Heute stehen Inflationsdaten aus dem Euroraum an

Dax Vorbörse heute 30.11.2022: Dax geht mit Plus in den Handel – Fed-Präsident Powell hält Rede heute Abend

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Quelle: Immersion Imagery/Shutterstock.com

Vor wichtigen Wirtschaftsdaten sowie einer mit hohem Interesse erwarteten Rede des US-Notenbankpräsidenten dürfte der Dax am Mittwoch leicht zulegen. Der X-Dax als Indikator signalisierte rund eine Dreiviertelstunde vor dem Börsenstart ein Plus von 0,5 Prozent auf 14 424 Punkte und auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 dürfte freundlich starten.

Das jüngste Hoch im Dax seit Juni, das das deutsche Börsenbarometer in der vergangenen Woche bei etwas unter 14 600 Punkten erreicht hatte, bleibt in greifbarer Nähe. Ein Ausbruch aus dem jüngsten Schwankungsbereich jedoch scheint vorerst nicht in Sicht.

China kündigt hartes Vorgehen gegen Demonstranten an

Aus China kamen indes keine guten Nachrichten, auch wenn sich die Börsen dort teils leicht erholten. Angesichts der größten Protestwelle des Landes seit Jahrzehnten drohte die Parteiführung inzwischen ein hartes Durchgreifen an, sollte es zu weiteren Protesten kommen. Zugleich gab es bisher keine Aussagen zu einer Abkehr von der Null-Covid-Strategie, auch wenn aktuelle Daten zeigen, dass sich die Stimmung in der chinesischen Wirtschaft im November weiter eingetrübt hat und auch schlechter als erwartet war. Die wirtschaftliche Aktivität sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor bleibt auf Schrumpfkurs.

Anleger warten auf Inflationsdaten aus Euroraum

Hierzulande werden am späteren Vormittag Verbraucherpreisdaten aus der Euroregion bekannt gegeben, nachdem die Daten aus Deutschland am Vortag für etwas Erleichterung gesorgt hatten. In den USA werden im weiteren Handelsverlauf vor allem die monatlichen Arbeitsmarktzahlen aus dem Privatsektor im Blick stehen. Sie gelten als Indikator für den am Freitag erwarteten Arbeitsmarktbericht der US-Regierung.

Vor allem die Inflationsdaten werden von Marktteilnehmern genau betrachtet, um den künftigen geldpolitischen Kurs der Notenbanken abzuschätzen. Laut Marktbeobachter Michael Hewson vom Broker CMC Markets dürften die Verbraucherpreisentwicklung im November mit darüber entscheiden, ob die Europäische Zentralbank (EZB) in zwei Wochen den Leitzins um 0,5 oder 0,75 Prozentpunkte anhebt. Was den Zinspfad der US-Notenbank Fed betrifft, wartete er zudem mit Spannung auf eine Rede des Vorsitzenden Jerome Powell an diesem Abend.

Einzelwerte im Überblick

Unter den Einzelwerten könnten Aktien von SAP und der Software AG angesichts eines erfreulichen Quartalsberichts von Workday Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Der US-Anbieter Cloud-basierter Computersoftware für Rechnungswesen, Personalverwaltung und Unternehmensplanung hatte am Vorabend nach Börsenschluss seinen Bericht zum dritten Geschäftsquartal (bis Ende Oktober) veröffentlicht.

Ein Händler verwies darauf, dass das Quartalsergebnis und auch die Umsätze besser als erwartet ausgefallen waren. Zudem sei das untere Ende der Jahresprognose für die Abonnementsumsätze für 2022/23 angehoben worden. Die Aktien der beiden deutschen Unternehmen legten auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Börsenschluss bei allerdings sehr geringen Umsätzen zu.

In den Blick könnten nach Analystenkommentaren zudem Traton und United Internet rücken, die beide auf Tradegate zulegten. So gaben die Experten von Exane BNP ihre pessimistische Haltung zum Nutzfahrzeug- und Bushersteller Traton auf. Das Anlageurteil lautet nun "Neutral".

Analyst Polo Tang von der Schweizer Großbank UBS ist optimistischer für United Internet gestimmt und hob die Aktie von "Neutral" auf "Kaufen". Deutschland sei für die Telekombranche ein guter Markt mit allerdings spezifischen Herausforderungen, schrieb er. Sein Favorit bleibe die Deutsche Telekom .

US-Tech-Werte schwächeln

Nach einem schwachen Wochenauftakt haben die Aktienkurse an der Wall Street auch am Dienstag überwiegend nachgegeben. Vor allem an der technologielastigen Börse Nasdaq standen Schwergewichte wie Apple , Amazon und Tesla unter Druck.

Der Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 0,73 Prozent auf 11 503,45 Punkte. Der Leitindex Dow Jones Industrial trat dagegen mit 33 852,53 Punkten quasi auf der Stelle. Am Montag hatte die Protestwelle in China die Kurse erheblich belastet. Sie schürte Sorgen vor einem weiteren wirtschaftlichen Rückschlag und Produktionsunterbrechungen. Ende vergangener Woche war der Dow noch auf das höchste Niveau seit April gestiegen. Der marktbreite S&P 500 gab am Dienstag um 0,16 Prozent auf 3957,63 Zähler nach.

