Markt Update: Dax stürzt unter 12.000 Punkte – Morphosys klettert an SDax-Spitze – Zalando fällt weiter – Banken unter Druck

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Der Dax hat es weiter schwer: Im frühen Handel fiel der deutsche Leitindex unter die 12.000-Punkte-Marke. Das letzte Mal lag er im November 2020 unter den psychologisch wichtigen 12.000 Punkten.

Die ständigen Forderungen nach einer weiteren Zinserhöhung und die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage setzen die Aktienmärkte unter Druck. Besonders die Angst vor einer Energiekrise versetzt – nicht nur – Anleger in Angst und Schrecken. Größer werden neuerdings die Sorgen um die Stabilität des Energienetzes, nachdem entdeckte Lecks an den beiden Ostsee-Gaspipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 mit einem möglichen Sabotageakt in Verbindung gebracht werden.

Zalando: Aktie fällt und fällt und fällt

Im frühen Handel stürzte die Zalando-Aktie um 3,5 Prozent ans Dax-Ende ab und erreichte den tiefsten Stand seit 2014, als sie kurz nach ihrem Börsengang auf ihr bisheriges Allzeittief von 17,10 Euro stürzten. Von einstigem Rekordhoch von 104,645 Euro, das die Aktie im Juli 2021 erreicht hatte, hat sie sich somit weiter entfernt. Von den Corona-Gewinnen ist nichts mehr übrig.

Zalando ist ein Opfer des Marktumfelds. Die hohen Energiekosten und die steigende Inflation führen dazu, dass die Verbraucher ihr Geld zurückhalten und den Kauf von nicht-lebensnotwendigen Artikeln auf die lange Bank schieben. So eine Entwicklung setzt Online-Modehändler stark zu.

Passend dazu das Konsumklima, das einen neuen Tiefstand erreicht hat.

Morphosys: Positive Studiendaten der Konkurrenz beflügeln

Der US-Pharma-Konzern Biogen hat zusammen mit seinem japanischen Partner Eisai Co Daten aus einer Alzheimer-Medikamenten-Studie veröffentlicht, nach der das Medikament das Fortschreiten der Krankheit stark verlangsamen kann. Biogen plant bereits einen Zulassungsantrag.

Diese Daten beflügelten die Aktienkurse der Konkurrenz. So sind die Aktien des Antikörperspezialisten Morphosys um bis zu 21,5 Prozent in die Höhe geschnellt. Morphosys erreichte damit die Spitze des SDax.

Die Aktien von Roche und Eli Lilly profitierten ebenfalls von den Daten der Studie von Biogen.

Bankensektor unter Druck

Die Aktien europäischer Banken haben im frühen Handel Federn gelassen. So gaben etwa ING um 3,6 Prozent und Credit Suisse um 4,4 Prozent nach. Die Deutsche Bank verlor 4,5 Prozent und stürzte ans Dax-Ende. Auch die Aktien der Commerzbank büßten in der ersten Handelsstunde knapp 4,7 Prozent an Wert ein.

Die Gründe für diesen Crash: Die immer stärker werdende Rezession in Europa wie auch Milliardenstrafen in den USA zu.

Insgesamt 16 Unternehmen aus der Finanzbranche werden gut 1,1 Milliarden Dollar (knapp 1,15 Mrd. Euro) Strafe zahlen, wie die US- Börsenaufsicht SEC am gestrigen Dienstag mitteilte. Grund war die ungeregelte Kommunikation über Messenger-Dienste wie WhatsApp. Zu den betroffenen Instituten zählen die Deutsche Bank , Credit Suisse und die UBS .

(mit Material von dpa-AFX)

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