Dax Vorbörse heute 16.12.2022: Dax vorbörslich in stabiler Lage – Heute ist Hexensabbat / Großer Verfallstag

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Quelle: Aleksandra Gigowska/Shutterstock.com

Am Tag des großen Verfalls an den Terminbörsen könnten die Kurse am Freitag weiter schwanken. Vorbörslich sieht es aber zunächst danach aus, als könnten sie sich nach dem Einbruch am Vortag stabilisieren. Knapp eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax als Indikator für den Dax ein leichtes Plus von 0,17 Prozent auf 14 010 Punkte. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird stabilisiert erwartet.

Am Vortag war "das Zinsgespenst zurückgekehrt", so formulierte es Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners am Morgen. Die Ankündigung weiterer deutlicher Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank hatte den Dax mit dem größten Tagesverlust seit Juni knapp unter die 14 000er Marke gedrückt. Er erreichte den tiefsten Stand seit mehr als einem Monat. Durch den Kursrutsch steuert der Leitindex aktuell auf ein Wochenminus von 2,7 Prozent zu.

Vor dem Wochenende könnten nun taktische Impulse das Aktiengeschäft dominieren. Denn am Mittag laufen Terminkontrakte und Optionen auf den Dax und den Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 aus. Zu diesem sogenannten großen Verfallstermin versuchen die Investoren, die Index-Kurse in eine für sie günstige Richtung zu bewegen. Bewegungen können unter diesen Umständen fundamental nicht erklärbar sein.

"Durch den heutigen Tag müssen die Anleger noch durch, bevor sie auf etwas mehr weihnachtliche Ruhe auf dem Parkett hoffen dürfen", sagte Altmann. Es handele sich um den "größten und wichtigsten Optionsverfalltermin des Jahres", bei dem auch die 14 000 Punkte eine bedeutende Rolle spielen dürften. Sollte die Marke wieder überschritten werden, würde er darin "ein sehr positives Signal" sehen.

Einzelwerte im Überblick

Aktienseitig gibt es vereinzelt Grund zur Freude: Die Teamviewer -Aktie etwa zog vorbörslich um neun Prozent an. Der Softwareanbieter hat sich die laute Kritik von Investoren zu Herzen genommen und eine Ausstiegsmöglichkeit aus dem teuren Sponsorvertrag mit dem englischen Fußballclub Manchester United ausgehandelt. Anleger sehen dies mit großer Erleichterung, denn geschätzt wird, dass rund ein Zehntel des Umsatzes allein für dieses Sportsponsoring verwendet wurde.

Einen Blick wert sein dürfte derweil auch die Hella -Aktie, die vorbörslich fast ein Prozent zulegte. Der Autozulieferer will den Erlös seines Beteiligungsverkaufs an der Holding HBPO als Sonderdividende an die Aktionäre weiterreichen. Davon profitieren dürfte jedoch hauptsächlich der Großaktionär Faurecia , der mehr als 80 Prozent der Hella-Anteile hält.

Ansonsten spielen erneut Analystenkommentare eine Rolle: Die Papiere von Morphosys sinken vorbörslich um fast drei Prozent wegen einer Verkaufsempfehlung der US-Bank Goldman Sachs. Analyst Rajan Sharma begründete dies in einer am Freitag vorliegenden Studie mit wirtschaftlichen Herausforderungen und fehlenden Katalysatoren zur Verbesserung der Marktstimmung.

Die Aktien von Ceconomy , die am Vortag eingebrochen waren, rutschen vorbörslich weiter ab um 2,6 Prozent. Hier gab die Investmentbank Oddo BHF das Urteil "Underperform" ab. Dem Elektronikhändler stehe ein unsicheres Jahr 2023 bevor, schrieb Analyst Andreas Riemann in einer am Freitag vorliegenden Studie. Die Profitabilität sei weiter zu niedrig.

Deutliche Verluste an der Wall Street

Die Ankündigung einer überraschend restriktiven künftigen US-Geldpolitik hat die New Yorker Börsen auch am Donnerstag belastet. Der Leitindex Dow Jones Industrial büßte zum Schluss 2,25 Prozent auf 33 202,22 Punkte ein, womit sich die Abwärtsdynamik verschärfte. Im Handelsverlauf war er nur knapp an der Marke von 33 000 Punkten vorbeigeschrammt, unter der er zuletzt vor rund fünf Wochen notiert hatte.

Überwiegend Verluste in Asien

Die wichtigsten Aktienmärkte in Asien haben am Freitag überwiegend schwächer tendiert. Die Aussicht auf weiter deutlich steigende Leitzinsen in den USA dämpfte auch in Asien die Stimmung. Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss 1,9 Prozent tiefer. Auf Wochensicht bedeutet dies ein Minus von 1,3 Prozent.

