Adobe: Darum hat Top-Investor Chuck Akre die Aktie im Depot

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Die Investmentgesellschaft Akre Capital Management gehört zu den Meinungsmachern an der Wall Street. Diese Anerkennung kommt nicht von ungefähr: Über viele Jahrzehnte hinweg Chuck Akre bewiesen, welche Renditen an den Märkten durch Value Investing möglich sind.

Aber von vorne: Charles T. Akre, seine Freunde nennen in auch Chuck, ist in Washington D.C. aufgewachsen und seit dem Jahr 1968 im Börsen-Business tätig. Nach einigen gut dotierten Stationen gründete er 1989 seine eigene Firma. Akre Capital Management hatte sich schnell einen Namen gemacht und erlangte einen gewissen Bekanntheitsgrad in Analysten-Kreisen. Letztes Jahr hatte die Gesellschaft nach Medienangaben rund 15 Milliarden US-Dollar „Assets under management“.

Akre investiert langfristig und vor allem ehrlich: Das Management der börsennotierten Unternehmen wird aktiv unter die Lupe genommen, es wird nach talentierten Führungskräften gesucht. Dabei kommen grundsätzlich Firmen mit soliden Geschäftsmodellen in die nähere Auswahl. Dies macht sich im Depot des Gurus deutlich bemerkbar. Statt der üblichen, großen US-Aktien befinden sich vor allem auch Nebenwerte und Exoten in der Auswahl. Der Investor erzielte damit im Durchschnitt eine Rendite von über 14 Prozent pro Jahr. Grund genug, sich seine langfristige Herangehensweise und vor allem seine Investment-Titel genauer anzuschauen.

Ein paar Titel aus der Guru-Liste „Akre Capital Management“ stellen wir Ihnen in dieser Serie vor.

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Adobe: Digitale Inhalte optimieren

Chuck Akre hat unter anderem das Wertpapier von Adobe im Depot. Trotz der Tech-Rally der vergangenen Jahre ist die Aktie hierzulande eher unbekannt, die Handelsvolumina an den deutschen Börsenplätzen halten sich in Grenzen. Dabei nutzt fast jeder die Dienste des amerikanischen Unternehmens: Groß geworden ist Adobe durch den Acrobat Reader, ein Tool zum Erstellen von PDFs.

Die Software-Schmiede hat natürlich noch mehr auf Lager. Es werden zahlreiche Programme angeboten, mit deren Hilfe digitale Inhalte verbessert oder veröffentlicht werden können. Auch die Messbarkeit von Internetseiten sowie Analyse-Tools gehören zum Programm der Amerikaner. Geld verdient Adobe mit seiner Software für die Grafik- und Bild-Bearbeitung, sowie Programmen für den Audio- und Videoschnitt.

Zu den bekanntesten Produkten des Technologie-Unternehmens gehören neben Acrobat zweifelsfrei Photoshop, Flash und Dreamweaver. Zum Kundenkreis gehört eine breite Mischung aus Internet- und Werbe-Agenturen, Hardwareherstellern, Softwareentwicklern sowie den klassischen Industrie-Konzernen.

Hohe Bewertung der Börse

Mit knapp 23.000 Mitarbeitern machte Adobe im Jahr 2020 einen Umsatz von 12,9 Milliarden US-Dollar. Der Jahresüberschuss lag im selben Jahr bei 5,3 Milliarden US-Dollar. Beeindruckend ist hierbei vor allem das konstante, dynamische Wachstum des Konzerns in der vergangenen Dekade. Jedes Jahr konnten die Bilanzkennziffern signifikant gesteigert werden. Dies honoriert die Börse mit einer beachtlichen Bewertung.

Aktuell kommt Adobe auf eine Marktkapitalisierung von 216 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Die deutsche Software-Schmiede SAP wird momentan mit 143 Milliarden US-Dollar bewertet. Die Märkte billigen Adobe eine relativ hohe Bewertung wohl auch deshalb zu, da das Unternehmen nach der Übernahme von Makromedia ein Quasimonopol in Sachen Bildbearbeitung innehat.

Charttechnik: Nach der Aufwärtsbewegung ist Vorsicht angesagt

Im Zuge der massiven Aufwärtsbewegung der amerikanischen Technologie-Aktien der letzten 11 Jahre ist natürlich auch Adobe exorbitant gestiegen. Die Aktie notierte 2010 noch unter 30 Dollar. Heute kostet ein Anteilsschein am Haupthandelsplatz Nasdaq in New York 450 Dollar. Das bisherige Allzeithoch markierte das Wertpapier im September 2020 bei 535 Dollar.

Nach dem Corona-Crash im März 2020 verbuchte die Aktie eine rasante Aufwärtswelle, das Tempo zog im Vergleich zu den Vorjahren nochmals an. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 40,1 ist der Titel nach der extremen Rally nicht mehr günstig bewertet. Klar, das Wachstum war in den letzten Jahren sehr hoch, was die Notierungen grundsätzlich rechtfertigt. Jedoch wird das Wachstum nicht ewig in diesem Tempo anhalten.

In der folgenden Abbildung ist die Aktie seit 2019 dargestellt (an der Heimatbörse in US-Dollar, Candlestick-Chart):

Abbildung: Adobe befindet sich seit einigen Monaten in einer Konsolidierungsphase / Langfristiger Aufwärtstrend intakt – erstellt mit onvista Chart-Analyse-Tool
Abbildung: Adobe befindet sich seit einigen Monaten in einer Konsolidierungsphase / Langfristiger Aufwärtstrend intakt – erstellt mit onvista Chart-Analyse-Tool

Aus charttechnischer Sicht befindet sich das Papier in einem etwas überhitztem Zustand. Die Rally muss zunächst einmal auskonsolidiert werden. Diese Phase startete im Herbst 2020: Ausgehend vom Rekordhoch kam die Notierung bereits um mehr als zehn Prozent zurück.

Auf Sicht der letzten Monate hat sich eine Korrekturlinie ausgebildet, welche die Aktie nach Norden begrenzt. Aktuell verläuft diese Negativ-Linie bei 490 Dollar. Erst ein Ausbruch über diese Chartlinie würde die Lage wieder aufhellen. Auch die 200-Tage-Linie wurde gebrochen, was ebenfalls für Stirnrunzeln bei den Analysten sorgt. Zumindest kurz- bis mittelfristig signalisiert die Charttechnik eher eine Konsolidierungsphase.

Übergeordnet notiert die Aktie in einem langfristigen Aufwärtstrend. Die maßgebliche Trendlinie verläuft bei 335 Dollar. Eine Korrektur bis auf dieses Niveau kann nach technischen Kriterien nicht ausgeschlossen werden.

Autor: Bernd Raschkowski

Foto: r.classen / Shutterstock.com

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Dieser Text stellt keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird keine Haftung übernommen. Der Autor ist im besprochenen Wertpapier nicht investiert.

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