Nach dem Börsengang von Porsche: Darum lohnt es sich, jetzt die Aktien zu kaufen

onvista · Uhr (aktualisiert: Uhr)
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Der gestrige erste Handelstag von Porsche glich einer Achterbahnfahrt: Der Emissionspreos lag bei 82,50 Euro, der erste Xetra-Kurs bei 84 Euro, zuerst ging es bergab, dann kletterte die Aktie auf 86,76 Euro, bevor sie wieder abdrehte und den Tag mit 82,50 Euro beendete. Am Markt hieß es: Der Eingriff der Konsortialbanken während der Xetra-Handelszeiten verhinderte, dass die Aktie unter 82,50 Euro rutschte. Diese Theorie wird bestätigt, wenn man auf den nachbörslichen Handel schaut: Hier sackte die Aktie sogar auf 82,22 Euro.

Das war ernüchternd: Viele Anleger gingen davon aus, dass die Aktie in den ersten Handelsminuten steil nach oben schießt. Selbst die 90-Euro-Marke erschien vielen Analysten als realistisch. Einige gingen sogar von 100 Euro Freitagabend aus. Tja, so ist es nicht gekommen. Derzeit notiert die Porsche-Aktie bei knapp 83,30 Euro.

Porsche-Aktien sind eine Investition wert

Dennoch: Porsche sollte man nicht abschreiben. Auch wenn die Outperformer-Fantasien (noch) nicht eingetreten sind. Das liegt auch an den Begleitumständen: Der Börsengang erfolgte in einem schwierigen Marktumfeld. Da der Dax seinen Höchststand innerhalb eines Jahres um mehr als 20 Prozent einbüßte, befinden wir uns in einem Bärenmarkt, Dennoch hat Porsche seinen Emissionspreis verteidigt. Es hätte schlimmer kommen können.

Porsche ist zwar, anders als Ferrari, kein Luxusprodukt, aber eine Premium-Marke. Rezessionen können zu einem Absatzrückgang führen, aber bei Weitem nicht so stark wie bei anderen Autobauern, die den breiten Massenmarkt bedienen. Daher dürfte Porsche selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten besser dastehen als VW. Im letzten Jahr verkaufte Porsche knapp 300.000 Autos, fast dreimal so viel wie vor zehn Jahren.

Spannend bleibt zudem der E-Auto-Markt. Porsche kann und will sich diesem Trend nicht verschließen, denn spätestens ab 2035 sollen Verbrennermotoren nicht mehr zugelassen werden. Auf diesem Markt ist Porsche mit dem Modell Taycan unterwegs, von dem im letzten Jahr 41.296 Modelle verkauft wurden. Das sind 106 Prozent als im Vorjahr. Der Vorteil: Ein E-Motor besteht aus wesentlich weniger Teilen als ein Verbrennermotor (200 zu 1.400). Das bedeutet: Hier sind höhere Margen drin. Und bei den Margen punktet Porsche schon jetzt: 25 Prozent des Umsatzes bleiben als Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT).

Anleger, die bei der Zeichnung leer ausgingen, könnten die Startschwierigkeiten der Aktie durchaus zum Kaufen nutzen. Auf lange Sicht verspricht die Porsche-Aktie gutes Wachstum.

Volkswagen und Porsche Holding

Als Alternative kann man natürlich auch auf den Mutterkonzern VW setzen. Er hält immer noch 75 Prozent der Vorzugsaktien sowie 75 Prozent minus eins der Stammaktien. Damit profitiert VW auch weiterhin von den Entwicklungen von Porsche, insbesondere von den Dividendenzahlungen.

Apropos Dividende: VW hat schon angekündigt, 49 Prozent der Einnahmen, die sie durch den Porsche-Börsengang eingenommen haben, als Sonderdividende and die Aktionäre auszuschütten. Das muss zwar noch auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Dezember abgesegnet werden, gilt aber als Formsache. Die restliche 51 Prozent fließen in die Zukunft, genauer in den Ausbau der digitalen Infrastruktur sowie in die Batterie-Forschung. Erst vor Kurzem hat VW ein Joint Venture mit dem belgischen Materialtechnologiekonzern Umicore ins Leben gerufen mit dem Ziel, die Batterie-Technik für E-Autos nach vorne zu treiben.

Ansonsten kann man als Anleger noch in die Porsche Holding SE investieren, die jetzt 25 Prozent plus eins der stimmberechtigten Stammaktien hält und damit eine Sperrminorität erhalten hat. Die Holding hat somit wieder mehr Einfluss auf die Tagespolitik von Porsche. Sie werden dies nutzen, um ein Stück weit unabhängiger von VW zu werden. Die beiden Familien Porsche und Piëch dominieren die Holding und haben ein starkes Interesse an der Weiterentwicklung von Porsche. Hasardeur-Spiele kann man damit ausschließen. Die Holding hält 53,3 Prozent der VW-Stammaktien und hat eine Dividendenrendite von mehr 3 Prozent. Das versüßt natürlich den Einstieg.

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