In China ging es am Freitag nicht ganz so stark nach unten. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten chinesischen Unternehmen an den Festlandbörsen fiel zuletzt um 0,4 Prozent. Der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong legte sogar leicht um 0,2 Prozent zu.

Renten

Bund-Future                    138,25          -0,24%\°

Devisen: Eurokurs legt leicht zu

Der Kurs des Euro ist am Freitag leicht gestiegen. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,0647 US-Dollar gehandelt und damit etwas höher als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,0621 Dollar festgesetzt.

Die starken Kursgewinne vom Vortag konnte der Euro nicht halten. Am Donnerstag hatte die EZB weiter steigende Leitzinsen für das kommende Jahr signalisiert. Die Hinweise deuten darauf hin, dass die Notenbank die Zinsen stärker erhöhen wird, als bisher am Markt erwartet worden war. Das hatte den Kurs des Euro zeitweise bis auch 1,0735 Dollar steigen lassen und damit auf den höchsten Stand seit Juni.

Im weiteren Handelsverlauf richtet sich das Interesse der Anleger wieder stärker auf Konjunkturdaten aus der Eurozone, die für Impulse am Devisenmarkt sorgen könnten. Auf dem Programm stehen Daten zur Stimmung der Einkaufsmanager im Dezember, die am Markt stark beachtet werden.

Euro/USD                               1,0646                                 0,20      

USD/Yen                             137,2580                               -0,29                      

Euro/Yen                             146,1290                               -0,09\°

Ölpreise geben etwas nach - Deutliche Gewinne auf Wochensicht

Die Ölpreise sind am Freitag leicht gesunken. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 80,97 US-Dollar. Das waren 24 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 17 Cent auf 75,94 Dollar.

Marktbeobachter sprachen von einem impulsarmen Handel kurz vor dem Wochenende. Nach zum Teil starken Kursgewinnen in der ersten Wochenhälfte zeigte der Ölmarkt seit Donnerstag eine leichte Gegenbewegung. Unterm Strich hat sich das für Europa wichtige Rohöl aus der Nordsee im Verlauf der Woche um etwa fünf Dollar je Barrel verteuert.

Als Ursache für den Preisanstieg auf Wochensicht gelten das Embargo der Europäisches Union für russisches Öl und die Hoffnung, dass die Ölnachfrage in China nach Lockerungen der strikten Corona-Maßnahmen steigen dürfte. Zudem hatte die Internationale Energieagentur (IEA) in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht davor gewarnt, dass die Ölpreise möglicherweise im kommenden Jahr als Folge der Sanktionen gegen Russland stark steigen könnten.

Brent                              81,01             -0,20 USD

WTI                                75,90             -0,21 USD\°

Umstufungen von Aktien

- BARCLAYS HEBT ZIEL FÜR ABOUT YOU AUF 5 (4,90) EUR - 'UNDERWEIGHT'

- BARCLAYS HEBT ZIEL FÜR ZALANDO AUF 29 (25) EUR - 'EQUAL WEIGHT'

- BERENBERG SENKT ZIEL FÜR BERTRANDT AUF 45 (50) EUR - 'HOLD'

- GOLDMAN SENKT MORPHOSYS AUF 'SELL' (NEUTRAL) - ZIEL 12 (24) EUR

- GOLDMAN SENKT ZIEL FÜR SYMRISE AUF 114 (116) EUR - 'NEUTRAL'

- JPM HAT U.A. TELEKOM, SCOUT24, MERCK KGAA, RWE AUF ANALYST FOCUS LIST FÜR 2023

- JPMORGAN SENKT ZIEL FÜR SCOUT24 AUF 62 (64) EUR - 'OVERWEIGHT'

- JPMORGAN SETZT SCOUT24 AUF 'POSITIVE CATALYST WATCH'

