bundeskartellamt grünes Licht geben. Der Prozess könnte sich über Wochen und Monate ziehen, sagte der Sprecher. Der Varta-Kurs brach um fast die Hälfte auf nur noch knapp zwei Euro ein.
(mit Material von dpa-AFX)