Überwiegend Verluste in Asien

Das Geschehen an den Börsen Chinas bleibt bestimmt von den massiven Corona-Protesten in dem Land und der Reaktion der chinesischen Regierung. In den vergangenen Tagen hatte sich noch Hoffnung breit gemacht, Chinas Führung könnte mit einer Lockerung der strikten Corona-Politik reagieren, da diese die Wirtschaft massiv belastet. Mittlerweile drohte die chinesische Führung aber ein hartes Durchgreifen bei neuen Unruhen an. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten chinesischen Unternehmen an den Festlandbörsen fiel zuletzt um 0,2 Prozent, während der Hang-Seng-Index in der Sonderverwaltungszone Hongkong um 0,2 Prozent stieg. In Japan schloss der Tokioter Leitindex Nikkei 225 0,2 Prozent tiefer.

Renten

Bund-Future        141,24    +0,16%

Devisen: Eurokurs legt leicht zu - Inflationsdaten im Fokus

Der Kurs des Euro ist am Mittwoch leicht gestiegen. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung vor der Veröffentlichung wichtiger Daten zur Preisentwicklung bei 1,0348 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Dienstagnachmittag auf 1,0366 Dollar festgesetzt.

Am Devisenmarkt haben die Anleger vor allem Daten zur Preisentwicklung in der Eurozone im Blick, die im Tagesverlauf erwartet werden. Zuletzt war bekannt geworden, dass die Inflation in Deutschland im November gesunken ist. Nach den Daten aus der größten Volkswirtschaft des Währungsraums wird mit Spannung erwartet, wie sich die Inflation in der Eurozone insgesamt entwickelt hat.

Am Markt wird damit gerechnet, dass die Inflationsrate auch für die Eurozone im November leicht gesunken ist, sich aber weiter über der Marke von zehn Prozent hält. Die Inflationsdaten sind mit entscheidend für die weitere Zinsentwicklung in der Eurozone. Eine unerwartet schwächere Teuerung würde für eine Zinserhöhung der EZB im Dezember um 0,5 Prozentpunkte sprechen. Sollte die Inflation allerdings stärker als erwartet ausfallen, würde dies auf eine stärkere Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte zur Eindämmung der Teuerung hindeuten.

Euro/USD          1,0349    +0,23%

USD/Yen             138,43    -0,26%

Euro/Yen           143,26    -0,03%

Ölpreise legen zu - Rückgang der US-Reserven stützt

Die Ölpreise sind am Mittwoch gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 83,70 US-Dollar. Das waren 67 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 54 Cent auf 78,74 Dollar.

Zuletzt hatten mehrfach Spekulationen über die künftige Förderpolitik des Ölverbunds Opec+ für starke Preisschwankungen gesorgt. In der Opec+ sind die Mitgliedsstaaten des Ölkartells und andere wichtige Förderstaaten wie Russland organisiert. In den vergangenen Tagen tauchten Medienberichte auf, die von einem möglichen Rückgang der Fördermenge über eine unveränderte Fördermenge bis hin zu einer möglichen Ausweitung der Fördermenge reichten und jeweils deutliche Kursreaktionen ausgelösten.

Bis zum Treffen der Opec+ am kommenden Sonntag ist am Ölmarkt mit weiteren Preisschwankungen zu rechnen. Der aktuelle, vergleichsweise leichte Anstieg der Ölpreise beruht wohl auch auf der jüngsten Entwicklung der Ölreserven in den USA erklärt. Am Vorabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Rückgang der Lagerbestände an Rohöl um fast acht Millionen Barrel verzeichnet hat. Ein Rückgang der US-Reserven stützt in der Regel die Ölpreise.

Brent          83,90    +0,87 USD

WTI            78,56    +0,36 USD

Umstufungen von Aktien

- BARCLAYS SENKT ZIEL FÜR DEUTSCHE WOHNEN AUF 23 (26) EUR - 'OVERWEIGHT'

- BARCLAYS SENKT ZIEL FÜR LEG IMMOBILIEN AUF 62 (74) EUR - 'UNDERWEIGHT'

- BARCLAYS SENKT ZIEL FÜR TAG IMMOBILIEN AUF 9 (11) EUR - 'OVERWEIGHT'

- BARCLAYS SENKT ZIEL FÜR VONOVIA AUF 28 (30) EUR - 'EQUAL WEIGHT'

- BARCLAYS SENKT ZIEL GRAND CITY PROPERTIES AUF 9,10 (11,20) EUR - 'UNDERWEIGHT'

- GOLDMAN HEBT ZIEL FÜR SIEMENS ENERGY AUF 25,70 (24,30) EUR - 'BUY'

- GOLDMAN SENKT ZIEL FÜR TELEFONICA DEUTSCHLAND AUF 2 (2,10) EUR - 'SELL'