- JEFFERIES SENKT THIRD HARMONIC BIO AUF 'HOLD' (BUY) - ZIEL 3,60 (30) USD

- GOLDMAN HEBT IMMUNOCORE AUF 'BUY' (NEUTRAL) - ZIEL 80 (33) USD

- JPMORGAN STARTET COSTAR GROUP MIT 'OVERWEIGHT' - ZIEL 100 USD

- JPMORGAN HEBT REGENCY CENTERS AUF 'OVERWEIGHT' (NEUTRAL) - ZIEL 72 (70) USD

- JPMORGAN HEBT FIRST INDUSTRIAL REALTY TRUST AUF 'OVERWEIGHT'(N) ZIEL 56(53)USD

- JPMORGAN HEBT EPR PROPERTIES AUF 'NEUTRAL' (UNDERWEIGHT) - ZIEL 52 USD

- JPMORGAN SENKT PROLOGIS AUF 'NEUTRAL' (OVERWEIGHT) - ZIEL 130 (124) USD

- JPMORGAN SENKT ESSEX PROPERTY TRUST AUF 'NEUTRAL'(OVERWEIGHT) ZIEL 267(284)USD

- JPMORGAN SENKT AVALONBAY COMMUNITIES AUF 'UNDERWEIGHT' (N) - ZIEL 197 (206) USD

- JPMORGAN SENKT AMERICAN HOMES 4 RENT AUF 'NEUTRAL' (OVERWEIGHT) - ZIEL 36 USD

- JPMORGAN SENKT FEDERAL REALTY INVESTMENT TRUST AUF NEUTRAL(OW) ZIEL 115(118)USD

- JPMORGAN SENKT KENNEDY WILSON AUF 'NEUTRAL' (OVERWEIGHT) - ZIEL 21 USD

- JPMORGAN SENKT ANYWHERE REAL ESTATE AUF 'NEUTRAL'(OVERWEIGHT) - ZIEL 11(17) USD

- JPMORGAN SENKT INVITATION HOMES AUF 'NEUTRAL' (OVERWEIGHT) - ZIEL 35 USD

- BARCLAYS HEBT HUNTING AUF 'OVERWEIGHT' (UNDERWEIGHT) - ZIEL 390 (360) PENCE

- BARCLAYS HEBT RS GROUP AUF 'OVERWEIGHT' (EQUAL WEIGHT) - ZIEL 1150 (1060) PENCE

- BARCLAYS SENKT BUNZL AUF 'UNDERWEIGHT' (EQUAL WEIGHT) - ZIEL 2750 (2935) PENCE

- BARCLAYS SENKT WOOD AUF 'EQUAL WEIGHT' (OVERWEIGHT) - ZIEL 180 (250) PENCE

- CREDIT SUISSE HEBT ZIEL FÜR PROSUS AUF 106 (94) EUR - 'OUTPERFORM'

- GOLDMAN HEBT PHILOGEN AUF 'BUY' (NEUTRAL) - ZIEL 20 (17) EUR

- GOLDMAN SENKT DBV TECHNOLOGIES AUF 'SELL' (NEUTRAL) - ZIEL 2 (3) EUR

- GOLDMAN STARTET BENEVOLENTAI MIT 'NEUTRAL' - ZIEL 3,25 EUR

- JPMORGAN SENKT ENAGAS AUF 'UNDERWEIGHT' (NEUTRAL) - ZIEL 16 (18,20) EUR

- JPMORGAN SENKT RED ELECTRICA (REDEIA) AUF 'UNDERWEIGHT'(N) ZIEL 16,50(17,50)EUR

- SOCGEN HEBT AIR FRANCE-KLM AUF 'HOLD' (SELL) - ZIEL 1,38 (1,15) EUR

Termine Unternehmen

10:00 DEU: Volkswagen, außerordentliche Hauptversammlung, Berlin

11:30 LUX: Aroundtown, außerordentliche und ordentliche Hauptversammlung, Luxemburg

Termine Konjunktur

08:00 DEU: Einzelhandelsumsatz 11/22

08:30 DEU: Bundesbank, halbjährliche Prognose für Deutschland

09:15 FRA: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe 12/22

09:15 FRA: Einkaufsmanagerindex Dienstleistung 12/22

09:30 DEU: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe 12/22

09:30 DEU: Einkaufsmanagerindex Dienstleistung 12/22

10:00 EUR: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe 12/22

10:00 EUR: Einkaufsmanagerindex Dienstleistung 12/22

10:00 ITA:  Handelsbilanz 10/22

10:30 GBR: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe 12/22

10:30 GBR: Einkaufsmanagerindex Dienstleistung 12/22

11:00 EUR: Handelsbilanz 10/22

11:00 EUR: Verbraucherpreise 11/22 (2. Veröffentlichung)

11:00 GRC: Arbeitslosenquote Q3/22

15:45 USA: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe 12/22

15:45 USA: Einkaufsmanagerindex Dienstleistung 12/22

EUR: EU-Gipfel - 2. und letzter Tag, Brüssel

EUR: Moody's zu Luxemburg und Slowakei

EUR: S&P zu Lettland

Sonstige Termine

09:00 DEU: Bundestag, Plenum

09:00 DEU: Bundesgerichtshof verkündet Urteil zum Wiederkaufsrecht einer Gemeinde beim Verkauf von Bauland, Karlsruhe

09:30 DEU: Bundesrat, Plenum

09:30 DEU: Fortsetzung im Prozess um «Cum-Ex»-Aktiendeals gegen den Steuerrechtsanwalt Hanno Berger

DEU: Großer Verfallstag an der Börse, Frankfurt/M.

Redaktion onvista/dpa-AFX

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