- RBC HEBT ZIEL FÜR DELIVERY HERO AUF 85 (75) EUR - 'OUTPERFORM'

- UBS HEBT UNITED INTERNET AUF 'BUY' (NEUTRAL) - ZIEL 26,50 (33) EUR

- UBS SENKT ZIEL FÜR 1&1 AUF 15 (23) EUR - 'NEUTRAL'

- UBS SENKT ZIEL FÜR TELEFONICA DEUTSCHLAND AUF 2,40 (2,60) EUR - 'NEUTRAL'

- WDH/EXANE BNP HEBT TRATON AUF 'NEUTRAL' (UNDERPERFORM) - ZIEL 15 EUR

- WDH/GOLDMAN HEBT ZIEL FÜR SIEMENS AUF 170 (162) EUR - 'BUY'

- BERENBERG STARTET 23ANDME MIT 'BUY' - ZIEL 7 USD

- BERENBERG STARTET GINKGO BIOWORKS MIT 'BUY' - ZIEL 4 USD

- BARCLAYS HEBT NEWRIVER AUF 'OVERWEIGHT' (EQUAL WEIGHT) - ZIEL 90 (85) PENCE

- BARCLAYS SENKT ZIEL FÜR INDITEX AUF 25 (27) EUR - 'EQUAL WEIGHT'

- BARCLAYS STARTET ROLLS-ROYCE MIT 'OVERWEIGHT' - ZIEL 110 PENCE

- GOLDMAN HEBT ZIEL FÜR PROSUS AUF 83,80 (82,60) EUR - 'CONVICTION BUY LIST'

- JEFFERIES HEBT ZIEL FÜR GLENCORE AUF 700 (625) PENCE - 'BUY'

- JEFFERIES HEBT ZIEL FÜR RIO TINTO AUF 6700 (6600) PENCE - 'BUY'

- JEFFERIES SENKT SECURITAS AB AUF 'UNDERPERFORM' (HOLD) - ZIEL 70 (105) SEK

- JEFFERIES STARTET SWEDENCARE AB MIT 'HOLD' - ZIEL 41 SEK

- JEFFERIES STARTET VIMIAN GROUP MIT 'BUY' - ZIEL 42 SEK

- JPMORGAN HEBT ZIEL FÜR FLUTTER AUF 16100 (14800) PENCE - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN STARTET OPAP SA MIT 'NEUTRAL' - ZIEL 15 EUR

- UBS SENKT ZIEL FÜR VODAFONE AUF 120 (129) PENCE - 'BUY'

Termine Unternehmen

14:30 CHE: Novartis, ESG Investor Day

22:05 USA: Salesforce, Q3-Zahlen

Termine Konjunktur

00:50 JPN: Industrieproduktion 10/22 (vorläufig)

02:30 CHN: PMI Verarbeitendes Gewerbe und Dienste 11/22

02:45 CHN: Caixin PMI Verarbeitendes Gewerbe 11/22

06:00 JPN: Wohnungsbaubeginne 10/22

06:30 NLD: Einzelhandelsumsatz 10/22

07:00 EST: BIP Q3/22

07:00 FIN: BIP Q3/22

08:00 TUR: BIP Q3/22

08:45 FRA: Verbraucherpreise 11/22 (vorläufig)

08:45 FRA: Erzeugerpreise 10/22

08:45 FRA: BIP Q3/22 (2. Veröffentlichung)

09:00 CHE: KOF Konjunkturbarometer 11/22

09:00 ESP: Einzelhandelsumsatz 10/22

09:00 AUS: BIP Q3/22 (2. Veröffentlichung)

09:55 DEU: Arbeitslosenzahlen 11/22

10:00 POL: BIP Q3/22 (2. Veröffentlichung)

10:00 POL: Verbraucherpreise 11/22 (vorläufig)

10:00 ITA: BIP Q3/22 (2. Veröffentlichung)

10:30 PRT: Verbraucherpreise 11/22 (vorläufig)

11:00 BEL: BIP Q3/22 (2. Veröffentlichung)

11:00 EUR: Verbraucherpreise 11/22 (vorläufig)

11:00 ITA: Verbraucherpreise 11/22 (vorläufig)

11:30 DEU: Anleihe, Laufzeit 10 Jahre, Volumen 3 Mrd EUR

12:00 IRL: Arbeitslosenquote 11/22

12:00 PRT: BIP Q3/22 (2. Veröffentlichung)

14:15 USA: ADP-Beschäftigung 11/22

14:30 USA: Lagerbestände Großhandel 10/22 (vorab)

14:30 USA: BIP Q3/22 (2. Veröffentlichung)

14:30 USA: Privater Konsum Q3/22 (2. Veröffentlichung)

15:45 USA: MNI Chicago PMI 11/22

16:00 USA: Schwebende Hausverkäufe 10/22

20:00 USA: Fed Beige Book

Sonstige Termine

10:30 DEU: Pressegespräch Dekabank: Konjunktur- und Kapitalmarktausblick 2023 (Präsenz und digital) mit Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater und Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte und Strategie des Instituts

Redaktion onvista/dpa-AFX

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